Eine riesige Konstruktion aus Traversen, die bis zur Decke reichte, dazu eine Menge lange Seile, die durch den Innenraum gespannt waren: Wer in den vergangenen Wochen den Mainzer Dom betrat, konnte Höhenkletterer im Chorgestühl im Westchor beobachten.
Der Grund: Zum ersten Mal seit den 1950er-Jahren wurde hier die Decke gereinigt. Wie das Bistum Mainz erklärt, entfernten sie hier Rückstände von Kerzenruß, Weihrauch und anderen Verschmutzungen, die teils schon seit Jahrzehnten hingen.
Beauftragt worden waren die Industriekletterer von der Dombauhütte, die statt eines Gerüsts lieber auf diese luftige Konstruktion setzten. „Höhenarbeiter konnten sich damit bis in die verschiedenen Winkel des Gewölbes abseilen und die Flächen mit speziellen Restaurierungsschwämmen reinigen“, heißt es von Seiten des Bistums.
„Wie ein überdimensionales Spinnennetz“
Zum anderen hätte ein Gerüst vom Boden bis zum Gewölbe den Dom über Wochen für Besucher stark eingeschränkt. Laut dem Dombauhüttenleiter Jörg Walter hätte diese Lösung den Aufwand deutlich reduziert. Die Konstruktion sei speziell für die Anforderungen des Mainzer Doms entwickelt worden. Über das historische Chorgestühl wurde Folie ausgelegt, um diese zu schützen. Somit sah die komplette Konstruktion aus „wie ein überdimensionales Spinnennetz“, schreibt das Bistum selbst.
Die Technik hat sich bewährt: Wie das Bistum weiter mitteilt, soll sie bald auch in weiteren Bereichen des Mainzer Doms angewendet werden.
Einen kleinen Film zu den Arbeiten im Dom könnt ihr euch auf der Youtube-Seite des Bistums anschauen: