Warum Julianna Townsend lieber in Mainz bleibt

Im letzten Jahr belegte Julianna Townsend den zweiten Platz bei „Germany's Next Topmodel“. Jetzt will sie mit ihrer ersten Single durchstarten. Wir haben sie zum Interview getroffen.

Warum Julianna Townsend lieber in Mainz bleibt

Berlin, Hamburg, Barcelona – Julianna Townsend kommt viel rum. Ob als Model auf der Berliner „Fashion Week“, als Schauspielerin im Musikvideo des Rappers „Badchieff“ oder als Sängerin. Mitte Juni veröffentlichte die Zweitplatzierte der Castingshow „Germany’s Next Topmodel“ (GNTM) von 2018 ihre erste eigene Single „Sunday Blues“. Trotz des Ruhms ist für die 21-Jährige, die in Klein-Winternheim aufgewachsen ist, aber eins klar: Ihre Heimat verlassen will sie nicht. Merkurist hat Julianna zum Interview getroffen.

Hallo Julianna, Deine Single „Sunday Blues“ ist Mitte Juni rausgekommen. Bist Du zufrieden mit der Resonanz, die Du erhalten hast?

Ja, ich bin total zufrieden – vor allem, weil es meine erste Single ist. Ich glaube, die Leute haben mich eher mit GNTM identifiziert und gar nicht gewusst, dass ich auch singe. Der Song geht nicht in die Pop-Richtung und spricht weniger den Mainstream an, aber für mich ist es schon ein großer Erfolg gewesen.

Wie bist Du auf den Titel und den Text gekommen?

Ich war mit dem Produzenten Shuko im Studio, der übrigens auch aus Mainz kommt. Er hat mir das Instrumental gezeigt und wir haben überlegt: An was denken wir, wenn wir den Song hören? Da fiel uns direkt ein chilliger Sonntag ein, man ist entspannt, fühlt sich wohl. Dann sind auch schon relativ schnell ein paar Zeilen entstanden.

War sofort klar, dass Ihr den Song auf Englisch aufnehmt?

Für mich war sofort klar, dass es ein englischer Song sein muss. Nicht, weil ich die deutsche Sprache nicht mag, aber einfach um diesen Vibe rüberzubringen. Ich finde, Englisch passt schon ganz gut und so möchte ich auch weitermachen. Bei einem Feature könnte ich mir auch vorstellen, auf Deutsch zu singen, sonst sehe ich mich da nicht unbedingt.

„Am wohlsten fühle ich mich mit Jazz, Soul und R ‘n ‘ B – dazu passt auch meine Stimme am besten.“ - Julianna Townsend

Dein erster Song ging in die Richtung R ’n’ B/Soul. Mit deinen Coverbands spielst Du alle möglichen Genres. Wo siehst Du Deine eigene Zukunft?

Mit den Coverbands macht es mir schon super viel Spaß, deshalb mache ich das auf jeden Fall erst mal weiter. Ich kann dort viel dazu lernen, treffe immer wieder neue Leute, neue Musiker, die auch eigene Sachen machen. Man lernt, wie man auf der Bühne steht und sammelt Erfahrung. Jetzt sofort einen Cut zu machen, würde ich auch nicht wollen. Aber: Am wohlsten fühle ich mich mit Jazz, Soul und R ‘n ‘ B – dazu passt auch meine Stimme am besten.

Was ist das nächste Ziel? Ein eigenes Album?

Ja, ein eigenes Album oder eine EP – das ist auf jeden Fall das nächste Ziel. Wir arbeiten schon daran und hoffen, dass dann auch ordentlich Songs zusammenkommen. Einen Zeitplan gibt es zwar noch nicht, dafür aber schon einige fertige Songs.

Zuletzt konnte man Dich auch in einem Musikvideo des Rappers „Badchieff“ sehen, der bei Cros Label unter Vertrag ist. Wie hat Dir der Job gefallen und könntest Du Dir in Zukunft so etwas öfter vorstellen?

