Vor 30 Jahren stießen zwei S-Bahnen am Bahnhof Rüsselsheim zusammen

Eines der schwersten Zugunglücke Deutschlands ereignete sich vor 30 Jahren in Rüsselsheim. Merkurist blickt zurück.

Vor 30 Jahren stießen zwei S-Bahnen am Bahnhof Rüsselsheim zusammen

17 Tote, mehr als 140 Verletzte, viele von ihnen schwer - das ist die Bilanz des Eisenbahnunfalls am Bahnhof Rüsselsheim. Am 2. Februar 1990, also vor 30 Jahren, ereignete sich eines der schwersten Zugunglücke Deutschlands.

Damals stießen in Rüsselsheim zwei S-Bahnen frontal zusammen. Der 24-jährige Lokführer der S-Bahn in Richtung Frankfurt hatte ein Haltesignal übersehen und war über eine Weiche auf das andere Gleis gerutscht. Dort fuhr gerade eine vollbesetzte S-Bahn in Richtung Wiesbaden, die wegen eines außerplanmäßig stehenden Zuges im Bahnhof auf das Überholgleis wechseln musste. Um 16:42 Uhr stießen die Bahnen zusammen.

Die Triebwagen verkeilten sich ineinander, ein weiterer Wagen stellte sich fast senkrecht auf. Er stürzte danach auf einen benachbarten Parkplatz und auf sechs dort abgestellte Autos.

800 Rettungskräfte aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet bargen die Toten, darunter auch der Fahrzeugführer der S-Bahn aus Frankfurt, und retteten die Verletzten. 17 Menschen verloren an diesem Tag ihr Leben. Die Rettungskräfte waren die ganze Nacht im Einsatz.

Der Sachschaden lag laut Bahn bei sechs Millionen D-Mark. Der Lokführer, der das Signal missachtet hatte, wurde unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten sowie einer Geldstrafe von 2500 D-Mark verurteilt. Er hatte laut Gericht das Signal „nicht als geschlossen erkannt, weil er zu flüchtig hingesehen hat“. Nach dem Unfall wurde der Mann zum Werkstattmeister umgeschult. (pk)

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