Seriöser Job statt Trash-TV: Was das Mainzer Model Anastasiya jetzt plant

Trash-TV-Star, Playboy-Bunny und Model: Bisher kennen viele die Mainzerin Anastasiya Avilova nur in diesen Rollen. Im Interview mit Merkurist zeigt die 32-Jährige aber noch eine ganz andere Seite und verrät, wie sie ihre berufliche Zukunft plant.

Seriöser Job statt Trash-TV: Was das Mainzer Model Anastasiya jetzt plant

Zwölf Tage Kakerlaken, Schlangen, Würmer und abgeschottet in Australien - nach ihrer Teilnahme am „Dschungelcamp“ 2020 war die Mainzerin Anastasiya Avilova endgültig deutschlandweit bekannt. In ihrer Karriere hat die 32-Jährige, die auch schon „Miss Venus“ und im „Playboy“ war, viel erlebt - nicht nur Positives. Ihre Zukunft sieht die Mainzerin allerdings nicht unbedingt im Reality-TV: Anastasiya hat noch ganz andere Pläne. Welche das sind, was sie in ihrer Trash-TV-Zeit gelernt hat und wie sie unter anderem zu Schönheits-OPs steht, verrät sie im Merkurist-Interview.

Merkurist: Anastasiya, Du kommst ursprünglich aus der Ukraine. Wie bist Du denn ausgerechnet nach Mainz gekommen?

Anastasiya Avilova: Ich war in Deutschland schon in vielen Städten – teilweise beruflich und manchmal aus privaten Gründen. Und nachdem ich in Aschaffenburg meinen letzten Angestelltenjob und auch meine Wohnung gekündigt habe, habe ich keine neue gefunden. Dann wurde der Umkreis immer größer und größer und so kam ich dann nach Mainz. Also es ist somit keine romantische Story.

Hast Du die Stadt inzwischen schon kennen und auch lieben gelernt?

Mainz habe ich tatsächlich erst dieses Jahr kennengelernt, weil ich davor immer in Frankfurt unterwegs war. Aber mittlerweile brauche ich kein Frankfurt mehr, weil Mainz wirklich so schön ist. Hier hat man alles, wenn man weiß, wo man suchen muss. Einen Lieblingsort habe ich nicht unbedingt. Aber ich finde den Volkspark sehr schön. Da gibt es sogar Papageien und einiges zu entdecken. Auch die Strecke vom Schillerplatz bis zum Markt finde ich super schön. Sonst bin ich auch sehr gerne am Rhein, da hat man eine tolle Aussicht.

Hast du ein Lieblingslokal oder -café?

Mit meinen besten Freunden bin ich tatsächlich immer im „Alex“. Beim „Hilton“ gibt es auch eine sehr gute Küche und die besten Pommes.

Wie bist du eigentlich zum Fernsehen beziehungsweise zum Reality-TV gekommen?

Das war Zufall. Als ich 2010 mit dem Modeln angefangen habe, wurde ich in verschiedenen Casting-Karteien angemeldet. Dadurch kommt man in verschiedene Ausschreibungen, und so habe ich damals auch eine für eine TV-Show („Catch the Millionaire“) bekommen. Die habe ich dann ausgefüllt, weil ich immer irgendwie schon einmal ins Rampenlicht wollte. Modeln hatte mir eigentlich schon gereicht, um diese Bestätigung zu bekommen. Aber irgendwie wollte ich auch einmal ein bisschen Abenteuer und war neugierig, so etwas auszuprobieren.

„Man wächst da raus, und ich fühle mich mittlerweile zu reif und zu erwachsen für so ein Format.“ - Anastasiya Avilova

Aber danach habe ich ein paar Jahre Pause gemacht und habe sogar meine Social-Media-Kanäle gelöscht. Da war es dann ganz still um mich. Plötzlich bekam ich wieder so eine Ausschreibung - diesmal für „Temptation Island“. Die Show war eine tolle Erfahrung. Aber ich weiß nicht, ob ich es wieder mache würde. Man wächst da raus, und ich fühle mich mittlerweile zu reif und zu erwachsen für so ein Format. Aber ich bereue es auch nicht.

Nach „Temptation Island“ ging es ziemlich heftig zu. Dabei bist Du auch ganz stark beleidigt worden.

Beim Dreh war alles super und entspannt. Nachher beim Gucken der Sendung im Fernsehen war ich dann entsetzt. Da hört man natürlich, was andere über einen reden und alles, was so getuschelt wird. Wenn man aber in so ein Format geht, muss man damit rechnen, dass das alles passieren kann. Das war mir aber zu asozial, aber jeder hat seine eigene Art.

Endgültig deutschlandweit bekannt wurdest Du durch Deine Teilnahme am „Dschungelcamp“. Wie war das für Dich?