Das kam eigentlich durch Cro zustande. Mit ihm war ich auch schon mal im Studio. Wir haben uns angefreundet. Dadurch habe ich auch Chieff kennengelernt. Er ist ein Newcomer und ich möchte ihn unterstützen. Wir sind nach Barcelona geflogen und haben das Video gedreht. Das war ganz cool, weil man einfach viel von Barcelona sehen konnte. Ein bisschen schwierig war der Dreh dennoch, weil wir ein Liebespaar gespielt haben – und er natürlich nicht mein Freund ist. Aber beim Modeln gehört das ja auch dazu. Man denkt einfach nur daran, dass es ein Job ist.

Wäre Schauspielerei denn grundsätzlich eine Option für Dich?

Ich habe ehrlich gesagt noch nie so richtig geschauspielert, bisher nur mal in Musicals mitgespielt und bei ein paar Workshops mitgemacht. Aber wenn mir jemand eine Rolle anbieten würde, die zu mir passt – warum nicht? Bei GNTM mussten wir ja auch öfter schauspielern und in bestimmte Rollen schlüpfen. Wenn es zum Beispiel heißt „Sei eine Diva!“, dann musst du dich da auch hineinversetzen. Aber mit Text ist das natürlich nochmal was anderes.

Zurück zum Thema Feature: Mit wem könntest Du Dir denn vorstellen, ein gemeinsames Lied aufzunehmen?

Da bin ich eigentlich ganz offen. Cro fände ich wirklich cool, weil ich mit ihm auch schon mal im Studio war.

Wir hätten noch ein paar andere Vorschläge: Mit wem von den Dreien würdest Du am ehesten mal zusammenarbeiten? Mit Lena Meyer-Landrut, mit dem Rapper Farid Bang oder mit dem Mainzer Fastnachtssänger Thomas Neger?

(lacht) Da würde ich schon die Lena nehmen. Aber zusammen mit Thomas Neger – das wäre natürlich auch eine besondere Kombi!

Mittlerweile bist du für viele Mädchen ein großes Vorbild. Wer war Dein Idol?

Beyoncé fand ich schon immer toll. Auch Rihanna, Lauryn Hill und Joss Stone gehören auf jeden Fall dazu. Im Modelbereich find ich die ganzen Victoria-Secret-Girls toll. Aber auch Cara Delevingne, weil sie nicht dieses typische Model ist. Sie ist total authentisch und das finde ich mega gut. Ich würde sie sehr gerne mal treffen und mit ihr reden.

Ich mag Mainz einfach, weil es so gechillt ist. Es gibt hier so ein cooles „Zuhause- Gefühl“. - Julianna Townsend

Du hast mal gesagt, dass Du auch in Zukunft in Mainz wohnen möchtest. Hat sich das trotz Jetset-Life nicht geändert?

Wir wohnen ja gerade mitten in Mainz und fühlen uns total wohl. Man kommt hier eigentlich immer gut von A nach B, auch weil wir nicht weit weg vom Hauptbahnhof wohnen. Die Anbindung ist super und vom Flughafen ist es auch nicht weit weg. Mir haben zwar viele Leute gesagt: „Zieh am besten schnell nach Berlin.“ Aber irgendwie habe ich es ja auch von Mainz aus geschafft. Ich musste nicht wirklich weit fahren, um meine erste Single aufzunehmen. Hier in Mainz gibt es auch viele Leute, die Talent haben und die erfolgreich sind.

Was macht Mainz für Dich besonders?

Ich mag Mainz einfach, weil es so gechillt ist. Es gibt hier so ein cooles „Zuhause- Gefühl“. Mainz ist nicht zu groß, man kann hier überall hinlaufen, wenn man mitten in der Stadt wohnt. Es ist einfach entspannt hier. Berlin wäre mir zu groß.

Gibt es Ecken in Mainz, die Du besonders magst?

Ich liebe es, am Rhein entlang zu laufen. Toll finde ich auch die Altstadt und die Kupferbergterrassen. Man unterschätzt das manchmal, es gibt wirklich viele schöne Ecken. Auch die Gaustraße ist einfach mega süß. Man will hier einfach sein.

Das Interview führten Jonathan Bartels und Ralf Keinath. (df)

Logo