Mainzer Kultkneipe wird 44 Jahre alt

Die Mainzer Kultkneipe „Zeitungsente“ wird 44 Jahre alt. Die große Feier muss aufgrund der Pandemie zwar ausfallen, dennoch freuen sich die Betreiber auf die nächsten 44 Jahre.

Mainzer Kultkneipe wird 44 Jahre alt

Seit genau 44 Jahren gibt es die Mainzer Kneipe „Zeitungsente“ an der Neubrunnenstraße bereits. Am 28. Januar 1978 wurde die Kneipe von Karl Engler gegründet. Seit seinem Tod 2009 führt seine Witwe Heidi gemeinsam mit Mike Krämer die Kneipe weiter. Die „Ente“, wie sie von Besitzern und Gästen liebevoll genannt wird, entstand in dem ehemaligen Büro eines Immobilienmaklers, das vor der Eröffnung der „Ente“ noch umgebaut wurde. So erhielt die Kneipe ihr heutiges Aussehen im Innenraum mit den zum Teil freistehenden Holzbalken, wie Betreiberin Heidi im Merkurist-Interview erklärt.


Die „Zeitungsente“ 1978 …

… und heute.


Den Namen „Zeitungsente“ hat die Kneipe der räumlichen Nähe zur Allgemeinen Zeitung (AZ) zu verdanken, die früher im Bleichenviertel saß. Der Zusatz „Ente“ geht auf das Geschnatter der Tiere zurück, was für Gründer Karl Engler für regen Austausch stand. Ihr Mann habe den Namen vorher schon irgendwo gesehen und er habe ihm sehr gut gefallen, erzählt Witwe Heidi gegenüber Merkurist. Ziel des Lokals sei seit der ersten Stunde, die Gäste miteinander in Austausch, also zum gemeinsamen Schnattern, zu bringen. Unabhängig davon hat der Begriff „Zeitungsente“ noch eine ganz andere Bedeutung: Er bezeichnet kleine Fehler in Zeitungsartikeln, die Lesern „meist ein Schmunzeln entlocken“.

Die „Ente“ soll ihre Atmosphäre behalten

Über die Jahre hat sich das Interieur der „Zeitungsente“ nicht groß verändert. Stattdessen werden immer wieder kleine Modernisierungen vorgenommen, erzählt Heidi. Die „Ente“ solle ihre Atmosphäre und das Kneipengefühl behalten, aber nicht „verstauben“. So würden die Tische, die draußen im Biergarten stehen, immer von Betreiber Mike selbst gebaut. Für rollstuhlfahrende Gäste soll es zudem bald eine mobile Rampe geben.

Finanziell sei es der „Zeitungsente“ immer gut gegangen, erklärt die Betreiberin. Seit sie und Mike die Leitung übernommen haben, ginge es „immer weiter bergauf“. Auch während der Pandemie, die die Arbeit zwar anstrengender mache, sei der Zulauf der Gäste immer mehr geworden. Besonders im Sommer sei es „rappelvoll“.

Der Geburtstag wird nachgefeiert

Am 28. Januar kann aufgrund der aktuell hohen Inzidenz in Mainz kein Geburtstag gefeiert werden. Das werde nachgeholt, sobald sich die Bedingungen wieder normalisiert haben, so Heidi Engler. Konkrete Pläne gibt es noch nicht, das Team hoffe aber bis dahin, die Gäste nicht mehr zwingend nur an den Tischen, sondern auch im Stehen, bedienen zu können.

Mit Blick auf die nächsten 44 Jahre wünscht sich Heidi, dass es potenziellen Nachfolgern gelingt, „den Wohlfühl- und Willkommensfaktor weiter zu tragen“. Viele Gäste kommen regelmäßig, weil „sie hier sie selbst sein können“, erklärt sie. Auch Gäste der ersten Stunden seien noch oft in der „Ente“. Manche Paare, die sich in der Kneipe kennengelernt haben, bringen mittlerweile ihre Kinder oder Enkelkinder mit. „Das sind mittlerweile zwei bis drei Generationen an Gästen“, erklärt Heidi stolz.

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