Mainzer Professor warnt: Sehvermögen der Kinder wird schlechter

Wer oft und lange Zeit am Bildschirm verbringt, hat ein höheres Risiko, kurzsichtig zu werden. Nun warnen Experten: Das viele Homeschooling und die verminderten Freizeitaktivitäten können bald dazu führen, dass Kinder immer schlechter sehen.

Mainzer Professor warnt: Sehvermögen der Kinder wird schlechter

„Die Kinder müssen raus!“ warnt Prof. Dr. Norbert Pfeiffer. Der Direktor der Universitäts-Augenklinik Mainz ist gleichzeitig Vorstandsmitglied der Stiftung Auge der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft. Nicht nur Erwachsene verbringen mehr Zeit am Bildschirm, auch Kinder saßen während der Homeschooling-Zeit täglich stundenlang am Computer. Wer sein Auge an die Nahesicht gewöhnt, fördert das Längenwachstum des Augapfels. Die Folge: Die Kurzsichtigkeit (Myopie) wird wahrscheinlich zunehmen - auch bei Kindern.

Etwa ein Drittel der Deutschen seien kurzsichtig, sagte Pfeiffer kürzlich während einer Online-Pressekonferenz der Stiftung Auge. Vor der Pandemie hatte er in einer langjährigen Studie mit Menschen in Mainz und Umgebung herausgefunden, welche Faktoren die Kurzsichtigkeit fördern. Den größten Einfluss habe die Schulbildung, mehr noch als die Gene, sagte Pfeiffer laut der Zeitschrift pta forum. „Für jedes Jahr, das wir in die Schule gehen, werden wir ein bisschen kurzsichtiger.“

Maßnahme gegen Kurzsichtigkeit: Zeit im Freien

In asiatischen Ländern neigen die Menschen laut Pfeiffer daher besonders stark zur Kurzsichtigkeit. Dort gebe es Rekrutenjahrgänge, bei denen 90 Prozent eine Brille für die Ferne tragen. Das liege vor allem daran, dass die Kinder so früh eingeschult und so schon früh mit der Naharbeit konfrontiert werden.

Pfeiffer und andere Augenspezialisten befürchten nun auch für Kinder in Deutschland eine Verschlechterung des Sehvermögens. Neben dem Homeschooling haben die verminderten Freizeitaktivitäten ihre Auswirkungen. Die beste Maßnahme sei der Aufenthalt im Freien, sagte Pfeiffer während der Konferenz: „Wer sich mindestens zwei Stunden täglich im Freien aufhält und bewegt, kann dem vorbeugen.“

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