Warum das Schwimmen im Rhein nicht möglich ist

Schwimmen im Rhein - ein Traum für viele Mainzer. Wird das in Mainz in Zukunft vielleicht möglich sein? Merkurist hat nachgefragt.

Warum das Schwimmen im Rhein nicht möglich ist

Wie kann die Stadt das Rheinufer attraktiver machen? Als Merkurist diese Frage vor rund einem Jahr seinen Lesern stellte, war die Top-Antwort durchaus überraschend. Denn die Mehrheit wünschte sich ein Rheinschwimmbad (wir berichteten). Auch Merkurist-Leser Manuel würde sich das wünschen. „Warum kann man in Basel im Rhein schwimmen? Wie wäre es mit Schwimmen im Zollhafen zwischen Weinlager und Pandiox?“, fragt er in einem Snip.

Das sagt die DLRG

Laut Christoph Morrison von der DLRG ist das Schwimmen im Mainzer Rheinabschnitt gesetzlich komplett verboten. Das bestimme die Verordnung über das Baden im Bereich der Wasser- und Schiffsfahrtsdirektion Mainz. Das Verbot gelte auch für den Zollhafen, den Leser Manuel genannt hat. „Die genannte Stelle liegt in einem Hafen. Dort ist mit Schiffsverkehr zu rechnen. Die Gefahr von Unfällen wäre sehr hoch“, so Morrison. Außerdem weist er auf die schlechte Wasserqualität des Hafenwassers hin: „Wie sich die fehlende Strömung im Hafenbecken auf die Wasserqualität auswirkt, wäre von anderer Stelle zu beurteilen. Aber überlegen Sie mal, welche Assoziationen Sie mit Hafenwasser verbinden.“

Es gebe aber andere Stellen in der Nähe, wo das Baden nicht verboten ist. Im Strandbad in Oppenheim kann man zum Beispiel auf eigene Gefahr schwimmen. Morrison steht dem Schwimmen im Rhein aber kritisch gegenüber. „Der Rhein ist eine Bundeswasserstraße, dies ist an Land vergleichbar mit einer Autobahn. Auf einer Autobahn würde man vermutlich auch keinen Spazierweg oder Spielplatz anlegen.“ Die Rettung von ertrinkenden Personen sei im Rhein sehr schwierig. „Anders als in einem Schwimmbad gibt es im Rhein keine Badeaufsicht, die sofort eingreifen könnte. An einem bewachten Badestrand sind die Reaktionszeit und die Anfahrtswege deutlich kürzer.“

Aber wäre ein Rheinschwimmbad dann nicht eine gute Option? Bis in die 1970er Jahre gab es in Mainz noch Schwimmbäder im Rhein. Die Gäste schwammen in Becken, die durch Holzpfähle begrenzt waren (wir berichteten).

Ein neues Rheinschwimmbad für Mainz?

„Nachdem in diesem Sommer drei Menschen im Rhein ertrunken sind, ist das Thema eigentlich vom Tisch“, sagt Ralf Peterhanwahr, Pressesprecher der Stadt Mainz. Wegen der starken Strömung und dem Untersog sei das Baden im Rhein vor Mainz mit vielen Gefahren verbunden. „Das mag in Basel anders sein, aber in Mainz ist das Schwimmen einfach nicht möglich“, erklärt er.

Aber kann man in Basel wirklich problemlos im Rhein schwimmen? Ein Sprecher der Kantonspolizei Basel äußert sich kritisch zu dem Thema. Dort sei an dem drei Kilometer langen Rheinuferabschnitt eine Schwimmzone abgesperrt. „20 bis 25 Meter vom Ufer entfernt wurde durch Tonnen ein Schwimmbereich von der Großschifffahrtsrinne abgetrennt“, sagt er. „Die Zone ist aber keine Schwimmzone in eigentlichen Sinne. Sie ist bloß ein empfohlener Aufenthaltsbereich für diejenigen, die unbedingt im Rhein baden gehen wollen.“ Es gebe jährlich mehrere Zwischenfälle, bei denen unerfahrene Schwimmer von der Strömung abgetrieben würden oder Kälteschocks bekämen.

Das Thema Rheinschwimmbäder könnte laut Ralf Peterhanwahr vielleicht in Zukunft irgendwann wieder aufgegriffen werden. „Wir haben aber zwei Schwimmbäder in Nähe des Rheins“, sagt er. Auch Morrison von der DLRG sagt: „Das Verhältnis der Kosten zu dem entstehenden Nutzen wäre eine weitere Frage. Ein Schild ‘Baden verboten’ ist da sicherlich günstiger.“ (rk)

Logo