Am vergangenen Sonntag teilte der Mainzer Carnevals-Verein (MCV) überraschend mit, dass am 11.11. nur Narren auf dem Schillerplatz in Mainz feiern dürfen, die auch ein Ticket für den abgegrenzten Bereich gekauft haben. Bereits nach wenigen Stunden waren alle Tickets ausverkauft. Kritik folgte reichlich: Zum einen an der Entscheidung, rund 7 Euro Eintritt zu verlangen. Zum anderen kritisierten viele Mainzer aber auch, dass der Ticketverkauf so spontan angekündigt wurde.
Nun hat sich auch die wohl älteste Influencerin der Stadt Mainz in der Sache zu Wort gemeldet: Insta-Oma Rosi (rosi_aus_mainz). In einem Video-Post vom Freitag kritisierte die 89-Jährige die MCV-Entscheidung. „Ich gehe mein Leben lang am 11.11. an den Schillerplatz, aber das ist ja eine völlig neue Dimension“, sagt Rosi.
Ältere ins Abseits gestellt?
Der Kartenverkauf habe praktisch in einer Nacht- und Nebelaktion stattgefunden. Besonders Ältere, die im Umgang mit dem Internet unsicher seien, wären somit ausgeschlossen worden, kritisiert die Influencerin weiter. „Ich missgönne den jungen Leuten dieses Event nicht“, erklärt Rosi. Aber vielleicht könne man den Platz vor Ort ja so gestalten, „dass noch ein paar Mainzer dazwischen passen“.
Auf Instagram erhielt Rosi viel Unterstützung für ihre kritischen Worte. „Ja, ich wäre auch gerne dabei. Aber keine Chance, bin sehr traurig“, kommentierte eine Userin. Eine andere schrieb: „Wie wahr, wie wahr! Da hatten wohl ‘Messfremde’ entschieden, für so etwas Eintrittskarten zu verlangen! Das gab es noch nie in Meenz! Sehr gut kommentiert!“
MCV entschuldigt sich
Bereits am vergangenen Mittwoch hatte sich der MCV für die Umstände öffentlich entschuldigt. MCV-Präsident Hannsgeorg Schönig erklärte: „Man mag uns da Naivität vorwerfen, aber das war tatsächlich unser Gedanke. Es kam anders und wie ein Schneeballsystem sind wir von Kartenwünschen überrannt worden.“ Im Vorfeld habe man sich noch darüber Gedanken gemacht, ob man bei einem Ticketpreis von 7 Euro überhaupt alle Karten loswerde.