Ärger um Gestank in den ReWi-Bibliothekstoiletten

Mehrere Merkurist-Leser berichten von Gestank in den ReWi-Bibliothekstoiletten an der JGU. Im April war es demnach besonders schlimm. Was ist der Grund dafür? Universität und Studierendenwerk sind sich darüber offensichtlich uneinig.

Ärger um Gestank in den ReWi-Bibliothekstoiletten

„Wieso stinken die ReWi-Bibliothekstoiletten und wieso wird dagegen nichts unternommen?“ – mit diesem Snip traf Merkurist-Leserin Simone offensichtlich einen Nerv. In den Kommentaren berichten viele weitere Leser von ihren Erfahrungen mit den Toiletten. „Mein Sohn studiert an der JGU und besucht die hiesige Bibliothek“, erzählt Leserin Anke. „Der Gestank ist sehr sehr eklig und schlimm. Dort kann man nicht auf die Toilette gehen, ohne dass einer Würgen muss.“

„Durch die Hitze im Sommer verbreitet sich der Geruch in der ganzen Bibliothek.“ - Luca, Student

Während Simone und Anke Mütter von Studenten sind, studiert Luca selbst im zehnten Semester an der JGU. Auch er sagt: „Das Problem mit den stinkenden Toiletten ist hier allgegenwärtig und jedem Studierenden bekannt, hier könnte jeder Einzelne etwas dazu erzählen.“ Er habe schon mit Mitarbeitern der Bibliothek gesprochen. Man habe ihm gesagt, der Gesuch sei baulich verursacht und nicht zu beheben, sondern nur zu reduzieren. „Durch die Hitze im Sommer verbreitet sich der Geruch in der ganzen Bibliothek, was vor allem dadurch gefördert wird, dass es keine Klimaanlage gibt.“

Die Bodeneinläufe seien mehrfach gereinigt worden. „Nachdem auch das nicht so hilfreich war, wurden Sanierungsmaßnahmen in der Bibliothekstoilette unternommen.“ Einzelne Kabinen seien abgesperrt worden. Das war im April. „Seit diesen Sanierungsmaßnahmen stinken die Toiletten nicht mehr so extrem wie vor einigen Wochen, aktuell ist es aushaltbar, wie das in naher Zukunft aussieht, weiß ich leider nicht“, sagt Luca.

Das sagen die Verantwortlichen der JGU

„Grundsätzlich stellen Geruchbelästigungen aus Toilettenanlagen für die Nutzer/innen ein gravierendes Problem dar, das die Universität sehr ernst nimmt“, heißt es in einem Statement der Universität auf Merkurist-Anfrage dazu. In der Vergangenheit habe es in Einzelfällen Geruchsprobleme gegeben. Als Gründe nennt die Uni „akute Störungen, aber auch Sabotageakte, zum Beispiel mit Papier bewusst verstopfte WC’s und Blockierung von Spülungen der Urinale.“ Diese habe man kurzfristig bekämpfen können. „Ein akutes bauliches Problem besteht jedoch nicht.“

Dennoch: Das Haus sei 1992 gebaut worden. „Daher waren in den letzten Jahren regelmäßig größere Reparaturen im Sanitärbereich erforderlich“, so die JGU. Es seien beispielsweise Abflüsse ausgetauscht oder die ursprünglich wasserlosen Urinale gegen Varianten mit automatischer Spülung ausgetauscht worden. „Im Rahmen der Wartung werden diese regelmäßig gereinigt und gespült.“

Der starke Gestank im April habe aber einen anderen Ursprung. „Die Geruchsbelästigungen, die im April zu Beschwerden führten, stammten von einer Baustelle des Studierendenwerkes Mainz in dem Gebäude“, so die JGU. Während der Umbauarbeiten der Cafeteria hätten Abflüsse und der Fettabscheider der Küche offen gelegen, was zu „Geruchsbelästigungen im Gebäude“ geführt hätte.

JGU und Studierendenwerk uneinig

Thomas Kohn-Ade, Sprecher des Studierendenwerks, kann das nicht bestätigen: „Es werden im Rahmen unserer Sanierungsarbeiten schon seit Anfang des Jahres keine Arbeiten an Rohren und Leitungen mehr durchgeführt und der Fettabscheider stand zur fraglichen Zeit im Keller, von wo aus die Abluft über den Fortluftschacht direkt aus dem Gebäude gebracht wird.“ Die Toiletten würden sich außerdem nicht in der Nähe der vom Studierendenwerk genutzten Flächen im ReWi befinden. Auf Rückfrage dazu heißt es von der JGU: „Uns liegen keine weitergehenden oder neuen Informationen in dieser Angelegenheit vor.“

Und was ist mit den von Student Luca angesprochenen Sanierungsarbeiten in den Toilettenanlagen im April? Dafür sei die JGU nicht verantwortlich, heißt es in der Stellungnahme. Man führe lediglich anfallende Reparaturarbeiten durch: „Sanierungsarbeiten wurden und werden aktuell nur durch das Studierendenwerk Mainz durchgeführt.“ Das Studierendenwerk saniert wiederum laut eigenen Aussagen keine Toiletten in den Gebäuden der Universität. Auch hier gibt es auf erneute Nachfrage keine weiteren Informationen von der JGU. Was nun genau für den Geruch im April verantwortlich war und welche Sanierungsarbeiten vorgenommen wurden, bleibt also ein Rätsel. Mitarbeiter der JGU hätten Ende Mai aber keinen Geruch mehr feststellen können und führten seitdem täglich Kontrollgänge durch.

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