Hasselhoff auf Rheinhessisch: Wer steckt hinter Yung Schinge?

Echte Film- und Serien-Ausschnitte - nachträglich auf Rheinhessisch umgetextet. Auf Instagram sorgt ein Künstler namens „Yung Schinge“ mit witzigen Videos für Lacher. Wir haben mit ihm gesprochen.

Hasselhoff auf Rheinhessisch: Wer steckt hinter Yung Schinge?

Wenn Brad Pitt, David Hasselhoff oder das Baby aus der Kult-Serie „Die Dinos“ plötzlich in breitestem Rheinhessisch reden, dann ist man höchstwahrscheinlich auf dem Instagram-Account „Yung Schinge“ gelandet. Der Betreiber der Seite bedient sich nämlich an Original-Szenen aus Filmen, Serien oder Interviews und synchronisiert sie auf Rheinhessisch völlig neu nach. Den Inhalt der echten Dialoge verändert er - und eigentlich geht es in fast allen Clips nur um das Eine: Schobbe.

Der Mensch hinter dem Account möchte anonym bleiben - mit Merkurist hat er aber über seinen Insta-Kanal gesprochen. Yung Schinge, so heißt nicht nur der Kanal, sondern das ist auch der Spitzname des Betreibers. Er sei ein Kind der 90er-Jahre, lässt er uns wissen. Daher stammen viele Originalszenen seiner Mini-Clips auch aus 90er-Filmen oder -Serien, wie „Werner“ oder „Captain Planet“.

Was war die Inspiration?

Doch wie kam Yung Schinge überhaupt auf die Idee zu seinem ungewöhnlichen Account? „Eigentlich komme ich aus der Veranstaltungsbranche. Doch weil die Corona-Krise diese Branche ziemlich hart getroffen hat, bin ich arbeitslos geworden“, sagt Yung Schinge. Nun nutze er also einen Teil seiner Zeit dazu, die witzigen Videos zu produzieren. Inspiration fand er im Instagram-Account „Dietmar Diamant“. Der Betreiber dieses Accounts macht bereits seit Längerem Synchro-Videos, statt Rheinhessisch sprechen die Stars hier aber Odenwälder-Hessisch. Als der „Dietmar Diamant“-Betreiber, beide sind Kumpels, mit Yung Schinge ins Gespräch kam, riet dieser ihm: „Starte doch auch so einen Account.“ Und das tat er auch: „Ich habe imer schon gerne dummgebabbelt und jetzt kann ich das auch in meinen Videos ausleben“, sagt er.

Vor rund drei Wochen ging Yung Schinge an den Start, inzwischen hat er bereits mehr als 2600 Abonnenten. Den ungewöhnlichen Namen erklärt er so: „Meine Kumpels und ich haben uns immer schon mit ‘Schinge’ angesprochen - das ist sozusagen unsere Form des norddeutschen ‘Diggers’.“ Das „Yung“ wiederum ist eine Bezeichnung, die im Hip-Hop oft in Künstlernamen zu finden ist. Und so entstand der Spitzname „Yung Schinge“. Für die Produktion eines Videos benötigt der Instagrammer in der Regel zwischen zwei und drei Stunden. „Das kommt natürlich auch auf die Länge des Clips an. Manche Videos muss ich auch so zurechtschneiden, dass sie passen.“ Lange Texte erarbeite er sich nicht im Vorfeld, sagt Yung Schinge, die kämen eher spontan und müssten dann auf die Sprechbewegungen der Originale angepasst werden.

Positive Rückmeldungen

Von seinem Account leben kann Yung Schinge noch nicht, doch dass sei auch nicht das Ziel gewesen, sagt er. „Mir macht das Spaß und einigen Leuten scheint es zu gefallen. Jedenfalls bekomme ich viele Rückmeldungen von Leuten, denen es gefällt.“ Ideen für weitere Videos hat Yung Schinge schon auf Lager: „Von den Dinos und Captain Schobbe wird bestimmt noch etwas kommen. Außerdem arbeite ich noch an einer Überraschung. Dazu will ich aber noch nichts verraten.“ (mo/df)

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