Bereits seit Jahren plant der Caritasverband einen Neubau des Thaddäusheims im Mainzer Stadtteil Oberstadt. 34 Plätze stehen An der Goldgrube 13 zum Übernachten für Männer zur Verfügung, die wohnungslos oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Sie bekommen hier eine Vollverpflegung, aber auch Beratung und Unterstützung.
Doch völlig unklar ist noch, wo die Bewohner in der Zeit der Bauarbeiten unterkommen können. Die Suche nach einer Übergangslösung gestaltet sich als schwierig.
Keine Unterbringung in Flüchtlingsheimen
Auch die Stadt Mainz kann keine Lösung anbieten, wie in einer Antwort der Stadt auf eine Anfrage der FDP hervorgeht. Denn eine Unterbringung der Bewohner in freien Plätzen städtischer Flüchtlingsunterkünfte ist laut Manuela Matz vom Dezernat „Wirtschaft und Liegenschaften“ nicht möglich. Zwar seien die Unterkünfte aktuell nur zu rund 72 Prozent belegt, die freien Kapazitäten würden aber für die Zuweisung neuer geflüchteter Menschen benötigt. Diese Zuweisungen erfolgten oft kurzfristig, so Matz weiter. Zudem müsse die Stadt einen Puffer für unvorhergesehene Ereignisse wie Reparaturen oder einen plötzlichen Anstieg der Zuweisungen vorhalten.
Hoffnung auf Gebäude am Flachsmarkt
Eine mögliche, aber unsichere Option könnte das Gebäude am Flachsmarkt 7 in der Mainzer Altstadt sein. Die Stadt habe die Immobilie für eine künftige soziale Nutzung erworben und lasse sie derzeit zu einer Flüchtlingsunterkunft umbauen, sagt Matz.
Sollte nach der Fertigstellung kein Bedarf für die Unterbringung von Geflüchteten bestehen, könnten die Räume für die Bewohner des Thaddäusheims voraussichtlich ab der zweiten Jahreshälfte 2027 genutzt werden. Bis eine endgültige Lösung gefunden sei, gingen die Gespräche zwischen der Stadt und dem Caritasverband weiter – nicht nur wegen einer Interimslösung, sondern auch wegen möglicher Grundstücksflächen für einen Neubau.