05-Trainer Achim Beierlorzer: „Ich habe alle Asterix-Comics zu Hause“

Der Mainz-05-Trainer spricht im Merkurist-Interview über seine Asterix-Leidenschaft und seine erste Fastnachtssitzung.

05-Trainer Achim Beierlorzer: „Ich habe alle Asterix-Comics zu Hause“

Im ersten Teil des Merkurist-Interviews mit Achim Beierlorzer (52) ging es unter anderem um das Verhältnis des Bundesliga-Trainers zum FC Bayern München und seinen Start bei Mainz 05. Warum er alle Asterix-Hefte zu Hause hat und wie er sich in Mainz eingelebt hat, verrät Beierlorzer im zweiten Teil.

Sie sind seit November in Mainz, mussten vor Weihnachten aber wahrscheinlich viel mit der Mannschaft arbeiten. Konnten Sie die Stadt schon ein wenig erkunden?

Ein bisschen schon: Ich war zum Beispiel schon auf dem Weihnachtsmarkt oder im Kurfürstlichen Schloss auf der 05er-Fastnachtssitzung vor einigen Tagen. Wenn meine Frau da ist, dann gehen wir auch mal zusammen spazieren, zum Beispiel am Rhein oder durch die Innenstadt. Eine eigene Wohnung ist ein wichtiger Schritt, um anzukommen. Seit vergangenem Dienstag habe ich in meiner Mietwohnung sogar eine Küche - jetzt bin ich endgültig eingerichtet. Ich habe aber hier viel Arbeit und bin an freien Tagen auch gerne bei meiner Familie in der Nähe von Nürnberg. Das, was ich kennengelernt habe, hat mir sehr gut gefallen.

In einem SWR-Interview haben Sie sinngemäß gesagt, dass Sie gerne auch mal ein Glas Wein trinken. Haben Sie in Mainz schon eine gute Anlaufstelle dafür gefunden?

Nein, noch nicht (lacht). Aber ich lasse den Abend gerne nach einem schönen Gespräch mit meiner Frau bei einem Glas Rotwein ausklingen.

Die Mainzer Lebensart konnten Sie in der vergangenen Woche bei der 05er-Fastnachtssitzung kennenlernen. Wie war Ihr Eindruck von der Veranstaltung?

Die Fastnacht ist etwas ganz Besonderes, ein Kulturgut, das Mainz auch ausmacht. Sich selbst als Karnevalsverein zu bezeichnen und das auch zu leben - das finde ich gut. Auch die Beiträge haben mir sehr gut gefallen.

Ist es Ihnen schwer gefallen, den Beiträgen inhaltlich zu folgen? Schließlich sind Sie wahrscheinlich nicht mit allen lokalen Themen vertraut. Dazu der noch ungewohnte Dialekt.

Sprachlich ist das für mich überhaupt kein Problem. Ich habe selbst einen fränkischen Einschlag, insofern fällt es mir leicht, andere Dialekte zu verstehen. Außer natürlich, es geht in einen komplett unverständlichen Modus über. Es gibt immer Extremformen eines Dialekts, auch in meiner fränkischen Heimat. Da denkt man auch manchmal: Was ist das jetzt eigentlich für eine Sprache? (lacht) Inhaltlich ist es manchmal schwierig, das stimmt, zum Beispiel wenn es um Lokalpolitik oder die gesperrten Brücken geht. Als relativer Neuling im Rhein-Main-Gebiet muss man da manchmal beim einen oder anderen nachfragen und sich auf die Sprünge helfen lassen.

Haben Sie Blut geleckt und planen nun, weitere Sitzungen zu besuchen?

Mein Team und ich haben natürlich eine andere Kernaufgabe (lacht). Das beschäftigt mich sehr intensiv, das muss ich klar so sagen. Abends bin ich also auch mal ganz froh, wenn ich zur Ruhe kommen kann.

Beim Rosenmontagszug Ende Februar wird man Sie und die Mannschaft von Mainz 05 auf einem Motivwagen sehen. Haben Sie sich schon erkundigt, wie man sich so als Teil des Zuges fühlt?

Ja, da habe ich mich schon erkundigt. Ich habe nur völlig begeisterte Rückmeldungen erhalten. Alle haben mir gesagt, dass man so etwas mal erlebt haben muss. Ich freue mich schon sehr darauf.

Sie haben sich bei der 05er-Sitzung als Caesar verkleidet. Wie kamen Sie auf dieses Kostüm?

Wir haben zusammen in der Trainer- und Betreuer-Gruppe überlegt und kamen auf das gallische Dorf. Das Problem war, dass es eigentlich nicht genügend Gallier-Charaktere gibt. Also mussten wir auf die Römer erweitern. Ich bin dann als Caesar gegangen, meine Frau als Cleopatra - das hat gut gepasst. Ich bin da übrigens Spezialist, denn ich habe alle Asterix-Comics zu Hause. Ich war auf einem humanistischen Gymnasium, habe Latein und Altgriechisch gelernt - da war „Asterix und Obelix“ Pflichtlektüre. Manchmal haben wir die Hefte in der Schule sogar auf Lateinisch gelesen und anschließend übersetzt.

Mit welcher Figur aus den Asterix-Comics können Sie sich am besten identifizieren?

Das ist schwer: Ich bin kein Miraculix. Eigentlich auch kein Caesar - ich sehe mich im übertragenen Sinne nicht als Feldherr, der durch die Welt zieht und alles erobert. Für Asterix bin ich nicht klein genug, für Obelix fehlt es mir an Umfang. Ich mag aber die Art und Weise, wie die Geschichten in den Asterix-Heften erzählt werden und mir gefällt das Dorf der unbeugsamen Gallier. Hier lässt sich auch ein guter Bogen zu Mainz 05 spannen. Wir wehren uns dagegen, aus der Liga rausgedrängt zu werden. Wir wollen weiterhin unbeugsam sein und in der Bundesliga bleiben.

Vielen Dank für das Gespräch, Achim Beierlorzer.

Das Interview führten Ralf Keinath und Peter Kroh. Fotos: Denise Frommeyer. (rk/df)

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