Was passiert mit den leerstehenden Gebäuden auf dem Campus?

Leerstehende und verfallende Häuser mit zugenagelten Fenstern: Auf dem Campus stehen viele scheinbar ungenutzte Gebäude. Was tut die Uni gegen den Verfall und was ist zukünftig geplant?

Was passiert mit den leerstehenden Gebäuden auf dem Campus?

Jahrelang standen sie auf dem Uni-Campus leer und wurden kaum genutzt: die Gebäude der Kernchemie, des Inter I oder die Wohnhäuser am Friedrich-von-Pfeiffer-Weg. Wie sehen die Planungen für diese Gebäude aus und wie geht es weiter? Merkurist sprach mit dem Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) über die Zukunft dieser Gebäude.

Altgebäude des Max-Planck-Instituts (Chemie)

Den Startschuss für räumliche Veränderungen auf dem Campus gab der Abriss des in den 30er-Jahren gebauten Max-Planck-Instituts (MPI) im Sommer 2019. „Ein Teil dieses Ensembles - die ehemalige Werkstatt, ein Wohnhaus und ein Bürocontainer ­- wurde vergangenes Jahr zurückgebaut und an dieser Stelle eine Wiese angelegt“, sagte Claudia Renner, Stabsstellenleiterin der Kommunikation vom LBB. Die Gesamtkosten für diesen ersten Rückbau-Abschnitt des alten MPI betrugen knapp 500.000 Euro. Für die übrigen MPI-Altgebäude befinden sich die Abrissplanungen jedoch noch in einer frühen Phase, daher seien weitere Abrissarbeiten hier noch nicht absehbar.

Laborgebäude der Kernchemie

Bei dem Gebäude im Johann-Joachim-Becher-Weg handelt es sich um das Ende der 50er-Jahre gebaute frühere Laborgebäude der Kernchemie. „Der erste Schritt zu seinem Rückbau ist die sehr aufwändige kerntechnische Sanierung im Inneren des Gebäudes“, erklärt Renner. Dazu zähle die Ausbauung und vorschriftsmäßige Entsorgung von Schadstoffen wie Asbest oder der Mineralfaserdämmung. Nach langer Planung begannen diese Arbeiten bereits im Sommer 2019. Renner fügt hinzu, dass, wenn die Maßnahmen wie geplant 2020 abgeschlossen werden, anschließend der Abriss des Gebäudes folgen könnte.

Ehemaliges Wohnheim (Inter I) und Anbau

Fester Bestandteil des Campus-Gesamtbildes ist auch das 1966 eingeweihte Inter-I-Wohnhaus. Schon seit langer Zeit bestimmen kaputte Fenster und große Graffiti-Schriftzüge dessen Bild. Doch Pläne dafür soll es schon geben: „Das ehemalige Studierendenwohnheim Inter I und der dahinter liegende Anbau sollen rückgebaut werden“, erzählt Renner. Nach planerischer Untersuchung habe sich hierbei eine Generalsanierung und Umnutzung als unwirtschaftlich herausgestellt.

Laut Renner verliefen die komplexen Rückbauplanungen für das ehemalige Inter I unter Führung des Landesbetriebs LBB bislang planmäßig. „Die Corona-Epidemie und die Anstrengungen zu ihrer Eindämmung treffen jedoch auch den Baubereich“, so Renner weiter. Nach dessen Rückbau solle das Areal allgemein für die bauliche Weiterentwicklung der Universität zur Verfügung stehen. Angaben dazu, wann es mit dem Rückbau losgeht, ließen sich jedoch derzeit nicht machen.

Wie die „Allgemeine Zeitung“ 2019 berichtete, solle das Inter-I-Hochhaus in einem ersten Bauabschnitt zum Büro- und Seminargebäude des neuen Medienhauses umgebaut werden. Die schlechte Bausubstanz aus den 60er-Jahren führte jedoch dazu, dass man sich von dieser Idee verabschiedete.

Alte Wohnhäuser im Friedrich-von-Pfeiffer-Areal

Nach dem gescheiterten ursprünglichen Plan, das Medienhaus auf dem Gelände des Inter-I-Hochhauses zu bauen, fand sich Renner zufolge ein neuer Standort: das Areal des Friedrich-von Pfeiffer-Wegs westlich des Philosophicums. Hier befinden sich aktuell noch Wohnhäuser und alte Institutsgebäude. „Überalterte Wohnhäuser auf dem Campus werden von der Johannes Gutenberg-Universität freigemeldet, sobald diese komplett unbewohnt sind“, erklärt Renner. Der Landesbetrieb LBB sei bestrebt, diese Gebäude zeitnah und möglichst wirtschaftlich rückzubauen. Insbesondere die Wohnhäuser auf dem Areal Friedrich-von-Pfeiffer-Weg sollen, sobald sie vollständig leer stehen, auf Schadstoffe untersucht und dann abgerissen werden. Dort würde dann das Baugelände für das künftige Medienhaus vorbereitet.

Gelände zwischen Philosophicum und NatFak

Seit einigen Jahren werde das Gelände zwischen dem Philosophicum und der Naturwissenschaftlichen Fakultät als Standort für den Neubau der Universitätsbibliothek in Erwägung gezogen, sagte Renner. „Dieses Projekt befindet sich noch in einer frühen Phase, der sogenannten Bedarfsplanung,“ erklärt Renner weiter. 2018 berichtete das Online-Magazin „Campus-Mainz“, dass die aktuelle Zentralbibliothek aus den 1960er-Jahren baufällig und der Zahl der Studierenden nicht mehr angepasst sei. Seit dem Architekturwettbewerb 2010 stehe dieser Umbau bereits auf dem Plan der Universität. (mo)

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