„Sauberer als Mainz“ – Außenministerin stichelt bei Ruanda-Besuch

Mit einem ungewöhnlichen Story-Post verteilen Außenministerin Annalena Baerbock und das Auswärtige Amt einen Seitenhieb gegen die Stadt Mainz. Deren Social-Media-Abteilung nimmt es mit Humor.

„Sauberer als Mainz“ – Außenministerin stichelt bei Ruanda-Besuch

In Ruandas Hauptstadt Kigali entsteht die erste kommerzielle Impfstofffabrik des Mainzer Pharmaunternehmens Biontech auf dem afrikanischen Kontinent. Aus diesem Grund war am Montag nicht nur Biontech-Boss Uğur Şahin in Kigali, sondern auch Außenministerin Annalena Baerbock. Die Grünen-Politikerin weihte die Produktionsstätte ein und lobte die Zusammenarbeit des Mainzer Unternehmens mit dem ostafrikanischen Land: „In Kigali sagen wir diesen stillen Killern von Millionen Menschen den Kampf an, gemeinsam, mit Impfstoffen aus Afrika für Afrika.“

Doch nicht nur die Impfstoffproduktion beeindruckte Baerbock, auch die Sauberkeit auf den Straßen Kigalis wurde auf ihrem Instagram-Kanal zum Thema. In einem gemeinsamen Story-Post loben Baerbock und das Auswärtige Amt das Plastiktütenverbot in Ruanda – inklusive eines Seitenhiebs gegen die Stadt Mainz. „Was hier übrigens als erstes auffällt: Kigali ist sauberer als… Mainz“, steht mit Grinse-Emoji in der Story. „Seit über zehn Jahren dürfen Plastiktüten hier weder eingeführt, noch verkauft oder exportiert werden.“

Warum der Seitenhieb?

Doch warum der Seitenhieb ausgerechnet gegen Mainz? Die Story baut vermutlich auf dem vorherigen Post auf, in dem es heißt: „Der kleine Staat ist in etwa so groß wie Rheinland-Pfalz, mit dem es seit mehr als 40 Jahren eine Partnerschaft verbindet.“ Um bei dem Thema zu bleiben, wurden dann offenbar bei der Sauberkeit die beiden Hauptstädte verglichen. Der Subtext ist wohl: Auch in Deutschland sollten wir mehr gegen die Vermüllung tun. Sehr wahrscheinlich ist auch, dass die Story von Baerbocks Social-Media-Team und nicht von ihr selbst gepostet wurde.

Die Stadt Mainz nimmt die Stichelei jedenfalls mit Humor. Das Social-Media-Team verlinkt auf einen Beitrag des Instagram-Kanals „Mainzelgang“, in dem mit einem Meme dargestellt wird, wie Mainzer und Auswärtige auf den alten „Mainz ist ein Drecksloch“-Witz reagieren. Während andere sich kaputtlachen, können Mainzer nur noch müde darüber lächeln.