Ich wurde angefragt, ob ich Lust habe, bei „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ mitzumachen. Die suchen da jedes Jahr nach verschiedenen Typen, und ich vermute, ich war für die Modelquote vorgesehen. Aber ich habe mich ganz anders verhalten, als die Macher es erwartet haben. Ich wollte dort von Anfang an einfach ganz normal sein. Wahrscheinlich wurde von mir erwartet, dass ich dort ständig nackt rumrenne.

Hattest Du also das Gefühl, dass das Produktionsteam versucht, Dich so zu beeinflussen, dass Du ein bestimmtes Klischee erfüllst?

Es wird schon versucht, einen in so eine Ecke zu drängen. Aber das habe ich nicht mit mir machen lassen, ich entscheide für mich selbst. Es ist so, dass jeder so sein eigenes Image hat, aber ich fühlte mich nicht in dieser Rolle. Ich war stolz, mehrmals Playmate gewesen zu sein, aber das war auch schon ein bisschen länger her. Irgendwann wächst man da wieder raus und möchte etwas anderes machen. Ich finde die Leute sollten auch wissen, dass man nicht draußen in einem Outfit aus dem Sexshop rumläuft, nur weil man sich mal für den „Playboy“ ausgezogen hat. Ich finde auch, im „Playboy“ zu sein, ist an sich sehr feministisch, weil man macht, was man möchte. Man sollte diese Frauen auch nicht als Spielzeug betrachten.

Zuletzt warst Du beim „Promiboxen“ zu sehen. Warst Du überrascht, dass Du den Boxkampf gewonnen hast?

Ich wollte beim „Promiboxen“ auf jeden Fall als Siegerin aus dem Ring gehen und habe hart dafür gearbeitet. Aber natürlich hat man Angst, dass man nicht gewinnt. Im Sport ist alles möglich, deswegen habe ich mich schon sehr gefreut. Aber ein bisschen habe ich auch damit gerechnet, weil ich sehr hart trainiert habe.

Du hast nach dem Event gesagt, Du könntest dir vorstellen, Boxen als Sport weiterhin zu betreiben?

Mein Trainer hat mich mehrmals gefragt und wartet immer noch auf die endgültige Antwort. Er möchte, dass ich einen richtigen Kampf mache. Irgendwie habe ich da auch Lust drauf. „Promiboxen“ ist zwar ein richtiger Kampf, aber auch ein bisschen Kindergarten, weil es so verkürzt ist. Es waren nur vier kurze Runden. Da bin ich gerade erst warm geworden. Ein echter Kampf wäre schon eine Herausforderung, aber ich weiß nicht, ob ich die Zeit dafür habe, weil die Vorbereitung sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Ich könnte mir aber vorstellen, einmal in der Woche fest zu trainieren, weil es mir als Sport sehr gut gefallen hat.

Also wäre ein Wechsel vom Model-Business zum Boxen eine Option für Dich?

Nein, überhaupt nicht. Ich habe auch andere Projekte, die meine Aufmerksamkeit brauchen. Deswegen wäre das schwer.

Was sind das denn für Projekte?

Ich arbeite daran, ein professioneller Coach für Frauen zu werden. Ich lerne gerade Personal Coaching und psychologische Beratung. Ich versuche, mir in diesem Bereich etwas online aufzubauen. Technisch ist das nicht immer alles einfach umzusetzen, aber ich arbeite daran. Wenige wissen, dass ich auch andere Hobbys und Jobs habe. Ich habe während des Lockdowns auch einen Meditations-Trainerschein gemacht mit Hilfe von Onlinekursen. Und so etwas möchte ich auch weiterhin machen.

Würdest du sagen, dass Du in Deiner alten Heimat Ukraine bekannter bist als hier?

In der Ukraine war ich ein paar Mal auf den Covern von Zeitschriften und habe auch mal Interviews gegeben. Das hat mich sehr stolz gemacht. Aber ich werde in der Ukraine von den Leuten dort nicht darauf angesprochen. Aus dem Showbusiness in der Ukraine bin ich mittlerweile aber ausgestiegen, weil es nicht so viel Spaß macht. Da ist auch vieles sehr korrupt. Außerdem möchte ich generell mehr in die seriöse Richtung gehen.

Wie stehst Du als Frau dazu, Dich selbst zu optimieren? Also bist Du mit deinem Körper zufrieden oder würdest Du beziehungsweise hast Du etwas machen lassen?

Also ich finde, man kann an seinem Körper immer etwas machen lassen. Aber ich bin grundsätzlich happy mit allem. Mittlerweile zeige ich mich in Instagram-Storys auch öfter so, wie ich wirklich bin, und benutze kein Photoshop. Denn warum sollte man sich für sich selbst schämen? Aber ja, irgendetwas optimieren, geht immer. Ich habe zum Beispiel meine Zähne schon mal machen lassen. Über weitere OPs denke ich momentan nicht nach, aber wer weiß, was die Zukunft bringt.

Vielen Dank für das Gespräch, Anastasiya!

Das Interview führten Michelle Oesterheld und Michael Meister. (mo/mm/df)

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