Raus aus Mainz – welche Orte boomen, wo kann man günstig wohnen?

Mainz gehört mit Frankfurt und Wiesbaden zu den bedeutendsten Städten im Rhein-Main-Gebiet. Die Nachfrage nach Wohnraum ist daher immens. Inzwischen gibt es jedoch den deutlichen Trend, die Stadt zu verlassen und ins Umland zu ziehen.

Raus aus Mainz – welche Orte boomen, wo kann man günstig wohnen?

Mainz ist schön – und zwar ganz schön teuer, vor allem wenn es um den Immobilienmarkt geht. Seit Jahren steigen hier die Mieten oder die Kaufpreise für Wohnungen und Häuser. Wohnraum für Haushalte mit niedrigem Einkommen ist kaum noch vorhanden (wir berichteten). Selbst Besserverdiener, die gerne in die eigenen vier Wände ziehen wollen, müssen mit Mindestausgaben von deutlich mehr als einer halben Million Euro rechnen. Doch „welche Mainzer Vororte beziehungsweise Alternativen gibt’s, wenn man aus der Innenstadt raus will?“, fragt ein Merkurist-Leser in seinem Snip.

„Deutlicher Trend raus aus der Stadt“

Leser Muko meint dazu: „Absolut zu empfehlen ist der Landkreis. Es hat jedes Mal etwas Befreiendes, nach Feierabend die Stadtgrenzen hinter sich zu lassen und vorbei an Feldern und Weinbergen nach Hause zu fahren.“ Immobilien-Experte Mario Koppius von der „Koppius & Schwartz Immobilienmaklergesellschaft“ kann diese Meinung nur unterstreichen: „Wir erkennen derzeit einen deutlichen Trend aus der Stadt heraus. Diese wird immer unattraktiver und ist bei dem derzeitigen Preisgefüge schwer erschwinglich.“ Gerade junge Familien würden jetzt die Vorteile einer ländlichen Lage suchen, so Koppius. Hier greife das Thema Sicherheit und Freifläche neben deutlich günstigeren Preisen.

Doch die gibt es nicht überall im Landkreis Mainz-Bingen beziehungsweise in Rheinhessen. So sieht Immobilien-Experte Koppius zwar das größte Potenzial für Bauherren derzeit in Bodenheim und Nieder-Olm. Doch seien beide Standorte „preislich am oberen Limit“ anzusiedeln. Das bestätigt auch der Bodenheimer Bürgermeister Dr. Robert Scheurer (CDU). So sei die Nachfrage nach Grund in Bodenheim immens. Die Preise gingen nur nach oben. „Der Quadratmeter-Preis liegt im Moment bei 1200 Euro.“ Vor allem bei den Neubaugebieten habe sich der Markt zuletzt sprunghaft entwickelt. Dies liege unter anderem an der guten Verkehrsanbindung. Wie Scheurer sagt, gebe es in der Verbandsgemeinde Bodenheim noch Potenzial, Wohnraum zu schaffen, doch man werde es nicht abrufen. „Es ist ein Spagat zwischen dem Erhalt der dörflichen Struktur und der Schaffung eines städtischen Charakters.“ Baugebiete werde es also weiterhin geben, aber nicht in dem Umfang, wie es möglich wäre – was sich aber in Zukunft doch noch ändern könnte.

Ebenfalls am oberen Limit sind die Immobilienpreise in Nieder-Olm. Die Stadt in direkter Nähe zu Mainz ist seit Jahren vor allem bei jungen Familien beliebt. Mit dem Immobilien-Projekt „Weinberg V“ wurden zuletzt noch einmal 115 Grundstücke (ab 360 Euro pro Quadratmeter, unerschlossen) vermarktet, wobei die Nachfrage das Angebot deutlich übertraf. Aktuell stünden nun aber keine weiteren Potenzialflächen für ein weiteres, großes Neubaugebiet zur Verfügung, wie die Stadt Nieder-Olm auf Anfrage mitteilt. Mittel- beziehungsweise langfristig seien jedoch weitere Entwicklungen nicht auszuschließen, nachdem die hierzu notwendigen Vorverfahren abgeschlossen sind. Diese seien aber erst ab dem Jahr 2025 möglich.

Günstiger wird es in Richtung Bad Kreuznach

Generell, fasst Immobilien-Experte Mario Koppius zusammen, seien insbesondere die Gemeinden außerhalb von Mainz stark nachgefragt, die eine gute Infrastruktur haben. Und hier könne eben die Rheinachse von Bodenheim bis Oppenheim genannt werden sowie Nieder-Olm und Klein-Winternheim wegen des vorhandenen Autobahnanschlusses. Im Umkehrschluss bedeutet das: „Überall dort, wo die Verkehrsanbindung insbesondere mit dem ÖPNV schwierig ist, verringert sich entsprechend die Nachfrage“, erklärt Koppius. Die günstigsten Immobilien in Rheinhessen fänden sich derzeit im Bereich Alzey oder in Richtung Bad Kreuznach.

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