So lange muss man in Mainz für ein Eigenheim sparen

Eine neue Analyse zeigt: Wer in Mainz eine Immobilie kaufen will, muss lange sparen. Vor allem die hohen Preise und Nebenkosten wie die Grunderwerbsteuer sind eine große Hürde.

So lange muss man in Mainz für ein Eigenheim sparen

Wer in Mainz eine Immobilie kaufen möchte, muss dafür durchschnittlich 14,8 Jahre sparen. Das zeigt eine neue Analyse des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW), die für die ZEIT ausgewertet wurde. Das bedeutet: Man muss durchschnittlich 15 Jahre lang sparen, um das für den Kauf notwendige Eigenkapital aufzubringen – also einen kleinen Teil des Kaufpreises, das Geld für die Grunderwerbsteuer und den Notar.

Die Forscher haben berechnet, wie lange ein Haushalt braucht, um den Eigenanteil am Kaufpreis sowie die Kosten für Grunderwerbsteuer und Notar anzusparen. Für Mainz ergibt sich eine Anspardauer von 13,5 Jahren allein für den Eigenanteil. Weitere 1,7 Jahre kommen für die Grunderwerbsteuer und rund ein halbes Jahr für die Notarkosten hinzu. Grundlage der Berechnung ist allerdings eine Annahme: dass ein Haushalt monatlich 20 Prozent seines verfügbaren Einkommens zurücklegt.

Betrachtet haben die Wissenschaftler dann unter anderem die Angebotspreise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser sowie die durchschnittlich verfügbaren Haushaltseinkommen in der jeweiligen Region.

Deutliche Unterschiede in der Region

Im regionalen Vergleich zeigt sich, dass der Weg zum Eigenheim unterschiedlich lang ist. Während Käufer in Mainz fast 15 Jahre sparen müssen, sind es im benachbarten Wiesbaden sogar 17 Jahre. Ein Grund dafür ist die höhere Grunderwerbsteuer in Hessen, die bei sechs Prozent liegt. In Rheinland-Pfalz beträgt sie aktuell fünf Prozent. Im Landkreis Mainz-Bingen ist die Anspardauer mit 10,6 Jahren deutlich kürzer.

Bundesweit ist die Spanne noch größer: Im Landkreis Starnberg bei München müssen Käufer fast 28 Jahre sparen, im thüringischen Kyffhäuserkreis sind es nicht einmal vier Jahre.

„Ein Teil der Hürde beim Eigentumserwerb entsteht nicht nur durch hohe Preise, sondern auch durch politisch gesetzte Erwerbsnebenkosten“, sagt Jonas Zdrzalek, Wissenschaftler am Kiel Institut. Dies sei besonders für Haushalte ohne vorhandenes Vermögen relevant, da diese Kosten sofort beim Kauf anfallen. Allein für die Grunderwerbsteuer müsse man je nach Landkreis sechs Monate bis knapp drei Jahre sparen.

Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden bleibt für viele Menschen demnach in Deutschland ein Traum, so das Fazit der Analyse. Nicht einmal jeder Zweite wohnt im Eigentum, was den niedrigsten Wert innerhalb der Europäischen Union darstellt.