Nach Kritik: Hat sich die Situation rund um das Marktfrühstück verbessert?

Die Marktfrühstück-Saison 2019 neigt sich dem Ende zu. Doch wie fällt die Bilanz der Betreiber aus? Wir haben mit der Wirtschaftsdezernentin und den Mainzer Winzern gesprochen.

Nach Kritik: Hat sich die Situation rund um das Marktfrühstück verbessert?

Ein letztes Mal werden am Samstag (16. November) die Gläser auf dem Mainzer Marktfrühstück gefüllt. Danach geht das beliebte Samstagsritual erst mal in die Winterpause, bevor das Marktfrühstück dann voraussichtlich ab März 2020 wieder wöchentlich stattfindet. Doch welche Bilanz ziehen die Mainzer Winzer und die Stadt Mainz zur Marktfrühstück-Saison 2019?

Auf Anfrage von Merkurist erklärt die Mainzer Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU): „Insgesamt sind wir mit der Saison 2019 sehr zufrieden.“ Das Marktfrühstück sei inzwischen eine echte Institution und gehöre zu Mainz wie der Dom, der Rhein oder die Fastnacht. Gleich zu Beginn der Saison gab es allerdings Kritik (wir berichteten). „Sturzbesoffene Horden“ und Müll störten Besucher sowie die umliegenden Einzelhändler und Gastronomen. Dazu sagt Matz: „Auf die Herausforderungen zu Beginn der Marktfrühstück-Saison 2019 wurde zunächst mit einer Erhöhung der Sicherheitskräfte reagiert. Nach dem Andrang in den ersten zwei, drei Wochen hat sich der Besucherstrom relativ schnell wieder auf ein normales Maß eingependelt.“

„Es war gut und richtig, die Situation auf dem Marktfrühstück genau zu beobachten und dann gegebenenfalls nachzujustieren…“ - Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU)

Im Durchschnitt seien fünf Sicherheitskräfte vor Ort gewesen, um einen reibungslosen Ablauf des Marktfrühstücks zu gewährleisten. An besonders gut besuchten Tagen habe man das Kontingent der Sicherheitskräfte auf bis zu acht Mitarbeiter erweitert, so Matz. „Insgesamt haben sich alle Maßnahmen bewährt. Es war gut und richtig, die Situation auf dem Marktfrühstück genau zu beobachten und dann gegebenenfalls nachzujustieren beziehungsweise situationsbedingt zu entscheiden.“ Auch die Betreiber der umliegenden Geschäfte hätten auf Nachfrage eine Verbesserung der Situation bestätigt, so Matz.

Wespenstiche, Kreislauf-Probleme und Trickbetrüger

Der Verein „Die Mainzer Winzer“, der für den Ausschank verantwortlich ist, zieht ebenfalls eine positive Bilanz, wie Vorstandsassistentin Christina Boller-Petry gegenüber Merkurist erklärt. Die Zusammenarbeit mit der Stadt sowie dem vom Verein beauftragten Sicherheitsunternehmen sei „sehr gut“ verlaufen. Zu gravierenden Zwischenfällen sei es 2019 nicht auf dem Marktfrühstück gekommen. Auf der Tagesordnung standen kleinere Erste-Hilfe-Einsätze wie Wespenstiche und Kreislauf-Beschwerden. „Leider kommt es manchmal vor, dass Trickbetrüger oder Taschendiebe das meist gut besuchte Marktfrühstück heimsuchen. Dann werden Platzverweise ausgesprochen oder die Polizei benachrichtigt“ sagt Boller-Petry.

Wie viele Liter Wein nach gut acht Monaten Marktfrühstück über die Theke gingen, lässt sich laut Boller-Petry nicht beziffern. Das liege zum einen daran, dass jede Woche ein anderer Mitgliedsbetrieb der Mainzer Winzer für den Ausschank verantwortlich ist. „Außerdem spielten das Wetter oder parallele Veranstaltungen in der Stadt bei dem Wein- und Getränkeverbrauch eine Rolle.“

Winzer schlagen Flaschenpfand vor

Auch wenn die Mainzer Winzer „im Großen und Ganzen“ zufrieden seien, sieht der Verein Grund zur Kritik: „Leider kommt es immer wieder vor, dass besonders junge Leute Weinflaschen oder Essen von zu Hause oder einem Supermarkt mitbringen und den Müll am Liebfrauenplatz zurücklassen. Das ist nicht in unserem Sinne beziehungsweise verstehen diese Besucher wohl nicht den Grundgedanken des Mainzer Marktfrühstücks“, so Boller-Petry.

„Aus heutiger Sicht gibt es keinen Anlass zu großen Veränderungen.“ - Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU)

Weiter sagt sie: „Kleinigkeiten zum Essen werden beim naheliegenden Marktbeschicker gekauft und die Getränke beim Mainzer Winzer. Nur das ist ein echtes Mainzer Marktfrühstück.“ Für Picknicks mit selbst mitgebrachten Speisen gebe es schließlich von der Stadt ausgewiesene Grünflächen und Plätze. Außerdem schlagen die Winzer vor, dass die Stadt Mainz eine einheitliche Pfanderhebung beim Verkauf von Flaschen auf dem Wochenmarkt einführt. So könne der Glasmüll reduziert werden.

Besprochen werden könnte die angedachte Änderung bereits in der kommenden Woche. Dann nämlich treffen sich die Ämter der Verwaltung, die Winzer sowie die beauftragte Sicherheitsfirma zur Nachlese der Marktfrühstück-Saison. Wirtschaftsdezernentin Matz sagt: „Aus heutiger Sicht gibt es keinen Anlass zu großen Veränderungen.“ (df)

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