Mainzer Fastnachterinnen droht Gefahr durch K.O.-Tropfen

Der Frauennotruf Mainz warnt vor Betäubungsmitteln in Gläsern und informiert darüber, wo Betroffene Hilfe bekommen.

Mainzer Fastnachterinnen droht Gefahr durch K.O.-Tropfen

Der Frauennotruf Mainz informiert seit vielen Jahren mit der Kampagne „K.O.cktail - fiese Tropfen im Glas“ zum Thema K.O.-Tropfen. Insbesondere vor größeren Festen und Straßenpartys sei Vorsicht geboten. Nun macht die Fachstelle „Sexualisierte Gewalt“ auf die verstärkten Gefahren während der Fastnacht aufmerksam.

Die Methode sei heimtückisch: Ins Getränk gemischte Substanzen wie z.B. Gamma-Hydroxybuttersäure – auch Liquid Ecstasy, Fantasy oder Soap genannt – mache die betroffene Person innerhalb kurzer Zeit handlungsunfähig. „Es fühlt sich an wie ein Filmriss – plötzlich bricht die Erinnerung ab, eine Vergewaltigung wird körperlich gespürt oder erahnt“, erklärt Anette Diehl vom Frauennotruf. „Der damit einhergehende Kontrollverlust über den eigenen Körper und das Geschehen ist schwer auszuhalten. Die Betroffenen wachen manchmal an fremdem Orten auf und wissen nicht, was in den letzten Stunden vorgefallen ist.“

Betroffene erleben Kontrollverlust und nagende Zweifel

Den Betroffenen von sexueller Gewalt unter Einfluss von K.O.-Tropfen falle es oft schwer, ihr Leid deutlich zu machen. Häufig könnten sie sich an nichts Genaues erinnern oder würden nicht ernstgenommen, weil ihre Gedächtnislücken auf Alkohol zurückgeführt werden. Das Scham- und Schuldempfinden sei massiv, zumal viele Betroffene selbst glauben, sie hätten zu viel Alkohol getrunken. Diesen Schuldgefühlen müsse entgegengewirkt werden.

Es sei wichtig, dass nicht nur potenzielle Opfer ausreichend informiert seien, sondern auch ihre Freunde und medizinisches Fachpersonal, so der Frauennotruf. Denn auch Ärzte könnten die Betroffenen aufklären. Auch die Polizei müsste jedem Verdacht auf den Einsatz von K.O.-Tropfen konsequent nachgehen. Es gehe also nicht nur um Prävention, sondern auch um Nachsorge.

„Und ganz wichtig: Wir wollen, dass betroffene Frauen und Mädchen mit ihren Erfahrungen nicht allein bleiben und deshalb auch auf unser Beratungsangebot aufmerksam machen“, so Diehl. „Bei uns gibt es einen geschützten Raum, um alles vertraulich zu besprechen.“

Plakate, Faltblätter und Postkarten zur Kampagne "K.O.cktail - fiese Tropfen im Glas“ können beim Frauennotruf www.frauennotruf-mainz.de gegen Versandkosten bestellt werden.

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