Wiesbadener Anwalt vertritt 250 Menschen, die an Corona-Impfschäden leiden

Rund 250 Fälle von schweren Impfnebenwirkungen bearbeitet der Wiesbadener Anwalt Joachim Cäsar-Preller. Weil Nebenwirkungen von Corona-Impfungen lange Zeit kaum thematisiert worden seien, übt er im Interview deutliche Kritik an Politik und Medien.

Wiesbadener Anwalt vertritt 250 Menschen, die an Corona-Impfschäden leiden

Der Wiesbadener Anwalt Joachim Cäsar-Preller kümmert sich seit 25 Jahren unter anderem um Bau- und Bankenrecht. Inzwischen vertritt er aber auch Mandanten, die nach einer Corona-Schutzimpfung Schäden davongetragen haben. Welche Menschen kommen zu ihm und an welchen Folgen leiden sie? Darüber haben wir mit dem Anwalt gesprochen.

Merkurist: Herr Cäsar-Preller, Sie bearbeiten mittlerweile etwa 250 Fälle von schweren Nebenwirkungen nach der Corona-Impfung. Wie kam es zum ersten Fall?

Joachim Cäsar-Preller: Das war ein bereits vorhandener Mandant, den ich mal in einer anderen Angelegenheit vertreten hatte. Er leidet seit der Corona-Impfung an einer Myokarditis (Herzmuskelentzündung).

Wie haben Sie darauf reagiert, als er bei Ihnen Rat gesucht hat?

Ich hatte schon vor dem ersten Mandanten davon gehört, dass es Impfschäden gibt. Und zwar weltweit. Deshalb war ich nicht sonderlich überrascht davon, dass auch mal jemand wegen Impfschäden zu uns kommt.

Und warum kamen nach dem ersten Fall noch so viele weitere Menschen auf Sie zu?

Das lag vor allem an einem Interview, das ich im April 2021 mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland geführt habe. Dadurch kam eins zum anderen. Ich glaube, dass der Bedarf nach einem Anwalt, der sich um das Thema Impfschäden bemüht, einfach sehr groß war. Nur hatte sich bis dahin noch niemand öffentlich positioniert. Es ist ja leider bei Anwälten ähnlich wie bei Ärzten, dass sie bei dem Thema eher vorsichtig sind. Man wird gerne mal in die Ecke von Impfgegnern gestellt.

Mit welchen Impfschäden kommen die Menschen auf Sie zu, außer der genannten Myokarditis?

Das ist ein breites Spektrum. Sie kommen mit Thrombosen, darunter die schlimmste Form Sinusvenenthrombose, mit Autoimmunerkrankungen, die durch die Impfung getriggert werden. Zum Beispiel Multiple Sklerose…

… die durch die Impfung ausgelöst wurde?

Ich gehe davon aus, dass eine gewisse Grundveranlagung für Autoimmunerkrankungen bei jedem Menschen vorhanden ist. In seltenen Fällen kann eine solche Erkrankung durch die Impfung getriggert werden und dann ausbrechen. Weitere Impfschäden meiner Mandanten sind Lähmungen, Augenerkrankungen und, was sehr häufig vorkommt, das Fatigue-Syndrom. Junge Leute mit 30 Jahren fühlen sich plötzlich uralt. Die Leistungsfähigkeit ist so stark reduziert, dass sie nicht mehr arbeiten können.

Aber können Sie denn immer wissen, ob die genannten Symptome durch die Impfung ausgelöst wurden?

Die Leute gehen natürlich erst zum Arzt und dann zum Anwalt. Unsere Mandanten kommen also schon mit entsprechenden Arztunterlagen zu mir. Wenn es noch Unsicherheiten gibt, haben wir auch ein Ärzteteam an der Seite, das auf Wunsch der Mandanten weitere Untersuchungen durchführt.

Was sind das für Menschen, die zu Ihnen kommen?

