Was wurde aus dem berühmten Mainzer Rosenverkäufer?

Bis vor etwa sieben Jahren war der Rosenverkäufer Hussain eine Legende des Mainzer Nachtlebens. Wer in Mainz unterwegs war, traf früher oder später auf ihn. Doch dann verschwand er plötzlich. Was wurde aus Hussain?

Was wurde aus dem berühmten Mainzer Rosenverkäufer?

Wer seit mindestens sieben Jahren in Mainz lebt, kennt ihn vermutlich noch: den berühmten Mainzer Rosenverkäufer Hussain. Ihm wurde damals sogar eine eigene Gruppe im Studenten-Netzwerk „Studi VZ“ gewidmet. War man im Mainzer Nachtleben unterwegs, traf man Hussain zwangsläufig - und meist nicht nur einmal. Für Frauen hatte er immer ein nettes Kompliment parat, meistens verschenkte er seine Rosen, statt sie zu verkaufen.

Ein Artikel des Sensor-Magazins aus dem Oktober 2010 ist das einzige Zeugnis, das man über Hussain im Internet findet. „Jeden Tag, meist zwischen 18 und 24 Uhr, streift er in Lederjacke, Kappe und Jeans durch die Gastronomie, um Rosen unters Volk zu bringen“, heißt es in dem Artikel. Zudem stamme er aus Pakistan, sei politischer Flüchtling und wohne in Rüsselsheim. Schon seit 2002 sei er in Mainz als Rosenverkäufer unterwegs gewesen. „Aus dem Mainzer Nachtleben ist er nicht mehr wegzudenken.“

Doch seit etwa sieben oder acht Jahren ist Hussain weg, zumindest nicht mehr in den Mainzer Bars und Kneipen unterwegs. Was ist aus ihm geworden? Laut „Sensor“ stammten die Blumen, die Hussain verkaufte, von der Firma Bloomways, die unter anderem in Kelsterbach sitzt. Dort weiß man von Hussain allerdings nichts mehr. „Da können wir Ihnen leider nicht weiterhelfen.“ Lebt Hussain überhaupt noch in Deutschland? Leserin Ann vermutet: „Soweit ich weiß, wurde er abgeschoben, er war der beste!“. Auch ein Mainzer Gastronom habe gehört, dass Hussain vor einigen Jahren abgeschoben wurde.

Auch Klaus Rupp, Inhaber der Gaststätte Specht, erinnert sich noch an Hussain. Vor etwa 20 Jahren sei dieser zum ersten Mal in sein Lokal gekommen: „Er hat den Leuten die Rosen etwas unbeholfen unter die Nase gehalten. Dann kam es zu einer sehr kuriosen Situation: Ein etwas großmäuliger Gast hat die Köpfe der Rosen einfach abgebissen“, sagt Rupp und lacht. „Seit diesem Abend war Hussain der Einzige, der bei uns Rosen verkaufen durfte.“

Schließlich sei Hussain auch nicht mehr ins „Specht“ gekommen - bis vor etwa vier oder fünf Jahren. „Er kam noch ein einziges Mal zurück, da habe ich ihn gefragt, wo er die ganze Zeit war“, erinnert sich Rupp. Der bekannte Rosenverkäufer habe ihm erzählt, dass er zurück in seine Heimat und zu seiner Familie gegangen sei. Wegen eines Hochwassers habe er dort aber alles verloren. „Seitdem habe ich ihn nicht mehr gesehen“, so Rupp.

Doch auch, wenn Hussain schon seit Jahren keine Rosen mehr verkauft, die Mainzer haben ihn nicht vergessen. Auf Instagram denken noch viele an. So postet ein User: „Einen gab es mal, der hat den Mädels ganz oft Rosen geschenkt“. Ein anderer schreibt: „Ich glaube, er hat mehr Rosen verschenkt als verkauft.“ Und ein weiterer User kommentiert: „Der Rosenverkäufer, der immer Rosen verschenkt hat, musste soweit ich weiß irgendwann wieder zurück in seine Heimat. Hoffe, es geht ihm gut!!!“ (mm/pk)

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