Galeria Karstadt Kaufhof: Wird der Mainzer Standort nun schließen?

Bundesweit droht 40 Kaufhäusern das Aus. Wie stehen die Chancen für den Mainzer Standort in der Innenstadt?

Galeria Karstadt Kaufhof: Wird der Mainzer Standort nun schließen?

Galeria Karstadt Kaufhof hat Insolvenz angemeldet, zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren. 40 der 131 Kaufhäuser sollen nun geschlossen werden, das Unternehmen will „sanieren“ und versuchen, sich noch einmal durch das Schutzschirmverfahren zu retten. Bislang wurden bereits 680 Millionen Euro aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) gezahlt.

Wird nun auch die Mainzer Filiale schließen? Wie der Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz dem WDR sagte, werde nur ein „harter Kern“ der Warenhäuser übrigbleiben. Welche das genau sein sollen, wolle der Konzern spätestens in drei Monaten bekanntgeben. Petra Kusenberg, die beim Verdi Landesbezirk als Handelssekretärin für Mittelrhein zuständig ist, will noch keine Prognose für die Zukunft des Mainzer Standorts abgeben. Sie spricht gegenüber Merkurist von „Glaskugelguckerei“, es sei noch gar nicht abzuschätzen, welche Häuser letztlich betroffen sein werden.

105 Beschäftigte würden ihren Job verlieren

Erst Ende 2020 wurde ein anderes großes Kaufhaus geschlossen: Nach der Fusion mit Galeria Kaufhof kam das Aus für das Karstadt-Kaufhaus an der Ludwigsstraße. 80 Beschäftigte verloren damals ihren Arbeitsplatz. Sollte nun das letzte große Kaufhaus in Mainz schließen, sind weitere 105 Mitarbeiter betroffen, so Kusenberg von Verdi. Bereits nach der ersten Insolvenz hätten die Mitarbeiter auf einen Teil ihres Gehalts verzichtet, um die Häuser erhalten zu können. Damals wurden bundesweit 41 Filialen geschlossen und etwa 4000 Stellen abgebaut. „Was wurde denn mit dem Geld gemacht?“ fragt sich die Verdi-Sprecherin.

Sollte es nun wieder soweit kommen, werde die Gewerkschaft Aktionen starten, kündigt sie an. „Wir werden Proteste veranstalten und versuchen die Politik mit ins Boot zu holen.“ Eine Schließung wäre „dramatisch für Mainz“, da viele Menschen gezielt in die Stadt fahren würden, um dort einkaufen zu gehen. „Dann ist zu befürchten, dass es auch die kleinen Läden drumherum mittel- und langfristig treffen wird“, sagt Kusenberg.

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