Neue Corona-Beschlüsse: „Die Unternehmen sind sehr enttäuscht“

Kein Verständnis für geschlossene Geschäfte

Neue Corona-Beschlüsse: „Die Unternehmen sind sehr enttäuscht“

Nachdem Bund und Länder am Mittwoch neue Corona-Maßnahmen beschlossen haben, äußert sich der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rheinhessen Günter Jertz dazu. Gegenüber Merkurist erzählt er einen Tag nach der Ministerpräsidentenkonferenz vom Unmut der Unternehmen über die Strategie von Bund und Ländern.

„Die geschlossenen Unternehmen sind von den Beschlüssen sehr enttäuscht“, sagt Jertz. Es sei frustrierend, dass das Impfen und Testen weiterhin nur schleppend verlaufe und die digitale Nachverfolgung noch nicht zufriedenstellend funktioniere. „Der dringend erforderliche Strategiewechsel weg von einer inzidenzorientierten Schließung ganzer Branchen hin zu einer evidenzbasierten Öffnungsstrategie ist so ein weiteres Mal unterblieben.“ Solch ein Ansatz würde effektiven Gesundheitsschutz mit Perspektiven für die Wirtschaft verbinden, so der IHK-Geschäftsführer weiter.

Bei den Unternehmen zeige sich vor allem Unverständnis über die Entscheidung von Bund und Ländern, die Läden vorerst nicht wieder aufzumachen. „Die betroffenen Unternehmen verstehen nicht, warum sie weiterhin geschlossen bleiben müssen“, sagt Jertz. „Obwohl sie ausgefeilte Hygienekonzepte umgesetzt haben und von ihnen kein erkennbares Risiko ausgeht."

Hintergrund:

Bund und Länder haben sich am Mittwoch auf Öffnungsschritte geeinigt. In Rheinland-Pfalz dürfen ab dem 8. März Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte wieder öffnen. Auch die körpernahen Dienstleistungen können wieder starten. Wenn dabei keine Maske getragen werden kann, wie zum Beispiel in der Kosmetik, muss ein tagesaktueller Test vorgezeigt werden. Erst ab einer stabilen Inzidenz unter 50 kann der Einzelhandel generell wieder geöffnet werden.

In Rheinland-Pfalz lag diese in den vergangenen Tagen mal unter und mal über 50. Zunächst soll deshalb nur das Terminshopping erweitert werden: Ein Kunde pro 40 Quadratmeter darf mit vorherigem Termin einkaufen. Weitere Schritte sollen in den nächsten Tagen mit Industrie- und Handelskammern, dem Einzelhandelsverband und den kommunalen Spitzenverbänden besprochen werden. Sollte die 7-Tage-Inzidenz im Land stabil unter 50 liegen, könne der Einzelhandel wieder öffnen. Auch Museen, Galerien und botanische Gärten könnten dann mit Terminbuchung und Dokumentation öffnen.

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