Gibt es eine Stechmückenplage in Mainz und Umgebung?

Technische Probleme halten die Stechmückenbekämpfung auf. Nun befürchten Experten eine zeitnahe Stechmückenplage in Mainz und Umgebung.

Gibt es eine Stechmückenplage in Mainz und Umgebung?

Sommerzeit bedeutet auch Mückenzeit - wenn die Tage wärmer werden, scheint eine Belästigung durch die Insekten meist unausweichlich. Die Mainzer könnten bald unter einer echten Plage zu leiden haben: Wegen des vielen Regens der letzten Zeit ist der Rheinpegel stark angestiegen und es kam zu weitflächigen Überschwemmungen. Das führte - auch wegen der ausreichend warmen Wassertemperatur - zu einem Massenschlupf von Stechmückenlarven.

Die Mitarbeiter der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Stechmückenplage (KABS) sind bereits seit Wochen im Einsatz, um die Larven der Insekten zu vernichten. Der gemeinnützige Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, im Bereich der Oberrheinebene eine potenzielle Vermehrung von Stechmücken mithilfe von umweltschonenden Maßnahmen zu verhindern. Hierbei arbeiten die Mitarbeiter der KABS mit dem Bakterium Bacillus thuringiensis israelensis (b.t.i.), das Mückenlarven abtötet. Mit Hubschraubern wird das Mittel in Form von Eisgranulat weitflächig ausgestreut.

Zeitnahe Mückenplage?

Zwei defekte Hubschrauber bremsen die Mückenbekämpfer nun allerdings aus. Zwar habe die KABS laut Direktor Dr. Norbert Becker inzwischen zwei Ersatzhubschrauber, doch fehle ihnen ein spezielles Antriebssystem, was nötig ist, um das Eisgranulat zu streuen. Es müsse nun versucht werden, dass Antriebssystem umzustellen. „Die Situation ist absolut deprimierend. Bis Freitag wissen wir hoffentlich, ob das mit dem Antriebssystem klappt“, so Becker. Bis dahin seien circa 200 bis 300 Mitarbeiter zu Fuß unterwegs, um die Stechmückenlarven zu vernichten. „Wir geben unser Bestes, aber manche Gebiete erreicht man wegen des Hochwassers und auch aus umwelttechnischen Gründen nur aus der Luft“, sagt Becker.

Konkret bedeutet das also, dass ein Großteil der Larven aktuell nicht vernichtet werden könne und in der Folge schlüpfen werde. Maximal die Hälfte aller Larven können die Mitarbeiter fußläufig erreichen. „Ich schätze mal, in den nächsten eineinhalb Wochen, wird’s zur Sache gehen. Dann werden die Mücken zustechen“, so Becker.

Nun bleibe nur zu hoffen, dass sich das Problem mit den Hubschraubern möglichst bald beheben lasse. „Ich hoffe, wir sind bald wieder handlungsfähiger. Dieses Handicap ist eine starke Belastung“, so Becker weiter. Andernfalls müssten die Mainzer sich auf eine weitere Vermehrung der Stechmücken beziehungsweise eine längere Belästigung durch die Insekten einstellen. Laut Becker würden die Mücken je nach Wetterlage sehr stark wandern. Die aktuelle Wetterlage könnte also dafür sorgen, dass sich das Problem weiter zuspitzt: „Wärme spielt den Mücken natürlich in die Karten.“

Was Ihr tun könnt

Wer sich selbst vor Stichen der Mücken schützen möchte, könne laut Becker nicht so viel mehr tun, als sich mit Insektenschutzmitteln einzudecken. Eine weitere Präventivmaßnahme stellen spezielle Tabletten für heimische Teiche und Regentonnen dar. Laut Simone Girst, Mitarbeiterin des Umweltinformationszentrums, enthalten die Tabletten ebenfalls den Wirkstoff b.t.i. und töten die Stechmückenlarven ab. „Jeder Bürger kann bei uns vorbeikommen und sich kostenlos eine Packung mit zehn Tabletten abholen“, sagt sie. (df)

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