Diese Gins kommen aus Mainz und Umgebung

Einer sieht aus wie Tinte, ein anderer wird direkt neben der Loreley gebrannt und für einen Gin zieht sich sogar TV-Star Joko Winterscheidt aus: Wir stellen Euch die Gins aus Mainz und Umgebung vor.

Diese Gins kommen aus Mainz und Umgebung

Ob pur oder mit Tonic Water: Gin ist das alkoholische In-Getränk. Mittlerweile hat fast jede Stadt in Deutschland ihre eigene Destillerie. Auch in Mainz und Umgebung haben in den den vergangenen Jahren mehrere Gin-Brennereien eröffnet. Wir stellen Euch die Gins aus der Gegend vor.

Tinte Gin

Er sieht aus wie Tinte, schmeckt aber zum Glück ganz anders: der „Tinte Gin“ von Florian Polakovski. „Er ist ein relativ runder Dry Gin mit Zitrus- und floralen Noten“, sagte Polakovski gegenüber Merkurist. „Durch afrikanisches Rotsandelholz hat er trotzdem Komplexität.“ Den Gin könne man pur oder auch mit Tonic Water trinken - dabei verfärbt er sich von dunkelblau zu lila.

Polakovski wohnt zwar in Mainz, geht aber seit Jahren viel auf Reisen. Aus Afrika und Asien nahm er einheimische Kräuter mit. Er experimentierte mit Tee- und Kaltgetränken, bis er für den Geburtstag eines Freundes die Rezeptur für den „Tinte Gin“ erfand. „Die blaue Farbe kommt von einer Blume aus Fernost, die in ärmeren Ländern dazu benutzt wird, den PH-Wert von Wasser anzuzeigen.“ Mit seinem Mainzer Start-up „Edelranz“ verkauft er seit Oktober 2018 seinen Gin, der in einer Destille im Rhein-Main-Gebiet hergestellt wird.

Loredry Gin

Der Gin „Loredry“ der Brüder Stefan, Andreas und Markus Wanning soll vor allem ihre Heimat abbilden. Das ist einerseits die Region um Mainz und Bingen: Aus der Binger Gegend kommen die drei Brüder, in Mainz hatte Markus eine Weile gelebt und gearbeitet. Andererseits aber auch das Mittelrheintal: „Wir sind alle Drei fasziniert von den Sagen, die aus dieser Gegend stammen - die Sieben Jungfrauen oder die Loreley“, so Markus. Die Destillerie in Dörscheid befindet sich ganz in der Nähe des Loreley-Felsens.

Einerseits ist der „Loredry“ als klassischer Gin erkennbar, andererseits hat er etwas „Floral-Fruchtiges“, um dem warmen Klima im Mittelrheintal gerecht zu werden. „Dann noch ein paar eher untypische Noten für den Hauch von Mystik“, so Markus. Das verkörpere vor allem die Mittelrheintalkirsche. Der Alkohol kommt aus Weintrauben, als Hauptkomponente hat der Gin die Wacholderbeere, die ihm den klassischen Geschmack verleiht.

Muscatel Distilled Gin

Für den Muscatel-Gin macht sich sogar TV-Star Joko Winterscheidt nackig. Der Grund: Seit einigen Jahren ist Winterscheidt Teilhaber am Mainzer Spirituosenhandel A Witch A Dragon and Me, der den Gin auf dem Markt gebracht hat. „Pascal Hedrich ist seit Ewigkeiten ein sehr guter Freund von mir“, erzählte Winterscheidt gegenüber Merkurist. „Pascal rief mich damals an und meinte, er hätte einen Gin gemacht, ob ich den mal probieren wollen würde.“

Für den Launch einer Zusammenarbeit mit der Handelskette real zog sich Winterscheidt sogar in einem Werbespot aus. Hedrich erklärte dies gegenüber Merkurist so: „‘Keep it simple. Drink it naked.‘ ist unsere Philosophie seit Tag eins.“ Mehr Infos zum Gin gibt es hier.

Fünfundsechzig 07

Seit Ende 2018 hat auch Ingelheim seinen eigenen Gin: den „Fünfundsechzig 07“. Insgesamt 19 Zutaten machen den Dry Gin aus, unter anderem Hibiskus, schwarze Johannisbeere, Koriander und natürlich Wacholder. Der Name des Gins ist an die alte Postleitzahl der Stadt angelehnt. „Ingelheim hat einfach einen eigenen Gin verdient“, sagte der Erfinder Thorsten Winternheimer gegenüber Merkurist. Hergestellt wir der Gin in der Brennerei von Heinz Dengel in Ingelheim.

Laut Winternheimer hebt sich der Gin von handelsüblichen Sorten deutlich ab. „Er folgt nicht dem Trend blumiger oder floraler Gins. Er ist komplex, kantig, markant und fordert Aufmerksamkeit - es ist kein Mainstream-Gin.“ (pk)

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