Die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke im Ortsbeirat Mainz-Neustadt fordern die Einrichtung von Temperaturmessstationen im Stadtteil. Mit einem gemeinsamen Antrag wollen sie erreichen, dass die Stadtverwaltung das Mikroklima misst und die Daten öffentlich zugänglich macht.
Hintergrund des Antrags sind eigene Messungen der Parteien vom 26. Juni 2026. Dabei stellten sie erhebliche Temperaturunterschiede in der Neustadt fest. Während in der beschatteten Hindenburgstraße 36 Grad Celsius gemessen wurden, waren es in der „sonnenexponierten Boppstraße“ 47 Grad.
Diese Differenz von elf Grad zeige die teils extreme Hitzebelastung für die Anwohner, heißt es in der Antragsbegründung. Um auf solche Situationen frühzeitig und gezielt reagieren zu können, sollen an repräsentativen Standorten offizielle Messstellen eingerichtet werden.
Grundlage für Notfallpläne und Baumaßnahmen
Die erhobenen Daten könnten als Grundlage für Notfallpläne dienen. Bei Überschreitung bestimmter Grenzwerte ließen sich so Sofortmaßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor den gesundheitlichen Folgen extremer Hitze auslösen.
Zudem sollen die Messungen helfen, Schwerpunkte für bauliche Hitzeschutzmaßnahmen zu identifizieren. Als Beispiele nennen die Fraktionen den Erhalt von Bäumen und eine klimaangepasste Gestaltung von Straßen. Der Antrag soll in der Sitzung des Ortsbeirats am 2. September 2026 beraten werden.