Ortsvorsteher Kanka: „Mombach hat die längste Theke der Welt“

Mombach ist der nördlichste Stadtteil von Mainz und ist dank der Fastnachtssitzung der Bohnebeitel deutschlandweit bekannt. Doch in Mainz hat der Stadtteil nicht das beste Image - zu Unrecht, wie Ortsvorsteher Christian Kanka im Interview sagt.

Ortsvorsteher Kanka: „Mombach hat die längste Theke der Welt“

Den Stadtteil Mombach verbinden viele Mainzer mit rauchenden Fabriken und sozialen Problemen. Doch der Stadtteil hat mehr zu bieten - das sagt Ortsvorsteher Christian Kanka (SPD). Er wurde in diesem Frühjahr zum Nachfolger der langjährigen Ortsvorsteherin Eleonore Lossen-Geißler (SPD) gewählt. Im Interview erzählt der 27-jährige Kanka, warum Mombach einen viel besseren Ruf verdient.

Merkurist: Herr Kanka, was muss man in Mombach unbedingt gesehen haben?

Kanka: Alles (lacht). Fangen wir im Ortskern an, mit dem Markt am Donnerstag. Man spürt schon um 11 Uhr vormittags die Lebensfreude mit einem Glas Wein oder Schoppen in der Hand – oder einem Mettbrötchen von Peter Walz, dem Metzger aus Mombach. Nachmittags geht es ins Naturschutzgebiet, eines der größten und schönsten der ganzen Region. Von da aus kann man zum Rhein gehen. Mombach hat wirklich schöne Seiten, es gibt nicht nur Industrie, es gibt auch viel Grün.

Was mögen Sie noch an Ihrem Stadtteil?

Ich liebe das Herzliche, das Dörfliche. Wir haben prozentual gesehen den höchsten Ausländeranteil, aber es passt trotzdem zusammen. Es gibt keine großen Konflikte. Früher waren noch die Hauptstraße und der Westring Kriminalitätsschwerpunkte, aber das ist jetzt nicht mehr der Fall. Ich empfinde Mombach als sicher. Aber natürlich gibt es auch Probleme.

Welche Probleme gibt es denn?

In Mombach haben wir zum Beispiel ein Parkplatzproblem, deshalb gibt es viele Wildparker. Außerdem halten sich nicht alle Autofahrer an die Tempolimits im Ort – das ist wiederum gefährlich vor allem für Kinder. Die Stadt stellt deswegen immer wieder Blitzer auf. Im Grunde kann man da nur an jeden Einzelnen appellieren. In der umgebauten Hauptstraße gibt es jetzt breitere Gehwege und auch abschnittsweise ein Tempolimit von 20 – wir hoffen, dass es etwas bringt.

Sie haben Ihre virtuelle Mombach-Tour eben schon am Nachmittag beendet. Ist abends nichts los?

Im Gegenteil. Wir haben in Mombach die „längste Theke der Welt“ (lacht). Die Tour fängt bei Sladja an der Hochbrücke an und geht im Ortskern weiter: Zum Körner Eck, Bistro Tornado, Zur Quellwiese, Bistro M&S – um nur einige zu nennen. Zum Tanzen gibt es natürlich weniger. Aber das Imperial und der Bellini Club liegen direkt hinter der Stadtteilgrenze. Und natürlich gibt es die Veranstaltungen in der Halle 45, die zu Mombach gehört.

Mombach hat ja eher ein eher schlechteres Image: Was wollen Sie dagegen tun?

Man muss einfach die positiven Dinge betonen. Dafür sind auch Feste gut, wie das Rheinuferfest im August oder die Schoppe Lounge. Letzte Woche kamen hier etwa 200 Menschen nach Mombach, viele von ihnen aus den benachbarten Stadtteilen.

Beschreiben Sie Mombach bitte mit drei Worten.

Liebenswert, naturnah, offen.

Herr Kanka, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führten Peter Kroh und Ralf Keinath. (pk)

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