Gastro-Gipfel: Wie es jetzt für Clubs und Restaurants weitergeht

Können diese Maßnahmen die Mainzer Gastroszene retten? Am Montag trafen sich rund 50 Gastronomen mit Vertretern der Stadt und dem Nachtkulturbeauftragten. Das Ziel: Lösungen für den Herbst und Winter zu finden.

Gastro-Gipfel: Wie es jetzt für Clubs und Restaurants weitergeht

Mit Sorge blicken viele Gastronomen auf die kommenden Herbst- und Wintermonate. Groß ist die Angst, dass Gäste wegen niedriger Temperaturen ausbleiben - ob Außenflächen weiter genutzt werden können, ist derzeit noch unklar. Um Lösungen zu finden, haben sich rund 50 Vertreter aus der Mainzer Gastro- und Kulturszene am Montagnachmittag zu einem Gastro-Gipfel im Mainzer Kulturzentrum „KUZ“ getroffen. Ebenfalls beim Gipfel vertreten: Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD), Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) sowie der Mainzer Nachtkulturbeauftragte Timo Filtzinger.

Wie Filtzinger gegenüber Merkurist erklärt, seien Betreiber von Weinhäusern, Altstadtkneipen, Clubs und Szenelokalen anwesend gewesen. Die Gastronomen erfuhren während des Gipfels dann, dass einige Änderungen die angespannte Situation in den kommenden Monaten verbessern sollen. So wird der Mainzer Stadtrat in seiner Sitzung am Mittwoch (23. September) darüber entscheiden, ob vergrößerte Außenbereiche auch im Herbst und Winter weitergenutzt werden dürfen. Grüne, SPD und FDP haben einen Antrag gestellt, dass Außenflächen sogar bis Ende 2021 weiterhin genutzt werden dürfen.

So soll die Gastronomie unterstützt werden

Entschieden ist dagegen schon, dass Gastronomen in Außenbereichen Pavillons nutzen dürfen, auch mit einzelnen Seitenwänden. Wichtig dabei sei, so Timo Filtzinger, dass die Pavillons nicht ganz geschlossen werden. Dies solle dem Schutz vor Corona-Infektionen dienen. Auch sogenannte fliegende Bauten sollen nun gestattet werden - zum Beispiel Außenanbauten aus Holz, die nicht im Boden verankert sind. Hier werde lediglich vom Bauamt geprüft, ob Rettungswege in kürzester Zeit geräumt werden können. Zudem dürfen Gastronomen in den kalten Monaten auch Heizpilze in ihren Außenbereichen nutzen.

Für die Betreiber von Clubs und Diskotheken könnte nun eine Übergangslösung gefunden worden sein: Sie dürfen vorübergehend auf einen reinen Barbetrieb umsatteln. „Wichtig ist hierbei, dass die Clubs nach Ende der Corona-Krise auch wieder Clubs sind. Die Betreiber müssen also keinen Antrag auf eine Nutzungsänderung einreichen“, so Timo Filtzinger gegenüber Merkurist. Ob diese Maßnahme umsetzbar ist, müsse jedoch jeder Club für sich entscheiden. Vorab wird auch hier geprüft, ob Fluchtwege frei bleiben.

Gastronomen können sich außerdem nach Rücksprache mit Mainzplus Citymarketing auf eine Nutzung der Zelthalle auf dem Jockel-Fuchs-Platz oder des Schlossbiergartens bewerben. Die Flächen könnten dann entweder rein gastronomisch oder für Events genutzt werden. „Tanzveranstaltungen mit mehreren hundert Personen sind allerdings nicht denkbar“, so Filtzinger.

Weitere Treffen geplant

Der Mainzer Gastronom Kamil Ivecen betreibt mit seinen Brüdern Özgür und Veli den Biergarten „F. Minthe“ und das Restaurant „Le Bonbon“. Gegenüber Merkurist sagt er: „Die Atmosphäre beim Treffen war sehr konstruktiv. Ich finde es gut, dass die Stadtverwaltung uns unterstützt und darauf achtet, dass diese Unterstützung auch so unbürokratisch wie möglich abläuft.“ Wie Ivecen weiter berichtet, sei allgemein eine größere Solidarität zwischen des Gastronomen als noch vor der Krise zu beobachten.

Das Treffen am Montag war bereits der zweite Mainzer Gastro-Gipfel. Bereits Anfang August hatten sich knapp 40 Gastronomen versammelt und diskutiert. „Wir planen noch weitere Veranstaltungen dieser Art - sogar noch in diesem Jahr“ erklärt Timo Filtzinger. „Ich möchte den Mainzer Gastronomen ein großes Lob aussprechen: Sie nehmen das Angebot des Gipfels wahr, zudem haben sie sich bisher während der Krise sehr diszipliniert verhalten.“ (df)

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