Marsico: Ein Laden wie in Italien

Seit mehr als 30 Jahren gibt es den Lebensmittelmarkt „Marsico“ in der Hinteren Bleiche. Mit ihrem Laden möchte die Italienerin Rosaria Marsico ein Stück ihrer Heimat nach Mainz bringen. Wir haben sie besucht.

Marsico: Ein Laden wie in Italien

Öffnet man die Tür zum „Marsico“, strömt einem der Geruch von Schinken, Salami, Käse und Oliven entgegen. Der kleine Laden in der Hinteren Bleiche fällt aber schon durch seine blauen Fliesen an der Außenwand auf. Etwas versteckt hinter der Theke zwischen vielen verschiedenen Pastasorten und Pestogläsern steht Rosaria Marsico. Sie hat sich ihre Heimat Italien nach Mainz geholt.

Ein Stück Italien in Mainz

Dass sie mit ihrem kleinen, italienischen Lebensmittelmarkt glücklich werden könnte, davon hat sie am Anfang noch nichts geahnt. „Wir haben den Laden vor 31 Jahren, im März 1989, von dem Vorgänger übernommen. Davor hatte ich noch nie eine Maschine zum Wurst schneiden bedient. Es war damals ein Sprung ins kalte Wasser“, erzählt Rosaria. In ihrem Laden gibt es alle möglichen italienischen Delikatessen: In der Wurst- und Käsetheke bietet sie unter anderem Parmaschinken, ihre bekannte Mortadella und viele verschiedene Käsesorten an.

„Wir kommen aus Süditalien, aus Kalabrien. Mein Mann und ich sind im Jahr 1978 nach Deutschland gekommen.“ Seit Oktober 1979 lebt Rosaria Marsico mit ihrer Familie in Mainz. In den ersten Jahren arbeitete sie in einer kleinen Firma in Budenheim. Aber sie wusste: Das wird sie auf Dauer nicht glücklich machen. Dennoch hatte sie nicht den Mut, ihre Stelle zu kündigen.

Der Anfang war schwer

Dann ging es der Firma schlechter und Rosaria wurde gekündigt. „Da kam aus dem Unglück das Glück. Ich war dann so wütend, da habe ich zu meinem Mann gesagt, ich will nicht mehr angestellt sein, ich will mich selbstständig machen. Das war aber erst nur so gesagt“, erzählt die Italienerin. Doch dann erfuhr sie: Der aktuelle Inhaber ihres jetzigen Ladens wollte verkaufen. „Meine Familie hat mich dann überzeugt, den Laden zu übernehmen. Dann haben wir einen Kredit aufgenommen.“

„Meine Kunden zum Lachen zu bringen, das macht mich glücklich.“ - Inhaberin Rosaria

Doch auch wenn es jetzt gut läuft - der Anfang war schwer. Die Kosten mussten erstmal gedeckt werden, die Einnahmen stimmten nicht. Ihre Familie wollte, dass sie das Geschäft wieder aufgibt, aber das kam für Rosaria nicht infrage. Sie wollte etwas ändern und sagte sich: „Wir renovieren jetzt alles und machen unseren Laden schön.“ Und das funktionierte: „Seit mehr als 30 Jahren sind wir erfolgreich. In den Jahren bin ich gemeinsam mit meinem Geschäft gewachsen“, sagt sie.

Seitdem versorgt sie ihre Kunden mit Produkten aus der Heimat. Frische Pasta, täglich frisches Brot, verschiedene Pestos - wer ein Produkt aus Italien sucht, der wird bei Rosaria fündig. Ihre Produkte bekommt sie von elf verschiedenen Lieferanten. „Ein Lieferant alleine funktioniert nicht. Ab und zu kommt einer aus Italien, der mir die kalabrischen Produkte bringt.“

Gute Laune verbreiten

Was ihr auch wichtig ist: „Einkaufen muss Spaß machen“, sagt die Inhaberin. Das habe sie aus ihrer Heimat mitgenommen: „Da ging man nicht einfach in einen Laden, sondern zu ‘Francesco’. Es war familiär, es war alles da und es roch toll nach Essen.“ Genau dieses Gefühl wollte sie nach Mainz bringen. „Mein Laden sollte so sein wie in meiner Heimat. Wenn man reinkommt, soll es den bekannten Geruch haben. Ich will sagen können: Oh, riecht das gut“, schwärmt Rosaria. Deshalb ist ihre Theke auch unordentlich. Sie will, dass ihre Kunden suchen und das finden, was sie in dem Moment anlacht. „Ich möchte dem Kunden das Gefühl geben, dass er reinkommt und es sich hier wie Familie anfühlt. Das ist mein Ziel.“

Ihre Kunden sind hauptsächlich Stammkunden: „Bei vielen weiß ich schon, was sie zum Beispiel auf ihrem Panino haben möchten. Aber wir haben kaum Laufkundschaft und sind deshalb auf die Empfehlung unserer Kunden angewiesen. Wenn jemand zufrieden ist, dann gibt er das weiter. Das ist die beste Werbung für uns.“

Eins sei ihr dabei besonders wichtig - authentisch sein. „Ich bin immer gut gelaunt und kann mich da nicht verstellen, auch wenn ein Kunde vielleicht mit schlechter Laune zu mir kommt. Jeder hat Probleme, aber Lachen hilft unheimlich. Meine Kunden zum Lachen zu bringen, das macht mich glücklich.“ (df)

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