Warum es in Mainz keinen ausgewiesenen Platz für Hunde gibt

Eine Hundebesitzerin aus Mainz fordert eine Hundewiese, doch die Stadt lehnt ab. Was sind die Gründe und welche Alternativen gibt es?

Warum es in Mainz keinen ausgewiesenen Platz für Hunde gibt

Fast 6000 Hunde sind in Mainz angemeldet (Stand April 2022), und alle brauchen ihren Auslauf. Hundebesitzer klagen über Platzmangel, Bürger über die Hinterlassenschaften. Astrid Jakowski-Knaupp, die in der Nähe des Hartenbergparks wohnt, kam nun die Idee, einen Hundefreilaufplatz in Mainz zu etablieren, damit die Tiere ausreichend Bewegung bekommen und Kontakt zu Artgenossen aufnehmen können. Doch die Stadt Mainz winkt ab.

Die Antwort auf ihr Anliegen bei der Stadt kam sogar vom ehemaligen Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) persönlich, der selbst Besitzer eines Hundes „mit viel Bewegungsdrang“ ist. Das gibt er im Antwortschreiben an, das Merkurist vorliegt. „Auch wir freuen uns über jede Gelegenheit, leinenlos zu spielen und mit anderen Hunden herumzutoben.“

Grünflächen nur begrenzt verfügbar

Ebling berichtet, dass immer wieder der Wunsch nach einem eingezäunten Bereich in den Grünanlagen aufkomme, in denen die Tiere ohne Leine laufen können. Doch: „Leider sind die Grünflächen in der verdichteten Innenstadt nur sehr begrenzt verfügbar und müssen dabei auch noch eine Vielzahl von unterschiedlichen Nutzungsansprüchen erfüllen“, so Ebling weiter. So müssten etwa ausreichend Orte für Freizeitgestaltung, Erholung, Spiel und Sport vorhanden sein. Auch sollen die Grünflächen Lebensräume für Pflanzen und Tiere bieten.

Die Einzäunung von großflächigen Teilbereichen, die dann ausschließlich von Hunden und ihren Haltern genutzt werden, sei daher „im Sinne einer nutzungsoffenen Gestaltung und gemeinschaftlichen Nutzbarkeit unserer Anlagen eher kritisch zu beurteilen“. Außerdem befürchte Ebling, dass solche Plätze schnell verschmutzt würden, da nicht alle Menschen die Hinterlassenschaften der Tiere entfernen.

Der Ex-OB hatte aber einen Vorschlag: Statt in einem innerstädtischen Park käme für eine solche „Auslaufwiese“ der Siedlungsrand oder andere Orte in Frage, die räumlich nicht so stark beengt seien. Diese Anlage könne von einem Verein getragen und durch Ehrenamtliche bewirtschaftet und gepflegt werden.

Mainzerin will Verein gründen

Astrid Jakowski-Knaupp nahm sich den Vorschlag Eblings zu Herzen und plante die Gründung eines Vereins. „Hunde Spiel und Spaß e.V.“ sollte er heißen und unter anderem zum Zweck haben, die Tiere der Mitglieder auf einem Hundeplatz frei laufen und sie dadurch das Sozialverhalten üben zu lassen. Ein freies Training soll möglich sein sowie eine stunden- oder auch tageweise Unterbringung der Hunde. Alle Überlegungen hat sie in einer Satzung und einem Business-Plan festgehalten. Darin steht auch, wer das Grundstück für den Platz finanzieren soll: „Grund und Boden bekommt der Verein von der Stadt Mainz zur Verfügung gestellt.“ Seitdem wartet sie auf Rückmeldung aus der Stadtverwaltung. Auch auf die Merkurist-Anfrage lag bis Redaktionsschluss keine Antwort vor.

„Die laufenden Kosten würden wir als Verein tragen“, so Jakowski-Knaupp gegenüber Merkurist, finanziert etwa durch Mitgliedsbeiträge, Spenden von „Firmen und natürlichen Personen sowie Vereinbarungen mit Hundebedarfsfirmen“. Ein Mitgliedsausweis berechtige zum Zutritt während der Öffnungszeiten. Mit einem Fremdkapital sollen so anfangs vor allem der Hundeplatz und das Vereinsheim ausgestattet werden.

„In Mainz herrscht Leinenpflicht. Es gibt in Mainz keinen Raum, um seine Hunde in einem abgegrenzten Areal frei laufen zu lassen“, so Jakowski-Knaupp. Viele Hundebesitzer würden sich einen solchen Platz wünschen.

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