Rhein zu warm: Umweltministerium ruft Warnstufe aus

Wegen der Hitzewelle steigt die Temperatur des Rheins an. Das hat Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht und kann zu einem Fischsterben führen. Das Umweltministerium will jetzt handeln. Auch Firmen werden in die Pflicht genommen werden.

Rhein zu warm: Umweltministerium ruft Warnstufe aus

Wer aktuell am Kasteler Rheinufer entlangläuft, dem bietet sich ein düsteres Bild: Die Wiesen sind regelrecht verdorrt und direkt am Rheinufer stehen Schwäne und Wasservögel in einer Ansammlung von Algen – normalerweise würden sie dort noch schwimmen. Der Pegel des Rheins ist nicht nur relativ niedrig, der Fluss ist auch zu warm. Deshalb ruft das rheinland-pfälzische Umweltministerium nun die erste Warnstufe wegen hoher Gewässertemperaturen aus.

„Die Erderhitzung wirkt sich auf immer mehr Bereiche unseres alltäglichen Lebens aus. Das betrifft auch die Gewässer“, sagt Klimaschutz- und Umweltministerin Katrin Eder (Grüne). Am Mittwoch hat der Rhein in Mainz eine Tagesmitteltemperatur von 26 Grad erreicht und das hat Folgen.

Erste Warnstufe in Kraft

Höhere Temperaturen, viel Sonne und Dürreperioden führen dazu, dass sich die Menge und Qualität des Wassers verändern. Die Sonne beschleunigt das Algenwachstum, der Sauerstoffgehalt im Wasser sinkt. Dadurch kann ein Sauerstoffmangel entstehen, durch den Fische regelrecht ersticken. Zudem breiten sich invasive Arten aus und verdrängen heimische.

Um bei steigenden Temperaturen rechtzeitig zu handeln, gibt es ein Stufenkonzept des Landes. Die erste Warnstufe tritt bei einer Tagesmitteltemperatur von über 25 Grad ein. In dieser ersten Stufe, die nun ausgerufen wurde, werden die Temperaturen zunächst verstärkt beobachtet und der Sauerstoffgehalt im Wasser regelmäßig gemessen. Auch Industriebetriebe und Kraftwerke, die den Rhein zur Kühlwasserversorgung nutzen, werden in die Verantwortung genommen.

Unternehmen müssen mit Einschränkungen rechnen

„Sind die Temperaturen in den Gewässern zu hoch, müssen betroffene Unternehmen Maßnahmen ergreifen, um den Kühlwasserbedarf aus den Gewässern zu reduzieren“, so Eder. Sie sollen die Gewässertemperatur vor und nachdem Kühlwasser eingeleitet wurde messen und prüfen, ob innerhalb ihres Betriebes andere Kühlmöglichkeiten genutzt werden können.

Sollte sich der Rhein in den nächsten Tagen, wie zu erwarten, weiter erhitzen, treten die nächsten Stufen in Kraft. In der zweiten (>27 °C), dritten (>28 °C) und vierten (>29 °C) Stufe verschärfen sich die Maßnahmen bis hin zu Produktionseinstellungen. In den vergangenen Jahren wurden bereits die Stufen 2 (2019) und Stufe 3 (2018) ausgerufen, wodurch einige Firmen für mehrere Wochen vor allem ihre Produktionen mit hohem Kühlwasserbedarf stark eingeschränkt und sämtliche alternativen Rückkühlmöglichkeiten genutzt haben.

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