Das Bahn-Chaos auf der linken Rheinstrecke bei Ingelheim geht in die nächste Runde. Wie der Zweckverband Öffentlicher Personennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd (ZÖPNV) mitteilt, müssen sich Bahnkunden auf weitere und langanhaltende Einschränkungen einstellen, die auch das Fastnachtswochenende betreffen. Der Verband übt scharfe Kritik am Vorgehen der Deutschen Bahn.
Auslöser der Probleme waren schadhafte Schwellen an Gleis 2 im Bahnhof Ingelheim, dem Bahnsteig in Richtung Bingen. Für die ursprünglich bis zum 5. Februar geplante Reparatur wurden die Gleise 2 und 3 gesperrt, was zu erheblichen Verspätungen und einem stark ausgedünnten Fahrplan führte. Die Reparatur scheiterte jedoch, unter anderem durch den Defekt einer Stopfmaschine. Anschließend wurden laut ZÖPNV noch grundlegendere Schäden entdeckt. Infolgedessen ist Gleis 2 nun erneut gesperrt und Züge in Richtung Norden fahren an Ingelheim vorbei.
Zweifel an Reparatur bis Rosenmontag
Die Deutsche Bahn (DB InfraGO) hat zwar angekündigt, die Halte in Ingelheim pünktlich zum Rosenmontag wieder zu ermöglichen. Der ZÖPNV äußert jedoch erhebliche Zweifel, ob dieser Zeitplan eingehalten werden kann. Die Sorgen der Pendler vor weiteren Ausfällen, gerade an den närrischen Tagen, würden damit bestätigt.
Zudem widerspricht der Verband Presseberichten, wonach die Bahn eine Baupause für die Fastnachtstage angekündigt habe. Tatsächlich stehe zwischen Ingelheim und Mainz nachts und am Wochenende nur ein Gleis zur Verfügung, was zwingend zu Zugausfällen führe. Die Konzepte für den Ersatzverkehr würden vom ZÖPNV und den Verkehrsunternehmen unter „chaotischen Rahmenbedingungen“ erarbeitet, nicht von der DB.
Ausfälle bis mindestens Winter 2026 erwartet
Die Aussichten für Bahnreisende bleiben trüb. Laut ZÖPNV ist mit Einschränkungen mindestens bis in den Winter 2026 und auch im Jahr 2027 zu rechnen. Diese Arbeiten dienen der Vorbereitung für monatelange Vollsperrungen zwischen Mainz, Koblenz und Köln, die für 2028 geplant sind.
Der ZÖPNV kritisiert das gesamte Vorgehen der Bahn als unzuverlässig und bemängelt, dass die Leidtragenden die Kunden seien. Eine Entschuldigung seitens des Konzerns für das „Durcheinander“ sei bisher ausgeblieben.