Warum die Stadt den invasiven Götterbaum in Mainzer Parks duldet

Einst als Parkbaum in Mainz geschätzt, breitet sich der asiatische Götterbaum rasant aus. Wie die Stadt mit der invasiven Art umgeht und welche weiteren invasiven Arten sie bekämpft.

Warum die Stadt den invasiven Götterbaum in Mainzer Parks duldet

Klimawandel, weltweite Warenströme und zunehmender Tourismus tragen dazu bei, dass immer mehr Tier- und Pflanzenarten in Regionen gelangen, in denen sie ursprünglich nicht heimisch sind. Auch in Rheinland-Pfalz sind solche sogenannten invasiven Arten inzwischen zu finden. Einige von ihnen können sich besonders stark ausbreiten und dabei heimische Pflanzen- und Tierarten verdrängen(wir berichteten).

Als invasiv werden dabei Arten bezeichnet, die in einem neuen Lebensraum günstige Bedingungen vorfinden, sich dort stark vermehren und dadurch die heimische Flora und Fauna beeinträchtigen können. Zuletzt hatte beispielsweise die Stadt Ingelheim darauf hingewiesen, dass sich in ihrem Gebiet der sogenannte Götterbaum ausbreitet (wir berichteten). Doch wie sieht es in Mainz mit dem Götterbaum aus?

Tolerieren und bekämpfen

In Mainz wurde der Götterbaum, der ursprünglich aus Ostasien stammt, stattdessen gezielt in städtischen Grün- und Parkanlagen gepflanzt. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, schätzte man ihn als robusten und schattenspendenden Baum, der Hitze, Kälte und sogar Streusalz standhält. Doch die extremen Dürrejahre von 2018 bis 2022 hätten gezeigt, dass die Art ein „Gewinner des Klimawandels“ ist, so die Stadt. Durch die Trockenheit vermehrte sich der Baum plötzlich stark.

Obwohl eine EU-Verordnung den Götterbaum als invasive Art einstuft, gebe es keine generelle Handlungspflicht, so die Stadt. Da eine Zurückdrängung „extrem schwierig“ sei und der Baum bereits stadt- und bundesweit verbreitet ist, entschied sich die Stadt Mainz für eine zweigeteilte Strategie. In den öffentlichen Grünanlagen wird die Art toleriert. „An ungeeigneten Standorten in den Grünflächen werden Rückschnitte oder Entfernung mit langjährigen Nacharbeiten durchgeführt“, heißt es von Seiten der Stadt. In naturschutzrechtlich festgesetzten Gebieten werde der Götterbaum hingegen konsequent bekämpft.

Weitere invasive Pflanzen im Visier

Der Götterbaum ist dabei nicht die einzige problematische Pflanze in der Stadt. Laut der Verwaltung werden im Mainzer Stadtgebiet zum Teil seit Jahrzehnten weitere invasive Arten bekämpft. Dazu zählen Herkulesstaude, Japanischer Schling- und Staudenknöterich, Robinie, Orientalisches Zackenschötchen, Kanadische Goldrute, Seidenpflanze, Indisches Springkraut und die Mahoni.