Einkaufsstandort Mainzer Innenstadt: So sollen jetzt Kunden gelockt werden

Wird die Mainzer Innenstadt bald wieder zum Kunden-Magnet? Die Stadt startet jetzt jedenfalls eine Offensive, um die City attraktiver zu machen. Die ersten Pläne sind nun bekannt. Gibt es auch Hoffnung auf niedrigere Parktarife?

Einkaufsstandort Mainzer Innenstadt: So sollen jetzt Kunden gelockt werden

Die Mainzer Innenstadt soll wieder zu einem blühenden Handelsstandort werden. Das ist das Ziel der Stadt und der Einzelhändler vor Ort. Während einige Geschäftsleute die City nach der langen Corona-Zwangspause schon wieder im „Aufwind“ sehen, hat die Stadtverwaltung nun ein Programm aufgelegt, mit dem noch mehr Kunden in die Innenstadt gelockt werden sollen. Mit dem Projekt „Innenstadt-Impulse“, das das Land Rheinland-Pfalz mit einer halben Million Euro Fördergeld bezuschusst, soll dies nun gelingen. Gegenüber Merkurist hat die Stadt Mainz nun durchblicken lassen, auf welche Events und Aktionen sich potenzielle Kunden einstellen können.

Das ist geplant

Einer von insgesamt sechs Schwerpunkten ist die Veranstaltungsreihe „Mainzer Sommer – Kultur und Wissenschaft erleben“. Diese soll bewusst auf Tage mit einer eher schwächeren Besucherfrequenz gelegt werden. Hierfür habe man bereits das Logo geschaffen, um einen Wiedererkennungswert zu haben, erklärt Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr. Mit Blick auf die Programmgestaltung sei der Auftakt des „Mainzer Sommers“ am 8./9. Juli geplant. Dann sollen Interessierte einen Einblick in die römische Geschichte der Stadt erhalten. Gemeinsam mit der Initiative Römisches Mainz werde es Freitag und Samstag „Römertage“ geben „mit einem Programm zum Anfassen, Staunen und Mitmachen“, kündigt Peterhanwahr an.

In den Sommerferien bis Ende September gehe es dann auf Pop-up-Bühnen jeweils am Freitagnachmittag weiter mit Kinderprogramm, Science Talks auf dem roten Science Sofa, aber auch lokalen Künstlern. Ein detailliertes Programm entstehe noch. „Da es sich eben um ein Pop-up-Format handelt, wird es keine großen Bühnen geben, sondern es werden jedes Mal unterschiedliche Orte in der City bespielt - auch um verschiedene Straßen und Plätze zu bespielen“, erklärt Peterhanwahr.

Auch mit der „Innenstadt-Kampagne“ will die Stadt Mainz wieder mehr Kunden in die City locken. Stadtsprecher Peterhanwahr erklärt, was darunter zu verstehen ist: „Die Innenstadtkampagne soll Lust auf die Mainzer Innenstadt machen und Mainzer:innen und Tourist:innen für die Mainzer Innenstadt begeistern.“ Ziel sei es, mit dieser Kampagne den Einzelhandel, die Gastronomie und die Kultur zu unterstützen und zu stärken. Um die entsprechende Aufmerksamkeit zu erhalten, werde die Kampagne breit aufgestellt – für diverse Zielgruppen und unter Nutzung verschiedener Medien aus dem Print-, Online- und Social Media-Bereich. Darüber hinaus seien Aktionen in der Innenstadt geplant. „Dabei werden die handelnden Akteur:innen aus Einzelhandel, Gastronomie und Kultur eingebunden“, so Peterhanwahr. Geplant sei, mit der Kampagne im Laufe des Jahres 2022 zu starten.

Ein weiteres Vorhaben ist, die Innenstadt in eine „Museumsmeile“ zu verwandeln. Wie Stadtsprecher Peterhanwahr sagt, werde man hier mit besonderen Events multimedial und interaktiv den „Gutenbergschen Themenkanon“ rund um Kommunikation, Film und Beleuchtung von Ende September 2022 bis März 2023 mit vielen Ideen bespielen.

Events attraktiv genug, um Kunden zu locken?

Kritiker dieser und noch weiterer von der Stadt Mainz geplanten Aktionen fragen sich nun, ob diese Angebote und Events überhaupt attraktiv genug sind. Werden so wirklich mehr Kunden in die City gelockt werden können? Die Mainzer Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) hat dazu eine klare Meinung. „Ich bin fest davon überzeugt, dass es uns mit diesen Maßnahmen gelingt, viele Menschen in unsere attraktive Innenstadt zu locken und diese damit zu stärken.“ Man setze hier bewusst unterschiedliche Schwerpunkte, um möglichst viele Gruppen beziehungsweise Personenkreise anzusprechen.

Geht man nach vielen Kommentatoren in den sozialen Medien, so sind aber vor allem niedrigere Parkgebühren viel entscheidender, um sich zu entschließen, in die Mainzer Innenstadt zum Shoppen zu kommen. Gebühren von zehn Euro oder mehr, so die Meinung, würden deutlich abschreckende Wirkung haben. Dass das Thema Parken in Mainz seit jeher ein Dauerbrenner ist, findet auch der Inhaber des Juwelier-Geschäfts Willenberg am Schillerplatz, Jan Sebastian, der unter anderem Präsident des Handelsverbands Rheinland-Pfalz ist sowie stellvertretender Vorsitzender des Mainzer Citymanagements. Wie der Geschäftsmann zuletzt im Gespräch mit Merkurist sagte, würde er sich nochmals eine „Harmonisierung“ der Parkgebühren wünschen. „Eine minutengenaue Abrechnung der Parkzeit wäre hier zu begrüßen“, so Sebastian. Kunden erzählten ihm auch immer wieder von dem Dilemma, beim Shoppen nicht ständig auf die Uhr gucken zu wollen aus Angst, in einen neuen, teureren Tarif zu rutschen. Es bleibe die Hoffnung, hier vielleicht noch etwas nachbessern zu können.

Wirtschaftsdezernentin Matz glaubt indes, dass nicht allein die Parkgebühren entscheidend sind, um in die Innenstadt zu kommen. „Die Attraktivität der Innenstadt hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen sicher die Parkhaus-Tarife, aber auch Mobilität, ÖPNV oder generell die Erreichbarkeit der City.“ Zu all diesen Punkten stehe man in einem regelmäßigen Dialog mit dem hierfür zuständigen Verkehrsdezernat.

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