Dennis aus Hürth: „Ich hab' als Kind immer Meenzer Fassenacht gespielt“

In Produktionen wie „Switch reloaded“ und „Binge reloaded“ parodiert Martin Klempnow viele Prominente. Als „Dennis aus Hürth“ hat der Komiker sogar seine eigene Radioshow. Nun kommt Klempnow nach Mainz. Schon als Kind hat ihn die Stadt geprägt.

Dennis aus Hürth: „Ich hab' als Kind immer Meenzer Fassenacht gespielt“

Die meisten Comedy-Fans dürften ihn als „Dennis aus Hürth“ kennen. Doch Komiker Martin Klempnow ist unter anderem auch für viele andere Parodien, wie zum Beispiel von Robert Geiss und Tim Mälzer in „Binge Reloaded“ bekannt. Am kommenden Donnerstag (10. November) tritt der Kölner im KUZ auf. Welche spezielle Verbindung er zu Mainz hat, welche Kollegen er besonders schätzt und was die Fans bei seinem Auftritt in Mainz erwartet, das verrät Klempnow im Interview mit Merkurist.

Merkurist: Herr Klempnow, Sie sind bei vielen Comedy-Fans vor allem für Ihre Rolle des „Dennis aus Hürth“ bekannt. Würden Sie sagen, dass das tatsächlich Ihre bekannteste Figur ist?

Klempnow: Aus meiner Sicht ist es jedenfalls schon einmal die sympathischste Figur. Die Rolle habe ich selbst erfunden und auch die Texte immer selbst geschrieben. Eigentlich rede ich nie über die Rolle, deswegen ist das gerade hier eine echte Premiere. Denn eigentlich mache ich das Interview immer gleich selbst als Dennis, weil ich bemüht bin, dass sich die Leute ihr eigenes Bild machen. Grundsätzlich versucht Dennis immer, sehr sympathisch zu sein, er ist so der Kumpel von nebenan. Er ist zwar bei der Arbeit etwas unzuverlässig, aber generell hätte ich ihn gern selbst als Kumpel. Mit Jungs wie Dennis bin ich auch groß geworden. Das sind Typen, die du nachts wecken kannst, die dir helfen und die zu allem eine Meinung haben, aber auch immer einen guten Spruch. Und als Dennis versuch ich, das Publikum durch den Abend zu begleiten und mit dem Publikum auch zu interagieren.

Erstmals waren Sie mit Dennis bei „Switch reloaded“ zu sehen. Wie war das damals, als Sie als „Newcomer“ zu diesem Star-Ensemble an Komikern gestoßen sind?

Als ich der Neue in der Show war, haben die einen etwas mehr mit mir kommuniziert, die anderen weniger. Das sehe ich aber überhaupt nicht als böse an. Aber gerade die großartige Martina Hill, die sich zur Verfügung gestellt hat, um an meiner Seite die Larissa zu spielen, schätze ich sehr. Gleiches gilt für meine Kollegen Petra Nadolny und Max Giermann, die ich sehr bewundere. Beim Casting damals waren Martina Hill, Max Giermann und ich im Finale um zwei Plätze in der Show. Ich bin dann aber zunächst nicht zum Zug gekommen, habe aber Texte geschrieben für „Switch reloaded“. Irgendwann wollte mich der Produzent der Show aber unbedingt haben, dem war auch egal, was der Sender dazu sagt, und so hat es doch noch geklappt.

Sie parodieren etliche Prominente. Wie ist es da, wenn Sie privat unterwegs sind: Kommen Leute auf Sie zu und fragen, ob Sie nicht eine bestimmte Person nachmachen könnten?

Das passiert in der Tat relativ oft. Ich bin beispielsweise bei Ikea und dann kommen manche von der Seite und fragen: „Entschuldigen Sie, sind Sie der Dennis?“ Und ich dann: „Ja“. Und dann die anderen wiederum: „Boah, Alter, voll krass, du bist voll krank.“

Sie treten nun am Donnerstag (10. November) im Mainzer KUZ auf. Während der Corona-Krise war dies nicht möglich. Wie haben Sie diese Zeit der „Auftrittsverbote“ erlebt?

Das war damals eine heftige Zeit. Ich war gerade bei „Let’s dance“ dabei, und da habe ich, das sage ich ganz ehrlich, mitgemacht, um Promo für meine eigene Tour zu machen. Mir war klar, dass ich für die Show als „Kanonenfutter“ eingekauft wurde. Aber ich wollte auch einmal beweisen, dass man ein bisschen weiter kommen kann, auch wenn man nicht tanzen kann. Und als dann Corona voll zum Ausbruch kam, habe ich – in Anführungszeichen gesagt – Glück auf ganzer Linie gehabt. Denn meine Tour war sofort ausverkauft. Die Leute wollten sicherlich gucken, wer steckt denn nun eigentlich hinter Dennis. Schließlich durfte ich noch eine der allerletzten Veranstaltungen unter höchsten Corona-Auflagen spielen, bevor dann der harte Lockdown kam. Von diesem Abend habe ich dann noch sehr lange gezehrt. Ich selbst bin dann noch relativ gut durch diese Zeit gekommen.

Dieses Glück hatten nicht alle.

Was vielleicht viele nicht wissen, ist, dass von den ganzen Ticketverkäufen, die vor Corona getätigt wurden, der Künstler zunächst gar nichts hatte. Die Gelder wurden einfach bei dem Dienstleister, der die Tickets verkauft, zwischengelagert. Das Geld kriegt man aber erst dann ausgezahlt, wenn man die Veranstaltungen auch spielt. Bis dahin muss man aber in Vorleistung treten. Man muss aber auch ganz deutlich sagen, dass man während Corona als Künstler oder Veranstalter definitiv kaum unterstützt wurde. Man blieb auf seinen Kosten sitzen.

Was erwartet die Zuschauer jetzt bei Ihrem Auftritt in Mainz?

Grundsätzlich gibt es erst einmal Dennis in Höchstform, der tagesaktuelle Themen und die Krise in seiner gewohnten Art und aus seiner Sicht kommentiert. Auch Dennis‘ Beziehung und seine Arbeit auf dem Bau werden eine Rolle spielen. Und natürlich gibt es auch ein paar Parodien von mir, wie den Robert Geiss. Zudem setze ich auf Interaktion mit dem Publikum.

Sie sind gebürtiger Kölner, haben aber auch eine besondere Beziehung zu Mainz. Erzählen Sie mal!

Ich habe früher immer mit meinem Vater „Mainz bleibt Mainz, wie’s singt und lacht“ geguckt. Daraus resultierten dann auch meine ersten Parodien, weil ich den Dialekt so unfassbar lustig fand. Ich habe damals als Kind gedacht, dass das Karnevalssprache ist (lacht). Auch den Narhallamarsch konnte ich sofort nachmachen. Mit meiner Schwester zusammen habe ich dann immer im Kinderzimmer Meenzer Fassenacht gespielt, obwohl wir Kölner sind. Auch heute gucke ich immer wieder gerne bei „Mainz bleibt Mainz“ rein, auch aufgrund der Büttenredner. Da sind viele Reden dabei, gerade auch, was das Politische anbelangt, bei denen man gerne zuhört.

Könnten Sie sich vorstellen, selbst in die Bütt zu gehen?

Ich hatte tatsächlich schon mehrere Hundert Anfragen, ob ich nicht mit der Figur „Dennis aus Hürth“ in die Bütt gehen möchte, aber bei mir kommt die eigene Tour an erster Stelle.

Vielen Dank für das Interview, Herr Klempnow.

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