Hinweis zum Crowdfunding in Hechtsheimer Bücherschrank

Die Mainzer Autorin Jennifer Hilgert möchte ihr 2017 veröffentlichtes Buch „Tage wie Türkis“ als Hörbuch vertonen. Um dies zu finanzieren, bittet sie die Leser um Hilfe.

Hinweis zum Crowdfunding in Hechtsheimer Bücherschrank

Wer in den vergangenen Tagen in Hechtsheim in den öffentlichen Bücherschrank geschaut hat, dem ist bestimmt das Buch „Tage wie Türkis“ aufgefallen. Die Autorin selbst hat es hineingelegt. Und das aus einem bestimmten Grund. Sie möchte ihr Buch als Hörbuch vertonen und hofft, Unterstützung von den Lesern zu bekommen. Mit einem Crowdfunding-Aufruf, den sie dem Buch beigelegt hat, bittet sie um finanzielle Unterstützung. Als Selfpublisherin hat sie keinen Verlag im Rücken, der das Vorhaben finanzieren würde.

Warum die Autorin das Buch unbedingt vertonen möchte

Jennifer Hilgert möchte ihr Buch selbst einlesen. „Ich wünsche mir, mein Buch auch durch meine Stimme zum Leben zu erwecken.“ Es gebe nichts Schöneres für sie, als ihr Buch selbst einzusprechen. „Nicht zuletzt, weil ich immer wieder Komplimente für meine Lesestimme bekomme“, erläutert die Autorin.

Und es gibt einen weiteren Grund, warum Jennifer Hilgert ein Hörbuch produzieren möchte. Sie möchte ihr Buch auch sehbehinderten Menschen und Analphabeten zugänglich machen. Autorenkollegin Katharina Mohini habe sie auf die Idee gebracht. „Sie erzählte mir im letzten Jahr auf der Frankfurter Buchmesse, dass sie eine Freundin habe, die blind sei. Die liebte mein Buch und habe es in ihrer Gruppe empfohlen, in der weitere Menschen mit Sehbehinderungen seien. Ich habe da wohl einen echten Fankreis, was mich total glücklich gemacht und sehr überrascht hat. Des weiteren könnte meine Oma endlich eines meiner Bücher hören. Der Krieg hat es ihr verwehrt, das Schreiben und Lesen so zu lernen, dass sie ein ganzes Buch von mir lesen könnte.“

Was finanziert werden soll

Das von Jennifer Hilgert gesetzte Fundingziel beträgt 1362 Euro. Mit dem Geld möchte die Autorin, außer der Zugfahrt und Übernachtung, die Produktion des Hörbuchs im Düsseldorfer MSP Studio finanzieren. Durch Mix, Schnitt und Mastering sollen die Aufnahmen in verschiedenen Formaten wie beispielsweise als Wave- oder MP3-Datei angeboten werden. Laut Hilgert belaufen sich die Kosten hierbei auf rund 760 Euro. Zusätzlich zu den Produktionskosten kommen noch Kosten für die Verfügbarkeit des Hörbuchs auf.

Es sollen CDs produziert und der Download auf Hörbuchportalen wie Audible angeboten werden. „Hierfür hatte ich mir vorgestellt, eine beliebige Auflage als CD einschließlich bedruckter CD und Hülle pressen zu lassen. Das ist letztlich abhängig von den Unterstützenden“, erläutert sie. Die Kosten für eine Auflage von 100 Stück belaufen sich nach ihren Angaben auf 300 Euro. Außerdem habe der Verlag „KopfKino“ angeboten, das Hörbuch über Audible, iTunes und Amazon ohne Extrakosten herauszugeben. Dafür fordert der Verlag jedoch 15 Prozent des Gewinns ein.

Noch bis zum 18.August können Leser und andere Interessierte spenden. Bis jetzt wurden durch 35 Spenden bereits 895 Euro gesammelt. „Ich bin guter Dinge und hoffe, dass ich vor allem das erste Crowdfunding-Ziel von 1362 Euro erreichen kann“, erklärt Hilgert. „Wenn es klappt, bin ich froh. Und wenn es nicht klappt bin ich genauso froh. Zu erleben, wie sich meine Leser, Freunde, Familie und Bekannte für das Projekt begeistern, ist schon unbezahlbar“, erklärt die Autorin. „Wenn ich es nicht erreiche, dann ist das für mich das Zeichen, das Projekt ruhen zu lassen. Das Buch wie die Hörbuchidee. Ich habe dann noch einige Lesungen mit ‘Tage wie Türkis’ in diesem Jahr und noch drei Teilnahmen an Buchmessen, aber ansonsten ist es für mich dann erledigt. Im besten Sinne. Ich habe es dann wenigstes versucht.“

Falls Hilgert das Ziel nicht erreichen sollte, werden alle Spenden zurücküberwiesen. „Es war dann nicht vollkommen für die Füße, weil ich ja trotzdem in dieser Zeit des Crowdfundings gemerkt habe, wie viele sich für mein Hörbuchprojekt begeisterten und mobilisieren.“ (df)

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