Gender-Kritik an ARD und ZDF: Mainzer Professor unterzeichnet Aufruf

Mehr als 100 Sprachwissenschaftler kritisieren gegenderte Formen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Gender-Kritik an ARD und ZDF: Mainzer Professor unterzeichnet Aufruf

Sternchen, Doppelpunkt oder Unterstrich? Wenn es nach etwa 100 Sprachwissenschaftlern geht, dann keines davon. In einem öffentlichen Aufruf haben sich die Wissenschaftler gegen Gendersprache im öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) ausgesprochen.

In dem Aufruf heißt es unter anderem, dass das generische Maskulinum (zum Beispiel „die Lehrer“) mittlerweile als diskriminierende Sprachform angesehen werde. Dies weise man zurück. Falsch sei auch die Vermengung der Kategorien Genus und Sexus: Ein Maskulinum wie „Mensch“ könne eine Frau bezeichnen, das Femininum „Person“ einen Mann. Ebenso könnten mit „die Kunden“ Menschen jeglichen Geschlechts bezeichnet werden. „Wir fordern eine kritische Neubewertung des Sprachgebrauchs im ÖRR auf sprachwissenschaftlicher Grundlage.“

Auch Mainzer Professor unterschreibt Aufruf

Die Sprachverwendung des ÖRR sei Vorbild und Maßstab für Millionen von Zuschauern, Zuhörern und Lesern. „Daraus erwächst für die Sender die Verpflichtung, sich in Texten und Formulierungen an geltenden Sprachnormen zu orientieren und mit dem Kulturgut Sprache regelkonform, verantwortungsbewusst und ideologiefrei umzugehen.“ Mehr als drei Viertel der Medienkonsumenten bevorzugten laut Umfragen den etablierten Sprachgebrauch, der ÖRR solle den Wunsch der Mehrheit respektieren.

Unter den Unterzeichnern sind Mitglieder des Rates für deutsche Rechtschreibung, der Gesellschaft für deutsche Sprache und des PEN-Zentrums. Auch der Mainzer Sprachwissenschaftler Professor Petr Rösel unterzeichnete den Aufruf.

Gegenüber der „Bild“-Zeitung teilte die ARD mit, dass das Thema in den Rundfunkanstalten „durchaus unterschiedlich diskutiert und gehandhabt“ werde. Auch das ZDF stelle das Gendern den Moderatoren frei.

Was ist Gendern?

Mit Gendern ist eine geschlechtergerechte Sprache gemeint, mit der auch andere Geschlechter als das männliche angesprochen werden sollen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, zum Beispiel mit Genderstern (Lehrer*innen), mit Doppelpunkt (Lehrer:innen) oder mit einem neutral formulierten Begriff (Lehrkraft). Der öffentlich-rechtliche Rundfunk verwendet vor allem in seinen Social-Media-Formaten immer häufiger gegenderte Formen.

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