Da ist alles dabei. Die jüngste Mandantin ist 15, der Älteste 75. Es sind etwas mehr Frauen als Männer. Und sie kommen aus allen Schichten der Bevölkerung: vom Akademiker bis zum Bauarbeiter.

Und sind es vor allem Astrazeneca-Fälle?

Nein, wir haben es vor allem mit Biontech zu tun. Dann kommt Moderna, dann Astrazeneca und zum Schluss Johnson & Johnson. Das liegt aber natürlich auch daran, dass Biontech am häufigsten verimpft worden ist.

Was wollen Sie für Ihre Mandanten erreichen?

Ich bin mit den Pharmaunternehmen über deren Anwälte im Gespräch, um für die Geschädigten einen Vergleich und damit eine finanzielle Entschädigung zu erreichen. Die Menschen, die einen Impfschaden haben, haben auch große finanzielle Verluste. Sie können oft nicht mehr arbeiten, Selbständige müssen ihre Geschäfte schließen. Auf der anderen Seite sind bestimmte Behandlungen wie Blutwäsche richtig teuer und werden von der Krankenkasse nicht übernommen. In vielen Fällen weiß man nicht, ob die Schäden wieder weggehen.

Gab es denn mittlerweile schon Vergleiche mit den Impfstoffherstellern?

Natürlich gab es die schon. Aber die unterliegen alle dem Mantel der Verschwiegenheit. Deshalb kann ich dazu nichts Näheres sagen. Wichtig ist aber: Die staatlichen Versorgungsämter, die laut Gesetz eigentlich für die Entschädigung zuständig sind, versagen meiner Meinung nach vollständig. Die Anerkennungsquote von Impfschäden liegt bei nahezu 0 Prozent. Der Staat ermuntert seine Bürger erheblich, sich impfen zu lassen. Man wurde als Ungeimpfter teilweise vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen, es wurde sogar über eine allgemeine Impfpflicht abgestimmt. Dann sollte man eigentlich denken: Wenn mal etwas schief geht, steht der Staat mit Entschädigungen zur Seite. Es ist enttäuschend, dass das nicht passiert.

Geht es Ihnen nur um Vergleiche oder wollen Sie auch Prozesse anstrengen?

Zunächst geht es um Vergleiche, denn das ist der schnellste und günstigste Weg für meine Mandanten. Aber wenn wir uns nicht einigen können, wird geklagt. Und dann müssen die Gerichte sich die Sache anschauen. Es kann also zu Prozessen kommen, auch wenn das nicht so einfach ist. Aber was ist schon einfach?

Bei den wenigen krassen Fällen darf man natürlich nicht vergessen, dass Impfschäden verhältnismäßig selten auftreten. Das Paul-Ehrlich-Institut spricht von 0,02 Prozent schwerer Nebenwirkungen, eine Studie der Berliner Charité kam auf 0,8 Prozent, die Anwaltskanzlei „Rogert und Ulbrich“ spricht von „jedem 100. Fall“. Welche Zahl halten Sie für realistisch?

Man muss schon sagen, dass die Meldequote eine hohe Dunkelziffer hat. Eigentlich sind die Ärzte verpflichtet, einen Verdachtsfall zu melden. Doch das machen nicht alle. Es ist viel Arbeit und es ist keine Gebührenziffer. Hinzu kommt: Die Betroffenen sind mit ihrer Gesundheit beschäftigt und haben nicht immer die Kraft, es selbst zu melden. Und was bringt die Meldung an das Paul-Ehrlich-Institut überhaupt? Man bekommt noch nicht einmal eine Rückmeldung. Es ist eine statistische Behörde – die Daten werden gesammelt und das war’s. Ob es aber wirklich jeder 100. Fall ist, weiß ich nicht. Es sind jedenfalls gemessen an der Gesamtzahl der Geimpften wenige Fälle. Aber für die wenigen Fälle hat sich das Leben komplett verändert.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat mindestens einmal (im August 2021 auf Twitter) von einer „nebenwirkungsfreien Impfung“ geschrieben.

