Neues Zentrum für digitale Briefforschung in Mainz gegründet

Die Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz gründet ein neues Zentrum. Es soll die digitale Erforschung historischer Briefe vorantreiben.

Neues Zentrum für digitale Briefforschung in Mainz gegründet

In Mainz wird es bald ein neues Forschungszentrum zur Digitalisierung historischer Briefe geben: das Akademiezentrum für Digitale Epistolarik (ADE). Das teilt die Akademie der Wissenschaften und der Literatur mit. Das neue Zentrum soll die „Forschungsaktivitäten zur digitalen Erschließung und Auswertung historischer Briefe bündeln“.

Akademiepräsidentin Prof. Dr. Andrea Rapp erklärt dazu: „Die Akademie verfügt über eine außergewöhnliche Expertise auf dem Gebiet der digitalen Briefforschung. Mit dem Akademiezentrum für Digitale Epistolarik schaffen wir einen Ort, an dem diese Kompetenzen zusammengeführt, weiterentwickelt und international sichtbar gemacht werden.“ Das Zentrum stehe für wissenschaftliche Vernetzung und Innovation. Ziel sei es, die wissenschaftliche Zusammenarbeit zu stärken, gemeinsame Standards zu entwickeln und die Sichtbarkeit des Forschungsschwerpunkts auszubauen.

Geschichte aus individueller Perspektive

Die Koordination des neuen Zentrums übernimmt die Computerphilologin und Mediävistin Dr. Luise Borek. Sie wird den Aufbau des Netzwerks begleiten. „Briefe sind eine besondere historische Quelle: Sie verbinden das Persönliche mit dem Öffentlichen und geben Einblick in die Lebenswelten ganz unterschiedlicher Menschen und Zeiten“, so Borek. „Gerade diese Verbindung macht Geschichte aus individueller Perspektive sichtbar und lebendig.“

Im Akademiezentrum arbeiten verschiedene Forschungsprojekte zusammen, die sich mit Briefwechseln aus unterschiedlichen Epochen beschäftigen. Dazu gehören unter anderem Projekte zu den Briefen von Hildegard von Bingen oder Goethes Biographica. Das neue Zentrum erweitert die bestehende Struktur der Akademie, zu der bereits andere fachliche Zentren gehören.