Für die Freiwillige Feuerwehr Kostheim ist es der „schwärzeste Tag der Geschichte der Wiesbadener Feuerwehr“: Am 23. Januar 1971 kamen drei Einsatzkräfte bei einem Brand im Kältetechnikwerk der Firma Linde ums Leben. In dieser Woche jährt sich die Katastrophe zum 55. Mal.
Die Tragödie nach dem Feuer
Der Einsatz begann am späten Abend des 23. Januar 1971 um 22:10 Uhr, als der Pförtner des Werks den Brand meldete. Wie die Feuerwehr berichtet, rückten sofort zahlreiche Kräfte aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet an. Beim Eintreffen in Kostheim war der Gebäudekomplex bereits stark verraucht. Die ganze Nacht hindurch kämpften die Feuerwehrleute unter schwierigsten Bedingungen gegen die Flammen. Gegen 6 Uhr morgens schien das Feuer endlich unter Kontrolle. Doch die eigentliche Tragödie sollte erst noch beginnen.
Acht Feuerwehrmänner der Berufsfeuerwehr Wiesbaden und der Freiwilligen Feuerwehr Schierstein betraten das Gebäude erneut, um nach weiteren Gefahrenquellen zu suchen. Nur wenige Minuten später stürzte ein Teil des zweigeschossigen Baus ein und begrub sechs der Männer unter den Trümmern.
Für drei von ihnen kam jede Hilfe zu spät. Nach tagelangen Bergungsarbeiten konnten sie nur noch tot geborgen werden. Bei den Opfern handelte es sich um den 53-jährigen technischen Amtmann Kurt Windrich und den 27-jährigen Oberfeuerwehrmann Albert Scheurich. Für den erst 16-jährigen Feuerwehrmann Karl-Heinz Bremser war es der erste und gleichzeitig letzte Einsatz seines Lebens. Sechs weitere Einsatzkräfte wurden verletzt in ein Krankenhaus gebracht.
Unvergessenes Opfer
Auch nach dem Einsturz war der Einsatz noch lange nicht beendet. Immer wieder flammten Glutnester auf, und das Gebäude stürzte weiter ein. Erst am 7. Februar, mehr als zwei Wochen nach dem Ausbruch, war der Brand vollständig gelöscht. In einer großen Trauerfeier am 1. Februar 1971 nahmen zahlreiche Menschen Abschied von den Verstorbenen. Ihre Särge wurden in der geschmückten Fahrzeughalle der Feuerwache am Kurt-Schumacher-Ring aufgebahrt.
Mehrere Gedenktafeln, unter anderem an der Feuerwache 1 und in Schierstein, erinnern bis heute an das Unglück. Auch auf ihrer Webseite gedenkt die Freiwillige Feuerwehr ihrer Kameraden: „Wir werden diesen Feuerwehrkameraden stets für das höchste Opfer, das ein Feuerwehrmann geben kann danken und ihrer Gedenken.“ Monate nach dem Brand kam es zu einer weiteren Tragödie, als bei den Wiederaufbauarbeiten im August 1971 der Stahlbauer Jovan Bulev ums Leben kam.