Konzentrationsstörungen, Depressionen und soziale Vereinsamung – die Nutzung von sozialen Medien wie TikTok, Instagram oder Snapchat belaste die psychische Gesundheit von Jugendlichen massiv. Das schreibt die Mainzer Sozialarbeiterin Enam Obi in einer Online-Petition, mit der sie die Bundesregierung zum Handeln auffordert. Ihre Forderung: Der Zugang zu Social-Media-Plattformen soll für Jugendliche unter 16 Jahren gesetzlich reguliert werden.
Wie die Petitionsstarterin erklärt, belegen Studien eine alarmierende Zunahme von Angststörungen, Depressionen und Konzentrationsproblemen, die mit übermäßiger Mediennutzung zusammenhängen. Anstatt draußen mit Freunden zu spielen, würden viele Kinder täglich mehrere Stunden in digitalen Räumen verbringen, was zu Bewegungsmangel und einer Abhängigkeit von virtueller Bestätigung führe.
„Familien stoßen an ihre Grenzen“
Als Mutter und Sozialarbeiterin erlebe sie die negativen Folgen hautnah. „Sobald Eltern die Nutzung begrenzen, zeigen viele Kinder suchtähnliche Symptome – von Gereiztheit über Aggressionen bis hin zu völliger Rückzugshaltung“, berichtet Obi. Das Familienleben leide enorm darunter.
Dieses Problem könne nicht allein auf die Verantwortung der Eltern abgewälzt werden, argumentiert die Mainzerin. Viele Familien würden an ihre Grenzen stoßen, da die Plattformen bewusst Mechanismen einsetzten, die Abhängigkeit fördern. Daher sei die Politik in der Pflicht, klare Regeln zu setzen, um Kinder zu schützen.
Konkrete Forderungen an die Bundesregierung
Die Petition schlägt konkrete Maßnahmen vor. So sollen Jugendliche unter 16 Jahren nur noch eingeschränkten Zugang zu sozialen Medien erhalten. Die Betreiber der Plattformen sollen außerdem verpflichtet werden, Werkzeuge zur zeitlichen Begrenzung und zur Filterung von Inhalten bereitzustellen. Auch eine bessere Kontrolle durch die Eltern müsse ermöglicht werden.
Zusätzlich fordert die Initiative staatlich überprüfbare Schutzmechanismen und die Förderung von Aufklärungskampagnen für Eltern, Lehrkräfte und Kinder. „Die mentale Gesundheit unserer Kinder ist ein zentrales gesellschaftliches Gut“, so Obi. „Wir müssen jetzt handeln, um die nächste Generation vor den schwerwiegenden Folgen einer unregulierten Social-Media-Nutzung zu schützen.“
Gestartet wurde die Petition am 18. August 2025. Innerhalb von drei Wochen hat sie auf change.org über 30.000 Unterschriften erhalten. Weitere Informationen und die vollständige Petition findet ihr hier.