Fragen und Antworten zum Coronavirus

Nachdem ein Mann in Kaiserslautern sich mit dem Coronavirus infiziert hat, sind viele Menschen in Rheinland-Pfalz verunsichert. Merkurist stellt die wichtigsten Fragen und Antworten zu dem Thema zusammen.

Fragen und Antworten zum Coronavirus

Das Coronavirus SARS-CoV-2 beherrscht momentan die Schlagzeilen. Doch wie genau wird das Virus übertragen und wie kann ich mich schützen? Merkurist beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was ist das Coronavirus?

Coronaviren wurden erstmals in den 60er-Jahren entdeckt. Sie verursachen laut Robert-Koch-Institut beim Menschen verschiedene Krankheiten, darunter zum Beispiel auch herkömmliche Erkältungen. Doch auch potenziell gefährliche und sogar tödliche Erkrankungen wie SARS oder MERS werden durch Coronaviren verursacht.

Das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 wurde 2019 entdeckt und breitete sich zunächst vor allem in der Provinz Hubei in China aus. Es löst die Lungenkrankheit Covid-19 aus. Man geht davon aus, dass das Virus vom Tier, vermutlich auf einem Fischmarkt, auf den Menschen übergesprungen ist. Das Virus lässt sich mit (begrenzt) viruziden Desinfektionsmitteln abtöten, eine Impfung gibt es bislang nicht. Wie lange die Viren auf Oberflächen überleben, sei noch nicht klar, so Dr. Norbert Pfeiffer von der Unimedizin in Mainz. „Es ist besonders ansteckend, aber nicht sehr resistent, das steht fest.“

Wie wird es übertragen?

Das Virus kann von Mensch zu Mensch übertragen werden. Dies geschieht über Tröpfcheninfektion, die Viren werden also über die Schleimhäute übertragen. Das kann über Niesen und Husten, aber auch über die Hände geschehen, mit denen anschließend Schleimhäute an Nase oder Augen berührt werden.

Wie viele Fälle gibt es derzeit in Deutschland?

Derzeit gibt es laut Robert-Koch-Institut mehr als 70 bestätigte Fälle in Deutschland (Stand: 1. März). In Rheinland-Pfalz halten sich drei Erkrankte auf: Am Mittwochabend bestätigte sich bereits bei einem Soldaten aus Nordrhein-Westfalen der Corona-Verdacht. Er wurde im nächstgelegenen Bundeswehr-Krankenhaus in Koblenz behandelt. Am Donnerstag wurde zudem ein Verdachtsfall in Kaiserslautern bestätigt. Auch eine Kontaktperson hat sich angesteckt.

Welche Symptome macht Covid-19 aus?

Eine Infektion mit dem Coronavirus kann Husten, Halsweh und Fieber hervorrufen. Manche bekommen auch Durchfall. Bislang verlief die Krankheit laut Robert-Koch-Institut bei den meisten Betroffenen aber mild, manchmal sogar gänzlich ohne Symptome. In Einzelfällen kann es auch zu schwereren Verläufen kommen, zum Beispiel wenn eine Vorerkrankung besteht oder es sich um ältere Menschen handelt. Der Anteil der Todesfälle liegt derzeit bei zwei Prozent.

Wie unterscheidet sich die Grippe von Covid-19?

Bei einer Grippe tritt zusätzlich Schnupfen auf, der bei Covid-19 eher kein Symptom darstellt. Außerdem liegt die Inkubationszeit bei ein bis zwei Tagen. Das Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass die Inkubationszeit bei Covid-19 bei bis zu 14 Tagen liegt.

Was muss ich tun, wenn ich den Verdacht habe, infiziert zu sein?

Sollten Symptome auftreten und der Betroffene in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu erkrankten Personen gehabt haben, besteht der Verdacht einer Infektion. Auch wenn sich der Betroffene in einem der Risikogebiete aufgehalten hat und nun Symptome entwickelt, ist ein Anruf beim Arzt ratsam. Derzeit liegen die Risikogebiete in Italien, dem Iran, in China und in Südkorea.

Wer glaubt, infiziert zu sein, sollte seinen Hausarzt anrufen und mit ihm die weiteren Schritte besprechen. Auf keinen Fall sollten Betroffene in die Praxis oder in die Notaufnahme gehen, da die Gefahr besteht, dass sie viele andere Menschen anstecken. Der Hausarzt veranlasst dann je nach Symptomatik eine Laboruntersuchung und meldet den Verdachtsfall an das zuständige Gesundheitsamt.

Wie kann ich mich schützen?

Wie Dr. Wolfgang Kohnen, stellvertretender Leiter der Abteilung für Hygiene und Infektionsprävention der Unimedizin, erklärt, hilft vor allem eines: Hygiene. „Richtiges Händewaschen und -desinfizieren ist sehr wichtig.“ Zudem solle man in die Armbeuge oder in ein Taschentuch husten und niesen, niemals aber in die Hände. Taschentücher sollten nach dem einmaligen Gebrauch sofort entsorgt werden, so Kohnen.

Händeschütteln und sich ins Gesicht zu verfassen solle außerdem vermieden werden. Auch ein Abstand von mehr als einem Meter sollte zu einem Erkrankten eingehalten werden. Masken und Schutzkleidung seien, so Kohnen, vor allem für medizinisches Fachpersonal notwendig. Laut Robert-Koch-Institut ist es zudem ratsam, Großveranstaltungen und Menschenansammlungen zu meiden.

Weitere Infos bekommt Ihr auf der Seite des Robert-Koch-Instituts. Außerdem spricht der Virologe Christian Drosten täglich im NDRinfo-Podcast über die neuesten Entwicklungen. (rk)

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