Verdacht der fahrlässigen Tötung: Ermittlungen gegen Landrat von Ahrweiler eingeleitet

Hätten Gefahrenwarnungen und Evakuierungen eher erfolgen müssen?

Verdacht der fahrlässigen Tötung: Ermittlungen gegen Landrat von Ahrweiler eingeleitet

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat Ermittlungen gegen den Landrat des Kreises Ahrweiler, Jürgen Pöhler (CDU), und ein weiteres Mitglied des Krisenstabes aufgenommen.

Nach mehrtägigen Recherchen wird wegen des Anfangsverdachtes der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung durch Unterlassen im Zuge der Flutkatastrophe Mitte Juli im Ahrtal ermittelt. 141 Menschen kamen dabei ums Leben. Die polizeilichen Ermittlungen hat das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz (LKA) übernommen.

Wie das LKA am Freitag mitteilt, sind im Rahmen der Ermittlungen bereits Unterlagen und Daten des Landkreis-Krisenstabs sichergestellt worden. Gleiches gilt für Kommunikationsmittel der beiden Beschuldigten. Sie sollen nun ausgewertet werden. Laut Staatsanwaltschaft hätten sich Anhaltspunkte ergeben, wonach in der Flutnacht am 14. Juli spätestens ab circa 20:30 Uhr Gefahrenwarnungen und Evakuierungen geboten gewesen wären.

Die Staatsanwaltschaft Koblenz weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass derzeit lediglich ein Anfangsverdacht besteht. Wegen der komplizierten Rekonstruktion der Ereignisse und der Dramatik der Lage, betont die Staatsanwaltschaft noch einmal ausführlich, dass für die Beschuldigten zunächst die Unschuldsvermutung gilt. Die Ermittlungen würden nun noch „einige Zeit in Anspruch nehmen“, weshalb nicht mit schnellen Ermittlungsergebnissen zu rechnen sei.

Logo