OB-Wahl: So nah lag die Merkurist-Umfrage am tatsächlichen Ergebnis

Die letzte Merkurist-Umfrage vor der Wahl zum Oberbürgermeister war extrem nah dran am vorläufigen Endergebnis. Wie genau funktioniert das Marktforschungstool von Merkurist?

OB-Wahl: So nah lag die Merkurist-Umfrage am tatsächlichen Ergebnis

Der Schock saß tief bei den Grünen: Mit gerade einmal 22,48 Prozent landete Kandidatin Tabea Rößner am Sonntag (27.10.2019) nur auf dem dritten Rang bei der Wahl zum Mainzer Oberbürgermeister. In die Stichwahl am 10. November gehen nach den vorläufigen Ergebnissen Amtsinhaber Michael Ebling (SPD) mit 40,96 Prozent und Nino Haase (parteilos) mit 32,42 Prozent. Für viele Beobachter war das Ergebnis überraschend, für Merkurist-Leser nicht.

Denn bei unseren drei Umfragen im Vorfeld zur OB-Wahl zeichnete sich ein eindeutiger Trend ab: Kam Nino Haase bei unserer ersten Umfrage im August noch auf 23 Prozent, steigerte er sich in den nächsten beiden Umfragen kontinuierlich. Mitte September erreichte er 29 Prozent, Mitte Oktober waren es schon 35 Prozent (wir berichteten). Diese waren letztlich nur rund 2,6 Prozentpunkte vom vorläufigen Endergebnis entfernt.

Ebling: Umfrage und Ergebnis exakt gleich

Noch näher dran war unsere Umfrage am Ergebnis von Michael Ebling: Mitte August sprachen sich 46 Prozent für den Amtsinhaber aus, Mitte September 50 Prozent und bei der letzten Umfrage vor der Wahl waren es 41 Prozent. Also genau das Ergebnis, das Ebling schließlich erreichte.

Am weitesten entfernt lag unsere letzte Umfrage im Fall von Tabea Rößner, die statt der prognostizierten 14 Prozent am Ende auf 22,48 Prozent kam. Stattdessen schnitten die OB-Kandidaten Martin Ehrhardt (Die Partei) und Martin Malcherek (Linke) bei unseren Lesern etwas besser ab. Doch dass alle drei Kandidaten keine Chance auf die Stichwahl haben würden, ermittelte die letzte Merkurist-Umfrage ebenfalls korrekt.

Unser Nutzer Dr. Burkhard Renk kommentiert unter dem Merkurist-Artikel zum Wahlergebnis: „Glückwunsch an den Merkurist, der aufgrund seiner Umfragen dieses Ergebnis vorhersagte.“ Doch wie kommt es, dass wir mit unserer Umfrage so nah am vorläufigen Endergebnis lagen?

Wie funktioniert die Merkurist-Umfrage?

Eine repräsentative Umfrage im wissenschaftlichen Sinne ist die Merkurist-Marktforschung (so der offizielle Name) nicht. Dennoch haben die Ergebnisse eine hohe Aussagekraft, weil unsere Leser auf unserer Seite die Fragen zufällig angezeigt bekommen – und nicht gezielt danach suchen können. Damit unterscheidet sich die Merkurist-Marktforschung von Facebook-Umfragen oder Televotings.

Bei politischen Fragen haben sich unsere bisherigen Marktforschungen immer als verlässlich erwiesen. So sprachen sich in einer Merkurist-Umfrage im März des vergangenen Jahres 75,4 Prozent der Befragten (ohne Unentschlossene) gegen den Bau des Bibelturms aus (wir berichteten). Das Ergebnis des Bürgerentscheids im April war nah dran: 77,3 Prozent votierten gegen den Bibelturm.

Auch Werbekunden können die Merkurist-Marktforschung nutzen – etwa, um zu erfahren, wie bekannt ihr Produkt in der Mainzer Bevölkerung ist. Daraus können sie wiederum Rückschlüsse für ihre weiteren Werbekampagnen ziehen. Merkurist-Geschäftsführer Jonathan Schulz sagt: „Wir haben viel an der Technik getüftelt, aber inzwischen aus den durchgeführten Umfragen auch viel gelernt. Unsere Umfrage-Ergebnisse liefern vielfach ein sehr aussagekräftiges Bild aus der Mainzer Bevölkerung.“ (df/skh)

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