Wie Corona die Online-Sitzungen der Fastnachtsvereine erschwert

Wegen der Coronakrise sind in dieser Fastnachtskampagne keine Sitzungen mit Saalpublikum erlaubt. Viele Fastnachtsvereine bieten daher Online-Sitzungen an. Doch wie können diese aufgrund der aktuell geltenden Maßnahmen überhaupt produziert werden?

Wie Corona die Online-Sitzungen der Fastnachtsvereine erschwert

Der Rosenmontagszug in Mainz ist bereits im letzten Jahr abgesagt worden, auch Fastnachtssitzungen vor Live-Publikum wird es in dieser Kampagne nicht geben. Denn die von Bund und Ländern festgelegten Maßnahmen im Kampf gegen die Coronapandemie lassen größere Menschenansammlungen schon länger nicht mehr zu. Damit die Mainzer nicht gänzlich auf Sitzungen verzichten müssen, wollen nun einige Fastnachtsvereine ihre Veranstaltung streamen. Dieses Vorhaben könnte sich möglicherweise schwierig gestalten. Denn auch bei der Produktion einer Online-Sitzung müssen sich die Fastnachter streng an die Hygieneregeln halten.

Wie die Fastnachtsvereine planen

Auch bei der Mainzer Prinzengarde machen sich die Verantwortlichen Gedanken, wie man unter den aktuellen Bedingungen eine Online-Sitzung veranstalten kann. „Ja, wir planen eine Veranstaltung, die demnächst auch beworben wird, sofern die Stadt grünes Licht gibt“, sagt David Schüz von der Prinzengarde. So soll im Vorfeld alles gedreht und als Zusammenschnitt in einem Stück gezeigt werden. Ähnlich soll es auch bei der großen Gemeinschaftssitzung von Prinzengarde, MCC, GCV und Mainz 05 in der Opel Arena sein. „Die Sitzung wird aller Voraussicht nach so ablaufen, dass jeder Show-Act separat im Vorfeld unter Corona-Auflagen gefilmt wird, teilweise vereinsintern, und die Sequenzen dann im Gesamten zu einer Art ‘Live-Show’zusammengesetzt werden, die jedoch nicht live stattfindet“, so Schütz.

Ausschließlich vorproduziert ist die „Streamung“ (6. Februar) des Gonsenheimer Carneval Vereins (GCV). Dabei habe man mit der Produktion teilweise schon im vergangenen Jahr begonnen, sagt Stephan Schuth vom GCV-Vorstand. Nachdem die Corona-Regeln immer strenger geworden seien, habe man sich entschlossen, dennoch eine Online-Sitzung zu veranstalten. Dafür wurde äußerst aufwendig produziert. So habe man beispielsweise jede Ballettänzerin coronakonform einzeln gefilmt. „Am Ende wird dann alles zusammengeschnitten“, sagt Schuth.

Beim Karneval-Club Kastel (KCK) setzt man im Vorfeld seiner Onlinesitzung, der „Närrischen Online-Weinprobe“ (13. Februar), auf eine enge Kooperation mit den Behörden. Wie KCK-Präsident Prof. Dr. Dirk Loomans gegenüber Merkurist sagt, sei man in Gesprächen mit dem Ordnungsamt und versuche, ein strenges Hygienekonzept umzusetzen. „Außerdem wollen wir schon einzelne Sequenzen vorproduzieren“, so Loomans. Laut dem Moderator der „Närrischen Online-Weinprobe“, Christoph Daniel Vetter vom KCK, soll dennoch so viel wie möglich live sein. Unter strenger Einhaltung der Coronaregeln soll die Show dann im „Me and all“-Hotel aufgenommen beziehungsweie von dort gestreamt werden.

Entscheidung schon gefallen

Die Stadt Mainz hat indes gute Nachrichten für die Fastnachtsvereine. So erklärt Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr gegenüber Merkurist, dass eine Nachfrage beim zuständigen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz ergeben habe, dass unter den normalen und bekannten Hygienevorgaben (Abstand, Maske, Personenbegrenzung) Online-Sitzungen und Streaming-Angebote - und damit auch deren Aufzeichnung - durchaus zulässig seien. Die Stadt Mainz habe die Kooperationen daraufhin direkt informiert, so Peterhanwahr. Gegebenenfalls werde die Stadt bei Einzelfragen noch einen Blick auf die jeweiligen Hygienekonzepte werfen. Somit scheint es also grünes Licht für die Onlinesitzungen der Mainzer Fastnachtsvereine beziehungsweise für die Aufzeichnung der Sitzungen zu geben.

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