Club geschlossen, keine Party: Was der „Schon Schön“-Opa jetzt macht

Normalerweise tanzt Klaus Tiller jede Woche in seinem Stamm-Club, dem „Schon Schön“. Da dieser wegen Corona geschlossen ist, sieht der Alltag des 68-Jährigen mittlerweile anders aus.

Club geschlossen, keine Party: Was der „Schon Schön“-Opa jetzt macht

Im „Schon Schön“ ist Klaus Tiller seit vielen Jahren eine Institution. Der „Schon Schön“-Opa, wie er liebevoll genannt wird, feiert regelmäßig in seinem Stammclub in der Großen Bleiche und tanzt dann auf dem Podest meist bis in den frühen Morgen. Doch genau das ist seit Ausbruch der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Schließung der Clubs nicht mehr möglich. Im Gespräch mit Merkurist erklärt Tiller, warum er sich trotzdem nicht die Lebenslust nehmen lässt und wie sein Alltag aktuell aussieht.

Auftritt in Musikvideo

Dass man momentan nicht mehr im Club tanzen kann, ist für den „Schon Schön“-Opa eine „kleine Katastrophe“. Deshalb sei es momentan auch eher langweilig. Da es in Hessen verboten sei - Tiller wohnt in Wiesbaden - in größerer Runde zusammenzukommen, treffe er sich momentan nur privat in kleiner Runde mit Freunden. Eine Geldstrafe wegen Nichteinhaltung der Corona-Vorgaben wolle er nämlich nicht riskieren, sagt Tiller.

Zuletzt hatte Tiller aber doch wieder einmal Grund zur Freude. Denn da durfte er in einem Musikvideo der Mainzer Band „Lilli Rubin“ auftreten und das tun, was er am liebsten macht - tanzen. „Das Video soll in ein paar Wochen auf ‘Tik Tok’ präsentiert werden. Mal schauen, wie viele Sekunden ich dann insgesamt zu sehen bin“, sagt Tiller. Um endlich wieder im Club tanzen zu können, würde sich Tiller auch gern stark einschränken. „Wenn man Freitag und Samstag tanzen dürfte, dann würde ich ab Sonntag freiwillig zwei Wochen in Quarantäne gehen.“

Generell sei es für ihn schwer nachzuvollziehen, dass Leute für einen Party-Urlaub ins Ausland fliegen können, hier aber die Clubs zu bleiben müssen. Einige Freunde aus der Clubszene hätten ihm auch schon angeboten, mit ihm zum Ballermann zu fliegen, als der noch nicht gesperrt war, sagt Tiller. Doch das wollte er nicht. Im Nachhinein sei er froh, es nicht gemacht zu haben. Momentan stehe er aber auch mit einigen anderen Freunden aus dem Club im engen Kontakt. „Ich bekomme viele Anrufe sowie Nachrichten, Fotos und Videos von früher zugeschickt. Alle sagen, dass es wieder Zeit wird, tanzen zu können.“

„Online-Disco macht nicht wirklich Spaß“

Um die Zeit bis zu diesem „Tag X“ zu überbrücken, tanzt der „Schon Schön“-Opa oft allein in seinem Wohnzimmer. Dann höre er ab und zu Musik-Livestreams, sagt Tiller. Richtig glücklich wird er dabei aber nicht. „Online-Disco im Wohnzimmer ist halt nicht das gleiche wie im Club und macht nicht wirklich Spaß. Das ist ein müder Ersatz, eine kleine Aufmunterung, mehr nicht.“

Die Lebenslust lässt sich Tiller durch die aktuelle Krise aber dennoch nicht nehmen. „Man darf einfach nicht seinen Humor verlieren, man kann sich auch über einen Sonnenuntergang oder einen Regenbogen freuen.“ Trotz aller Veränderungen in den vergangenen Monaten hat der „Schon Schön-Opa“, der seit dem 31. Juli jetzt ganz offiziell Rentner ist, seinen Tagesrythmus nicht umgestellt. „Ich bin ein Nachtmensch“, sagt Tiller. Wenn er nachts nicht allein tanze, dann gucke er Dokus im Fernsehen oder auch mal MTV. „Ins Bett gehe ich dann zwischen 6 und 8 Uhr morgens, Aufstehzeit ist zwischen 15 und 16 Uhr“, so Tiller.

Im November 2021 feiert der „Schon Schön“-Opa seinen 70. Geburtstag. Wenn die Clubs in Mainz dann immer noch geschlossen wären, dann würde Tiller doch noch einmal überlegen, zum Party machen wegzufliegen. „Falls es möglich ist, würde ich an den Ballermann fliegen und mir dort mal Mickie Krause und Jürgen Drews angucken.“ Vorher hat Tiller aber noch einen anderen Wunsch. „Ich würde mir wünschen, meinen 69. Geburtstag mit vielen Gästen wieder im ‘Schon Schön’ feiern zu können und dann natürlich zu tanzen.“ (df)

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