Mainzer Rucksäcke aus 120 Tonnen Plastikmüll

Rucksäcke aus Meeresplastik: Vor fünf Jahren mit einer großen Idee gestartet, hat sich Got Bag zum erfolgreichen Unternehmen entwickelt. Für das Konzept – das Meer ein bisschen sauberer machen – wurde es nun beim Innovationspreis ausgezeichnet.

Mainzer Rucksäcke aus 120 Tonnen Plastikmüll

Die Macher des Mainzer Unternehmens Got Bag haben ein großes Ziel: Die voranschreitende Plastikvermüllung der Meere soll endlich eingedämmt werden. 2000 indonesische Fischer sammeln im Auftrag der Mainzer vor der Nordküste Javas den Plastikmüll ein, der dort im Meer schwimmt. Aus den darin enthaltenen PET-Anteilen wird Garn hergestellt, um daraus wiederum Rucksäcke und Taschen zu produzieren. 3,5 Kilogramm Plastikabfälle stecken so in jedem Got Bag-Rucksack.

Für dieses Engagement und für den weltweit ersten aus Meeresplastik entwickelten Rucksack wurde die Mainzer Firma nun beim Innovationspreis 2021 ausgezeichnet. In der Kategorie „Unternehmen“ erhielten sie die Anerkennung.

„Besonders begeistert hat die Jury das ganzheitliche Geschäftsmodell“ - Moderatorin Daniela Bublitz

„Besonders begeistert hat die Jury das ganzheitliche Geschäftsmodell“, sagte Moderatorin Daniela Bublitz bei der Preisverleihung, die per Livestream übertragen wurde. Gründer und Geschäftsführer Benjamin Mandos sagte, dass nicht nur das PET aus den Abfällen verwendet wird: „Es sind ganz viele verschiedene Plastik- und Müllsorten dabei, zum Beispiel Aluminium von Spraydosen. Wir nehmen uns all dieser Müllsorten an, bringen sie in dafür passende Recyclingketten ein.“

Außerdem lege das Unternehmen großen Wert auf die Weiterbildung der Menschen vor Ort. „Wir geben den Leuten dort Kenntnisse über Plastik, Plastikverschmutzung und die Auswirkungen auf das Ökosystem mit“, so Mandos.

Vergangenes Jahr haben die Fischer bereits 120 Tonnen Plastikmüll aus dem Meer geborgen. Diese Menge will Got Bag in diesem Jahr vervierfachen, kündigte der Geschäftsführer an. „Wir haben sehr stark in unsere Infrastruktur investiert: Lagerhallen gebaut, Maschinen zur schnelleren Weiterverarbeitung von Plastik angeschafft. In Amerika haben wir eine Tochtergesellschaft gegründet.“

Nach seiner Vision für die Zukunft gefragt, verriet Manos seine klaren und ambitionierten Ziele: Das Thema Plastikmüll müsse ganzheitlich und international gedacht werden. „Wir müssen aufhören, Plastikmüll in andere Länder zu verschiffen, wo damit nicht richtig umgegangen werden kann. Wir müssen so das für uns Menschen sehr wichtige Problem in den Griff bekommen.“

Hintergrund:

Mit dem Innovationspreis Rheinland-Pfalz werden jährlich Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Institutionen geehrt, die innovative Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen entwickeln, fertigen, einsetzen und vermarkten. Ziel ist es, Unternehmen zu motivieren, innovative Produkte, Verfahren und Dienstleistungen zu entwickeln. Er soll dazu beitragen, dass sich die Firmen schneller und besser im Markt etablieren.

Verliehen wird der Preis vom Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau. Die Jurymitglieder kommen etwa von den Hochschulen Mainz und Koblenz, der Industrie- und Handelskammer für die Pfalz, den Handwerkskammern Koblenz und Rheinhessen sowie aus verschiedenen Unternehmen.

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