Corona-Infizierte: Wie viele müssen aktuell stationär behandelt werden?

Aktuell gibt es laut dem Gesundheitsamt Mainz Bingen in Mainz 90 aktive Corona-Fälle. Einige Leser fragen sich deshalb, wie viele der aktuell mit Corona infizierten Personen in Mainzer Kliniken behandelt werden müssen. Wir haben nachgefragt.

Corona-Infizierte: Wie viele müssen aktuell stationär behandelt werden?

Seit einigen Wochen steigt die Anzahl der Corona-Infizierten im Kreis Mainz-Bingen und auch in der Stadt Mainz wieder an (wir berichteten). Doch wie viele der Infizierten müssen gerade in Mainzer Krankenhäusern behandelt werden und wie sind die Krankenhäuser auf eine mögliche „zweite Welle“ vorbereitet?

Schnelle Aufstockung möglich

Aktuell (Stand 15.09.2020) befindet sich im Katholische Klinikum Mainz (KKM) kein Patient mit einer Corona-Infektion in stationärer Behandlung, so eine Sprecherin des KKM. Das KKM sei auf einen Anstieg der Zahlen aber dennoch vorbereitet. Das erklärt der Ärztliche Direktor, Prof. Dr. med. Jörn O. Balzer, auf Merkurist-Anfrage: „Sollte ein erhöhter Bedarf an Intensivbetten erforderlich sein, ist das KKM, wie es in der aktuellen Corona-Landesverordnung vorgeschrieben ist, binnen 72 Stunden in der Lage, weitere Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit einschließlich der Versorgung und Behandlung durch das notwendige Personal für die Versorgung von Patienten mit COVID-19 Erkrankungen in Betrieb zu nehmen.“

Doch welches Fazit zieht Professor Balzer zum Vorgehen während der ersten Welle? „Einmal mehr hat sich gezeigt, dass gerade im Gesundheitswesen gute Zusammenarbeit unabdingbar ist: Eine gut abgestimmte Vorgehensweise mit dem Gesundheitsamt und dem Schwesterkrankenhaus, dem Heilig-Geist-Hospital (hgh) in Bingen, hat es möglich gemacht, dass Patienten aus dem KKM, die auf eine stationäre COVID-19 Behandlung angewiesen und verlegungsfähig waren, nach Bingen ins hgh verlegt werden konnten“, so Balzer.

Das hgh betreibe seit einigen Jahren eine sogenannte Weaning-Station, eine Station, die extra für die Beatmung beziehungsweise eigentlich der Entwöhnung von Patienten von Beatmungsgeräten ausgelegt sei. Deshalb verfügt man dort „über eine große fachliche Expertise, die diesen Patienten zugute kommt“. Im Falle einer zweiten Welle stehen im KKM 28 Betten zur Verfügung, „die Kapazität kann binnen 72 Stunden auf bis zu 40 Intensivbetten ausgeweitet werden“, so Balzer abschließend.

Die Antwort der Mainzer Unimedizin steht bisher noch aus. (mm)

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