Die verrückte Minigolfanlage

Schwarzlicht, 3D und Minigolfschläger: Die Altstadt bekommt bald eine außergewöhnliche Freizeitanlage. Was es damit auf sich hat.

Die verrückte Minigolfanlage

Herborn hat eine, Hamburg und Bremen auch, in Berlin gibt es sogar zwei davon: eine Schwarzlicht-Minigolfanlage. Den meisten Menschen im Rhein-Main-Gebiet dürfte der Begriff dagegen wenig sagen. Das wird sich allerdings bald ändern: In der Holzstraße gegenüber vom Penny-Markt und der Kneipe Zum Römerschiff wird derzeit gewerkelt und gesprayt. Bis vor vier Jahren befand sich in den Räumen noch ein Schlecker, seit der Schließung stand das Gebäude leer. Bald werden hier Minigolfbälle unter Schwarzlicht rollen. Doch warum braucht Mainz das überhaupt?

„Ich wollte schon immer Dinge machen, die sonst keiner macht.“ - Geschäftsführer Daniel Kayser

„Ich habe das vor eineinhalb Jahren in Bremen gesehen - und war schwer beeindruckt“, sagt Geschäftsführer Daniel Kayser. Er betreibt seit acht Jahren die Bar „Kamin“, die sich in der Nähe der neuen Anlage befindet. „Ich wollte schon immer Dinge machen, die sonst keiner macht“, so Kayser. Im Kamin sei es das Flammkuchenkonzept, in der Holzstraße nun die Schwarzlicht-Anlage. Nach dem Besuch in Bremen stand für ihn fest, dass er etwas Ähnliches auch in Mainz aufbauen will. Dafür hatte er zunächst eine Halle in Mombach vorgesehen, die rund 800 Quadratmeter fasste. „Da hätten wir aber für 120.000 Euro erst einmal eine Klimaanlage einbauen müssen.“ Also suchte er weiter - und fand den ehemaligen Schlecker in der Altstadt.

Das Problem: Die Räume sind nur rund 300 Quadratmeter groß. „Wir haben uns trotzdem dafür entschieden, weil die Lage ideal ist. Außerdem: Wenn wir den Platz perfekt nutzen, fällt es nicht so auf, dass die Räume eher klein sind.“ „Wir“, das sind Kayser und zwei Investoren: Tim Schieferstein von goldsilbershop.de und der Akquisiteur Matthias Götz. Obwohl die Halle kleiner ist als in Mombach, soll es eine 18-Loch-Anlage werden - wie auf einer gewöhnlichen Minigolfanlage.

Das Motto heißt Action

Gewöhnlich wird die Anlage in der Holzstraße aber keineswegs. So erinnern die Räume eher an eine Lasertag-Halle als an eine entspannte Seniorenbeschäftigung. Zwar sind die Bahnen größtenteils noch nicht eingerichtet, doch die Deko an den Wänden gibt bereits die Marschroute vor: Action.

Jeder Spieler wird außer einem Schläger auch eine 3D-Brille erhalten. In den folgenden ein bis eineinhalb Stunden schiebt er dann den Ball nicht einfach über einen Zick-Zack-Kurs ins Loch, sondern soll währenddessen ein richtiges Abenteuer erleben: Wände, die sich mit jedem Schritt bewegen, Effekte, die dem Spieler weismachen, dass er gleich in ein Loch tritt, Druckwellen, die die Bahnen in Bewegung versetzen.

Unter dem Schwarzlicht kommt dabei vor allem die Wandbemalung zur Geltung: Sprayer aus Griechenland, der Schweiz und Dresden sorgen für beeindruckende 3D-Bilder. Das inhaltliche Konzept der Anlage sieht eine Art Kampf zwischen Gut und Böse vor: Die Minigolfer sollen den sogenannten Schwarzlichthelden dabei helfen, die Bösewichte zu besiegen.

Wann es los geht

Doch wann geht es los? „Wir wollen frühestens im November starten“, sagt Kayser. „Realistischer ist Dezember, allerspätestens Januar.“ Das Weihnachtsgeschäft würde er gerne noch mitnehmen, dann wird es für die Besucher auch Gruppentickets geben. Im Normalfall zahlen Erwachsene 9,50 Euro, die ermäßigten Karten sollen 7,50 Euro kosten. Für eine richtige Gastronomie sind die Räume zu klein, verkauft werden aber kleinere Snacks und Getränke. Einen kleinen Vorgeschmack auf die offizielle Eröffnung wird es voraussichtlich am nächsten Donnerstag geben: Dann eröffnet zumindest das Schaufenster, das die Holzstraße künftig beleuchten wird.

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