Mainzer OB Haase sicher: „Wir sind der Angstgegner von Bayern München“

Mainz 05 spielt eine ereignisreiche Saison. Nach spannenden Europapokal-Abenden wartet nun der FC Bayern. OB Nino Haase attestiert dem Verein, eine „verrückte Entwicklung“ durchgemacht zu haben und traut dem FSV gegen den Rekordmeister einiges zu.

Mainzer OB Haase sicher: „Wir sind der Angstgegner von Bayern München“

Mainz 05 hat eine „außergewöhnliche Saison“ hinter sich. Das sagt Oberbürgermeister Nino Haase im Gespräch mit Merkurist. Im Interview äußert er sich nun zur bisherigen Saison der 05er und würdigt dabei die internationalen Auftritte des FSV. Gleichzeitig glaubt der OB, dass die Mainzer im Spiel gegen den alten und neuen Meister Bayern München am Samstagnachmittag gute Chancen haben, das Spiel positiv zu gestalten.

Merkurist: Herr Haase, Mainz 05 hat eine durchaus erfolgreiche Saison gespielt. Der Klassenerhalt sollte gelingen und international lieferten die 05er viele überragende Spiele. Wie bewerten Sie die aktuelle Saison des FSV?

Nino Haase: Es war eine außergewöhnliche Saison, das muss man schon sagen. Ich denke, der Klassenerhalt ist mathematisch eigentlich so gut wie sicher. Der Verein hat sich weitestgehend der Abstiegssorgen entledigt und dazu hatten wir viele internationale Nächte. An die haben wir gerade angefangen, uns zu gewöhnen – aber dann war es leider gegen Straßburg doch vorbei. Dennoch hat die Mannschaft wieder mal eine verrückte Entwicklung durchgemacht.

Es ist mittlerweile schon fast Usus bei Mainz 05: Auf eine schwache Hinrunde folgt eine starke Rückrunde. Aber das ist ja etwas, was wir jetzt in den letzten Jahren häufiger gesehen haben. Das macht Spaß, aber natürlich wünscht man sich, das Niveau, was man da in der Rückrunde oft hat, über die Sommerpause retten zu können. Aber ich glaube, da baut man schon peu a peu jetzt ein höheres Grundniveau auf, von dem man sich weiter nach vorne bewegt.

Wir haben beim Rückspiel in Straßburg eines gesehen: Auch Auftritte auf internationaler Bühne brauchen eine gewisse „Klub-Erfahrung“. Ein ganzer Verein muss diese Erfahrung sammeln, wenn es um diese besonderen Spiele geht. Leider stand die Mannschaft gegen Straßburg völlig neben sich. Man merkte schon, dass es ein ganz spezielles Spiel war. Genauer gesagt, ein Spiel, bei dem man was gewinnen kann und nicht, bei dem ich darum spiele, etwas nicht zu verlieren. Und das muss man erst einmal „üben“. Und das Spiel gegen Straßburg war in meinen Augen fast das erste dieser Art. Ich bin überzeugt davon, dass in der Zukunft noch viele solche Spiele kommen werden, an denen der Club auch wachsen wird.

Was sollten jetzt die kurzfristigen Ziele von Mainz 05 sein – auch mit Blick auf die neue Saison?

Ich glaube, es ist immer falsch, nur kurzfristig in Ergebnissen zu denken. Egal, ob es im Sport ist oder in der Politik, du musst in Prozessen denken. Du musst dir klarmachen: Was ist unser Ziel, wie wollen wir spielen, wie wollen wir unsere Spieler darauf vorbereiten, wie wollen wir sie trainieren? Und dann wird das richtige Ergebnis schon mit der Zeit kommen. Ich finde, dass der Verein auch von seiner ganzen Aufstellung her es verdient hat, relativ früh in der Saison nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu haben. Ich glaube, das ist schon das Niveau, das 05 jetzt auch wirklich für die Bundesliga hatZudem hat der Verein mit den Trainingsstätten, dem Stadion und mit dem Nachwuchsleistungszentrum sowie mit den neuen Bauten am Bruchweg Beeindruckendes geschaffen. Deshalb glaube ich, dass die 05er es in den nächsten Jahren schaffen können, das Thema Abstieg schnell hinter sich zu lassen und in einem guten Jahr auch mal international dabei zu sein.

Jetzt kommen am Samstag die Bayern. Mainz war im Dezember 2024 die letzte Mannschaft, bei der die Bayern ein Auswärtsspiel verloren haben. Was macht Sie denn zuversichtlich, dass dies vielleicht am Samstag wieder der Fall sein könnte?

Es ist mittlerweile hochoffiziell: Mainz 05 ist der Angstgegner von Bayern München. Das kann man gar nicht anders benennen. Ich weiß nicht, ob es tatsächlich statistisch stimmt, aber wir sind auf jeden Fall einer der Angstgegner. Insofern rechne ich mir schon was aus. Ich vermute, dass die Bayern nach der Meisterschaft und vor dem Champions-League-Kracher gegen Paris vielleicht den einen oder anderen Spieler schonen. Aber es ist auf jeden Fall eine Konstellation, die für viele Überraschungen gut ist. Deswegen ist es ein hochinteressantes Spiel, und ich freue mich sehr darauf, dieses dann auch am Samstag im Stadion anschauen zu können.