Er hat erst vor wenigen Tagen zum ersten Mal eingeräumt, dass es überhaupt Impfnebenwirkungen geben kann. Und das, obwohl er immer wieder betont, er sei Arzt. Selbst Impfstoffhersteller schreiben, es sei unvermeidbar, dass es zu Nebenwirkungen kommen könne. Es ist doch klar: Alle Arzneimittel, die eine Wirkung haben, haben auch Nebenwirkungen. Doch es wurde immer wieder gesagt: „Es ist ja nur ein Piks.“ Die Impfstoffhersteller schreiben aber eben etwas anderes. Das muss sich fast die ganze Politik auf die Fahnen schreiben, nicht nur Karl Lauterbach.

Es gibt die Unterscheidung zwischen Impfreaktion und Nebenwirkung. Ist ein Impfschaden dann auch wiederum von der Nebenwirkung zu unterscheiden?

Eine Nebenwirkung kann alles mögliche sein, aber eben auch ein schwerer Impfschaden. Das Wort Nebenwirkung hört sich recht harmlos an, kann aber in manchen Fällen sogar bis zum Tod führen. Ich habe jetzt sechs Mandanten, die nicht mehr leben. Das Verfahren wird von ihren Angehörigen fortgesetzt.

Sind unter den sechs Leuten auch junge Menschen?

Ja. Auch junge, gesunde, sportliche Menschen.

Und die sind an der Impfung gestorben?

Das ist unsere Sicht der Dinge. Es ist natürlich immer eine Frage der Ursache, die bewiesen werden muss. Aber wir gehen in den Fällen davon aus, dass sie an einer Erkrankung verstorben sind, die durch die Impfung ausgelöst wurde. Etwa durch einen Schlaganfall.

Mittlerweile wird deutlich mehr über Impfschäden berichtet, unter anderem vom ZDF.

Und das ist eine gute Sache. Wir hatten in den Medien lange Zeit eine sehr undifferenzierte Berichterstattung mit dem einzigen Tenor „Lasst euch impfen“. Gegen Ungeimpfte zu schreiben, war schick und modern. Jetzt braucht man ein neues Thema und es wird plötzlich über Impfschäden berichtet. Aber ich will jetzt nicht zu viel Medienkritik üben. Es ist ja gut, dass berichtet wird. Es schadet nämlich auch der Impfkampagne, wenn Dinge verschwiegen werden. Man hätte von Anfang an mit offenen Karten spielen sollen, dann wäre auch mehr Vertrauen da. Was ist denn der Grund, warum sich viele Menschen nicht impfen lassen? Ihnen fehlt das Vertrauen, sie haben Angst.

Aber wird diese Angst wirklich besser, wenn jetzt immer mehr über Impfschäden berichtet wird?

Man kann die Fälle ja nicht verschweigen. Es ist eben ein Arzneimittel und es ist normal, dass es Nebenwirkungen und in seltenen Fällen schwere Nebenwirkungen geben kann. Die Impfung ist eben nicht nur ein „Piks“. Darüber muss man offen reden. Und dann muss in einer freiheitlich verfassten Gesellschaft jeder für sich selbst entscheiden, ob er sich impfen lassen will oder nicht.

Sind Sie eigentlich selbst geimpft?

Ja, ich bin drei Mal geimpft und definitiv kein Impfgegner. Ich bin vielleicht nur etwas skeptisch geworden. Aber was noch viel wichtiger ist: Das sind auch alles keine Impfgegner, die ich vertrete. Ich habe keinen einzigen ungeimpften Mandanten. Die Menschen sind dem Aufruf der Politik gefolgt, sich impfen zu lassen. Jetzt haben sie große Probleme. Da ist es doch nur logisch, dass sie entschädigt werden.

Danke für das Gespräch, Herr Cäsar-Preller.

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