Baustellen belasten Mainzer Innenstadt-Betriebe

Baustellen und Umleitungen belasten die Mainzer Innenstadt-Betriebe stark. Eine neue IHK-Umfrage zeigt: Einige fürchten sogar um ihre Existenz und fordern ein Umdenken.

Baustellen belasten Mainzer Innenstadt-Betriebe

Die Verkehrslage in der Mainzer Innenstadt bleibt aus Sicht der Unternehmen eine Belastung. Baustellen, Umleitungen und wechselnde Verkehrsführungen erschweren den Betrieben den Alltag und wirken sich zunehmend auf Erreichbarkeit, Kundenfrequenz und Abläufe aus. Das zeigt eine aktuelle Verkehrsumfrage der IHK für Rheinhessen, die am Montag (7. September) veröffentlicht wurde.

Rund vier von fünf Betrieben berichten, dass sich die Anbindung ihres Standorts seit der letzten IHK-Befragung im Jahr 2024 weiter verschlechtert hat. „Die Ergebnisse sind ein deutliches Warnsignal. Aus Sicht der Betriebe geht es längst nicht mehr nur um einzelne Baustellen, sondern um strukturelle Defizite bei Verkehrsführung, Planung und Kommunikation“, sagt Karina Szwede, Hauptgeschäftsführerin der IHK für Rheinhessen.

Die Verkehrslage belastet die Wirtschaft spürbar: 78 Prozent der Betriebe bewerten die wirtschaftlichen Auswirkungen als überwiegend negativ. Sie berichten von Problemen bei der Anfahrt der Beschäftigten, sinkenden Kundenzahlen, zusätzlichem Planungsaufwand, Umsatzeinbußen oder erschwerten Lieferungen. Zehn Unternehmen sehen darin sogar eine Bedrohung ihrer Existenz. „Die Innenstadt lebt davon, dass Menschen sie unkompliziert erreichen können“, sagt Jan Sebastian, Vorsitzender des Handelsausschusses der IHK für Rheinhessen. „Wenn Kundenbesuche ausbleiben oder die Anfahrt zu aufwendig wird, verliert der Standort an Attraktivität.“

Bessere Koordination und funktionierendes Gesamtsystem gefordert

Die Botschaft der Unternehmen ist klar: Baustellen müssen besser koordiniert, zeitlich entzerrt und verlässlicher kommuniziert werden. Die aktuelle Häufung von Baustellen sei auch Ausdruck eines über viele Jahre gewachsenen Sanierungs- und Investitionsstaus, macht die IHK deutlich. Umso wichtiger sei es, die notwendigen Maßnahmen so zu koordinieren, dass die Innenstadt erreichbar bleibt.

Dabei geht es den Unternehmen nicht um die Bevorzugung eines Verkehrsmittels. Zwar bleibt der Pkw für 94 Prozent der Befragten ein zentraler Faktor für die Erreichbarkeit. Gleichzeitig wird aber betont, dass auch der öffentliche Nahverkehr sowie der Fuß- und Radverkehr zuverlässig funktionieren müssen. „Es geht den Unternehmen nicht um die Bevorzugung eines einzelnen Verkehrsmittels, sondern um ein funktionierendes Gesamtsystem“, sagt Kai Langer, Vorsitzender des Mobilitätsausschusses der IHK. Für die Online-Umfrage wurden vom 18. bis 21. August IHK-Mitgliedsunternehmen aus Handel, Gastgewerbe und Dienstleistung in der Mainzer Innenstadt befragt.