1232 km in 24 Tagen: Rheinschwimmer erreicht Mainz

Schwimmen für die Wissenschaft: Der 34-Jährige Joseph Heß durchquert aktuell den Rhein von der Quelle bis zur Mündung. Demnächst wird er in Mainz erwartet.

1232 km in 24 Tagen: Rheinschwimmer erreicht Mainz

Seit zwölf Tagen schwimmt Joseph Heß (34) nun schon den Rhein entlang. Den Fluss, der wegen seiner Strudel und Strömungen so gefährlich ist, vor dem Polizei und DLRG regelmäßig warnen, in dem gerade in den Sommermonaten immer wieder Menschen ertrinken.

Joseph Heß ist Profischwimmer mit einer Menge Erfahrung. Am 11. Juni ist er an der Rheinquelle Toma See in den Rhein gestiegen und will bis zur Mündung bei Rotterdam schwimmen – 1232 Kilometer weit. In 24 Tagen soll die Strecke geschafft sein. Geht sein Plan auf, will er Mainz am Samstag (25. Juni) erreichen und hier auch einen Stopp einlegen.

Wasserproben zur Untersuchung auf Schadstoffe

Das Projekt „Swim4Science“ ist nicht das erste dieser Art für den Schwimmer: Er hat bereits an diversen 24-Stunden-Schwimmen teilgenommen, hat die Straße von Gibraltar durchquert, dann die Elbe und die Straße von Bonifacio (von Sardinien nach Korsika). Der Chemnitzer ist Wirtschaftsingenieur und arbeitet mit mehreren Forschungsinstitutionen aus ganz Deutschland zusammen: Sportmediziner und -psychologen untersuchen etwa die körperlichen und mentalen Auswirkungen eines solchen Extremprojekts. Ein Team der Hochschule Mittweida wird Wasserproben auswerten, die Heß unterwegs entnimmt. Diese sollen unter anderem Aufschluss über die Schadstoff-Belastung in fließenden Gewässern wie dem Rhein geben.

Respekt vor dem Rhein hat Heß trotz seiner vielen Erfahrungen: „Auf der Elbe wurden komplette Häfen für mich gesperrt, auf dem Rhein ist das nicht möglich – schließlich gehört er zu den vielbefahrensten Wasserstraßen Europas. Mein Team und ich müssen also sehr genau darauf achten, die Schifffahrt nicht zu blockieren“, berichtet er. Auch die hohe Fließgeschwindigkeit des Rheins von bis zu elf Stundenkilometern sei eine Herausforderung. Zudem befürchtet er, Folgen von den Verschmutzungen im Rhein davonzutragen: „Ich gehe davon aus, dass ich die schlechte Wasserqualität in Form von Magen-Darm-Erkrankungen unmittelbar zu spüren bekomme.“

Wo sich Joseph Heß aktuell befindet, könnt ihr im Tracker live verfolgen.

Wichtiger Hinweis

Im Mainzer Stadtgebiet ist das Baden wegen der hohen Dichte an Anlegestellen, Brücken und Häfen generell verboten. Jedes Jahr müssen Feuerwehr, Wasserschutzpolizei und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ausrücken, um Menschen aus dem Rhein zu retten. In einigen Fällen gehen solche Badeausflüge im Rhein sogar tödlich aus. Warum das Schwimmen im Rhein so gefährlich ist, erfahrt ihr hier.

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